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Entspannung ist ein Kinderspiel

Zwei einfache Übungen helfen Schulkindern dabei, sich leichter zu entspannen. Am besten beginnt man schon in den Ferien damit.

Für manche Schüler können die Weihnachtsferien gar nicht lange genug dauern. Andere langweilen sich schon in der zweiten Woche, wenn alle Geschenke ausgepackt sind oder schlechtes Wetter Ausflugspläne vereitelt. Nicht wenige Kinder haben in den letzten Ferientagen Bammel oder gar richtig Angst vor dem Schulanfang. Sie alle profitieren von einfachen Entspannungstechniken. Die folgenden Übungen lassen sich jederzeit zwischendurch einschieben. Man kann sie in der Wohnung durchführen oder im Freien. Sie sind für Schulkinder von etwa sechs bis zehn Jahren gedacht. Aber natürlich dürfen auch Eltern sowie kleinere und größere Geschwister mitmachen.

Bei Kindern unter acht Jahren ist es in jedem Fall hilfreich, wenn ein Erwachsener bei der Übung dabei ist, die Anleitung vorspricht und mitübt. Wer dafür im Winter nach draußen geht, sollte darauf achten, dass die lieben Kleinen warm angezogen sind. Aber auch dann darf man natürlich nicht allzu lange als „Schneemann“ in der Kälte stehen. Wichtig ist bei jeder Entspannungstechnik, sich zum Beenden der Übung ganz intensiv zu bewegen. Man kann sich mehrmals Recken und Strecken, Arme und Beine ausschütteln oder auf der Stelle hüpfen, um wieder ganz wach zu werden.

Spaziergang im Schneckentempo

Es ist ideal, wenn mehrere Personen gemeinsam üben. Die Eltern können das Ganze dann als eine Art Wettbewerb gestalten, bei dem es darum geht, sich so langsam wie möglich fort zu bewegen. Man schleicht sozusagen in Zeitlupe und wie auf Samtpfoten durch die Wohnung oder die Landschaft. Wichtig ist, sich im Kreuzgang fort zu bewegen. Das heißt, wenn der rechte Fuß aufgesetzt wird, bewegt sich der linke Arm nach vorn und umgekehrt. Die Kinesiologie betont, wie wichtig solche gegengleichen Bewegungen für unsere Hirnfunktion sind. Sie aktivieren die Brücke zwischen linker und rechter Gehirnhälfte, was die Konzentration erleichtern und entspannend wirken soll.

Wer mag, kann sich vorstellen, wie einst Michal Jackson mit schweren Moonboots an den Füßen herum zu wandern. Fans von Science-Fiction und Weltallabenteuern erkunden einen fernen Planeten, bei dem die höhere Schwerkraft das Laufen erschwert und verlangsamt. Übungen im Freien werden der Jahreszeit angepasst. Im Winter stellt man sich vor, durch tiefen Schnee zu stapfen. Im Sommer ersetzt man den Schnee in Gedanken einfach durch Wüstensand, der jede Fortbewegung fast unmöglich macht. Doch egal, für welche Variante man sich auch entscheidet, Stillstehen gilt nicht. Das ist erst in der folgenden Übung erlaubt.

Cool bleiben wie ein Schneemann

So ein Schneemann lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Egal, was um ihn herum passiert, er steht wie angewurzelt an seinem Platz. Seine Arme und Füße fühlen sich ganz schwer an, denn auch gefrorenes Wasser wiegt so einiges. Und natürlich friert ein Schneemann nicht. Ihm ist auch bei größter Kälte angenehm warm. Diese Vorstellung entbehrt zwar jeder Logik, ist aber sehr hilfreich, um die Entspannung noch zu vertiefen. Leitsätze wie „Meine Arme und Beine sind schwer, ganz schwer. Hände und Füße sind warm, angenehm warm“ stammen aus dem Autogenen Training.

Dennoch sollte die Übung im Freien nicht allzu lange dauern, damit man nicht auskühlt. Generell sind Entspannungsübungen im Stehen eher kurz zu gestalten, damit gerade bei Kindern in der Wachstumsphase der Kreislauf nicht schlapp macht. Das passiert im Winter eher kaum, sollte aber bei sommerlichen Temperaturen besonders beachtet werden. Auch dann kann man die Schneemann-Übung machen. Man ergänzt sie einfach durch die Vorstellung, wie der Schneemann zum Ende hin langsam zerfließt.