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BurnOut-Syndrom – eine Krankheit unserer Zeit?

Immer mehr Menschen leiden unter den Folgen von jahrelanger Überanstrengung und Überlastung im Berufs- und Privatleben. Worauf ist zu achten?

Wer heutzutage erfolgreich sein will, muss sich enorm engagieren. Es ist Flexibilität gefragt, Einsatz und die Fähigkeit, stets Bestleistungen zu bringen. Zudem sind Möglichkeiten des Rückzugs und der Entspannung vor allem in großen Städten begrenzt.

Immer 150 Prozent bringen, auch jenseits der eigenen Belastungsgrenzen

Körper und Seele eines jeden Menschen fordern ein unterschiedliches Maß an Ruhe und Erholung ein. Schlaf, Entspannung und die Möglichkeit, abzuschalten, sind notwendige Mechanismen, um im Anschluss daran umso besser wieder aktiv werden zu können. Doch viele Menschen missachten diese Grundbedürfnisse. Zu wichtig die anstehenden Termine, zu interessant die Kontakte, die gepflegt werden wollen, zu wichtig die Tatsache, jederzeit und an jedem Ort erreichbar zu sein.

Manche Menschen brennen wie Kerzen, die an beiden Enden angezündet wurden

Es kann Spaß machen, sich so sehr zu engagieren. Es kann für eine Weile selbstverständlich sein, immer besser und effektiver werden zu wollen, sich im Beruf zu beweisen und auch im Familienleben ein guter Partner oder ein engagiertes Elternteil zu sein. Positiver Stress kann uns beflügeln und zu Höchstleistungen antreiben. Doch was geschieht, wenn im Taumel dieser positiven Motivation die eigenen Grenzen permanent überschritten werden?

Die Entwicklungsphasen des Burn Out-Syndroms

Ein Burn Out-Syndrom, also das „Ausgebranntsein“, entwickelt sich über einen langen Zeitraum. Es werden fünf Phasen unterschieden.

Die erste Phase zeichnet sich aus durch übermäßiges Engagement:

  • Man hat hohe Ideale und will sich beweisen.
  • Man erwartet von sich selbst mehr, als man zu leisten vermag.
  • Erste Erschöpfung kann auftreten, wird aber missachtet.

In der zweiten Phase überwiegt Enttäuschung und das Engagement entwickelt sich zurück:

  • Frustration stellt sich ein.
  • Man neigt dazu, Emotionen für sich zu behalten.
  • Es kann zu Beziehungsstörungen kommen, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich.

In der dritten Phase wird realisiert, dass irgendetwas nicht stimmt. Diese Empfindungen manifestieren sich auf emotionaler Ebene:

  • Stimmungsschwankungen treten auf.
  • Es kommt zu Gefühlen von Resignation und Schuld.
  • Gereiztheit und Aggressionstendenzen können auftreten.

Wird auch jetzt nicht gehandelt, manifestiert sich das Burn Out-Syndrom in der vierten Phase auch auf körperlicher Ebene.

  • Man fühlt sich chronisch erschöpft und leidet unter Konzentrationsproblemen.
  • Rückenschmerzen, Muskel- und Kopfschmerzen können auftreten.
  • Es kann zu Schlafstörungen kommen und dem Gefühl, sich nicht mehr erholen zu können.
  • Anstrengung wird nicht mehr verkraftet.
  • Manche Patienten erleben Herzbeschwerden wie Herzrasen, Schmerzen im Brustkorb oder einen unregelmäßigen Herzschlag.

In Phase fünf kommt es schließlich zum Rückzug:

  • Für jede Form von Aktivität (Ausflüge, Sport, Treffen mit Freunden) fehlt durch körperliche und emotionale Erschöpfung die Kraft.
  • Es kommt zu depressiven Verstimmungen mit dem Gefühl von Ausweglosigkeit.
  • Es kann Suizidgefahr bestehen.

Viele Betroffene greifen früher oder später zu vermeintlichen Hilfsmitteln wie Alkohol, Beruhigungsmitteln oder Schlaftabletten, um ihren Zustand kurzfristig zu verbessern. Langfristig kann sich daraus eine Sucht entwickeln.

Was hilft bei einem Burn Out-Syndrom?

Betroffene müssen realisieren, dass sie sich übernommen haben und professionelle Hilfe benötigen. Entsprechende Therapien stationärer oder ambulanter Art können weiterhelfen. Zudem sollten Burn Out-Patienten einen neuen Umgang mit ihren Bedürfnissen erlernen. Wie viel kann sich jeder einzelne zumuten? Wann müssen Pausen sein? Und wie kann man lernen, diese auch konsequent für sich einzufordern?

Zusätzlich zur schulmedizinischen und psychotherapeutischen Behandlung kann die naturheilkundliche Unterstützung mit homöopathischen oder spagyrischen (= auf alchemistische Rezepte zurückgehend) Mitteln durch einen erfahrenen Heilpraktiker sinnvoll sein.

Werden die Möglichkeiten der Hilfe genutzt und im Alltag umgesetzt, können Burn Out-Betroffene sich in der Regel gut erholen und in das Berufsleben zurückkehren – ganz sicher aber unter veränderten Bedingungen und mit einer Einstellung, die sie selbst als Persönlichkeit mehr in den Mittelpunkt des eigenen Lebens rückt.