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Bekannte Yoga-Übungen und ihre Sanskrit-Namen

Bekannte Yoga

Wer Yoga praktiziert, hört in einer Klasse oft die komplizierten Sanskrit-Namen der Asanas. Einige bekannte Übungen gibt es hier im Überblick und mit Übersetzung.

Sanskrit ist eine alte indische Sprache, welche nur noch von den wenigsten Indern gesprochen wird. Es ist in seiner Bedeutung für die Menschen ähnlich wie Latein für uns in Europa. Zwar gilt Sanskrit immer noch als eine der zahlreichen indischen Amtssprachen, im alltäglichen Leben trifft man aber nur selten darauf. Im Zusammenhang mit der Yoga-Tradition jedoch werden noch immer die alten Begriffe benutzt. Der Vorteil: weltweit haben die Asanas denselben Namen. So weiß man auch in anderen Ländern, was man machen muss, wenn zum Beispiel die Kurmasana geübt werden soll. Wenn man die deutsche oder englische Übersetzung kennt. Ein Tipp: immer, wenn das Wort asana auftaucht, handelt es sich um eine Yoga-Übung.

Übersicht über einige wichtige Yogabegriffe

  • adho-mukha swanasana

Der herabschauende Hund (Downward Dog): adho-mukha bedeutet „mit dem Gesicht nach unten“, svana ist der Hund und asana die Yoga-Übung.

  • ardha chandrasana

Der halbe Mond (Half Moon): ardha = halb, halbe, halber, candra ist der Mond, asana zeigt auch hier, dass es sich um eine Yoga-Übung handelt.

  • ardha Matsyendrasana

Ardha meint „halb“, matsya ist der Fisch. Matsyendra ist allerdings nicht der „halbe Fisch“, sondern der Herr der Fische (indra =Herr). Benannt ist die Übung nach dem Begründer des Hatha-Yoga Matsyendra. Der englische Name lautet: Half Lord of the Fishes Pose.

  • bhujangasana

Die Kobra-Stellung, im Englischen Cobra Pose: bhujanga ist die Schlange, asana die Yoga-Haltung.

  • dhanurasana

Der Bogen, Bow Pose: das Sanskritwort dhanuh bedeutet schlicht und einfach „Bogen“.

  • halasana

Das ist die sogenannte Pflughaltung, auf englisch als Plow Pose bezeichnet: hala bedeutet Pflug.

  • Hanumanasana

Der Praktizierende sitzt hier im Querspagat, der „Affen-Haltung“, Monkey Pose. Hanuman ist ein Eigenname. Er war der Heerführer der Affen im „Ramayana“, einem der größten indischen Epen.

  • janusirasana

Janu bedeutet Knie, sirsa ist der Kopf – zusammen ergibt es die Kopf-zum-Knie-Haltung, im Englischen Head-to-Knee Forward Bend.

  • kurmasana

Der Schildkrötensitz oder auch die Schildkrötenhaltung: kurma = Schildkröte. Auf Englisch: Tortoise Pose.

  • pada hastasana

Dies ist die Haltung, bei der die Hände an die Füße sollen: pada bedeutet Fuß, hasta Hand. Auf Englisch: Hands to Feet Pose.

  • salabhasana

Ein weiteres Tier war hier Namenspate: die Heuschrecke, salabha. Locust Pose sagen die englischsprachigen Yogis.

  • savasana

Dead Body Pose oder Corpse Pose auf Englisch, im Deutschen „Totenstellung“, von sava, was soviel wie „Leiche“ bedeutet.

  • tadasana

Die Berghaltung. Tada ist der Berg. Auf Englisch heißt das Ganze dann Mountain Pose.

  • trikonasana

Die Dreieckshaltung oder einfach das Dreieck. Trikona meint Dreieck, asana auch hier die Haltung. Im Englischen dann Triangle.

  • urdhwa-mukha swanasana

Das Gegenteil vom herabschauenden Hund: der heraufschauende Hund, Upward-Facing Dog. Urdhwa-muhka = mit erhobenem Gesicht oder Kopf.

  • ushtrasana

Und noch ein Tier: das Kamel, Ustra, Camel Pose.

  • utkatasana

Das ist die Hockstellung oder auch „der Stuhl“, Chair Pose, genannt. Wortwörtlich übersetzt wäre es die „angehobene, heftige oder mächtige Stellung“, abgeleitet von utkata.

  • vajrasana

Hierfür gibt es einige Übersetzungen. Vajra ist ein Diamant. Die Yogahaltung wird jedoch auch oft als Fersensitz oder Donnerkeil (Thunderbolt Pose) bezeichnet.

  • virasana

Die Heldenstellung, Hero Pose. Vira ist übersetzt der Held.

Bücher zur Welt der Yogabegriffe

Diese Übersicht gibt nur einen klitzekleinen Einblick in die Welt der Yogabegriffe. Wer mehr über die unzähligen Yoga-Übungen erfahren und lernen möchte, dem seien einige Bücher zur intensiveren Lektüre und Recherche ans Herz gelegt wie zum Beispiel:

  • „Das Yoga-Wörterbuch“ von Wilfried Huchzermeyer
  • „Die Yoga-Tradition“ von Georg Feuerstein
  • „The Yoga Bible“ von Christina Brown (in englischer Sprache)