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Mobbing hat viele, meist unsichtbare Gesichter

Mobbing kommt in allen Branchen und Berufsgruppen vor. Männer wie Frauen sind davon betroffen, aber auch Jugendliche und Kinder.

Mobbing ist immer ein aktuelles Thema. Ursprünglich bezeichnete das Wort „Mob“ eine wütende Menschenmenge. Inzwischen ist der Begriff „Mobbing“ international.

Wie funktioniert Mobbing?

Die verbreitetste Art von Mobbing ist das wiederholte Schikanieren, das Zuweisen von unsinnigen Arbeiten und die Einteilung zu Arbeiten, die weit unter dem Niveau des Arbeitnehmers sind. Aufhetzen von Kollegen, Manipulation an Arbeitsgeräten gehört dazu. Aber auch die Verbreitung von Gerüchten, Anspielung auf sexuelle Handlungen, ständige Störung bei der Arbeit, ungerechtfertigte Kritik bis hin zur Isolation, sind weitere Beispiele. Selbst vor Veröffentlichungen persönlicher Angaben im Internet schrecken die Mobbing-Täter nicht zurück. Hier gibt es wegen der Anonymität eine enorme Zuwachsrate. Erschreckend ist die qualitative und quantitative Zunahme dieser Unsitte.

Das Ziel der Mobbing-Täter

Die Motive für Mobbing-Täter sind vielschichtig. Sie reichen von Frust, Neid, Antipathie bis zum übertriebenen Ehrgeiz und vor allem Existenzangst. Leider sind oft Vorgesetzte beteiligt. Beim Mobbing wird eine Person von einer oder mehreren „Kollegen“ regelmäßig, systematisch und über einen längeren Zeitraum, direkt oder indirekt angegriffen. Durch ständige Sticheleien will man das Opfer erschrecken und schockieren, um es schließlich zu entnerven und zu isolieren. Dies geht so lange, bis das Ziel, die Person aus dem Betrieb oder aus der Planstelle zu entfernen, erreicht ist. Mobber suchen keine Gegner, sondern Opfer.

Die Ursachen für Mobbing

Mobbing kann sich nur entwickeln, wenn Führungskräfte bei Problemen und Konflikten wegsehen, sich nicht um solche Dinge kümmern und keine Verantwortung übernehmen. Ist die Arbeit im Betrieb schlecht organisiert, sind Stellen nicht besetzt, so dass Mitarbeiter unter großem Zeitdruck stehen, kann dies zu Mobbing-Attacken führen. Auch ein Chef mit schwachen Führungsqualitäten kann dazu beitragen. Vorgesetze benutzen manchmal ihre Position, um Mitarbeiter unter Druck zu setzen. Dies wird auch als Bossing bezeichnet. Fast immer ist Neid eine der Hauptursachen. Es ist Neid unter Schülern, Kollegen und Nachbarn, aber auch Wut auf Reiche, und es sind soziale Spannungen durch die ständig größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich.

Mobbing macht krank

Die Liste der durch Mobbing verursachten Krankheiten ist lang. Mobbing hat weit reichende Folgen für die Gesundheit. Selbstzweifel, Angstzustände, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und Depressionen sind nur einige Auswirkungen. Wer am Arbeitsplatz gemobbt wird, leidet unter großem Stress. Das Gleichgewicht zwischen Berufsleben und Erholung im Privatleben geht verloren. Man kann nicht mehr abschalten. Die Gedanken kreisen immer um mögliche Mobbing-Täter. Diese Demotivation führt zum Leistungsabfall und gipfelt oft in Kündigungen oder Frührente. Es sinkt die Lebensqualität durch Streit und Antriebslosigkeit. Meist ist dies mit einer finanziellen Einbuße gegenüber früher verbunden. Wer aus diesem Teufelskreis ausbrechen will, muss sich Hilfe suchen.

Abwehrmöglichkeiten gegen Mobbing

Von Mobbing Betroffene können den mobbenden Kollegen direkt ansprechen, wenn er bekannt ist. Sie dürfen sich beim Betriebsrat oder Arbeitgeber beschweren. Bei schweren Fällen kann auch versucht werden, außerordentlich zu kündigen. Natürlich kann sich der betreffende Arbeitnehmer auf geltende Gesetze sowie auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz berufen. Dies gilt besonders, wenn er aus Gründen seiner ethnischen Herkunft, seines Geschlechts oder seiner Religion gemobbt wird. Das Schwierigste am Mobbing ist die Beweisführung.

Beweismöglichkeiten gegen Mobbing

Wichtig ist ein lückenloser Nachweis durch die Betroffenen. Das geschieht am besten durch ein handschriftliches Tagebuch. Hier werden Datum und Uhrzeit genau festgehalten. Dort wird eingetragen, wann, wer, wie, wo und was getan hat. Dazu schildert man die Situation, wie man sich selbst dabei gefühlt hat. Wichtig ist auch, wie sich andere Kollegen oder der Chef dabei verhalten haben. Ein entsprechender Bericht im Computer ist ungeeignet. Es kann danach noch vieles nachträglich verändert werden.

Rechtsgrundlagen bei Mobbing

Mobbing ist in Deutschland arbeitsrechtlich verboten. Es stellt jedoch nicht grundsätzlich einen Strafbestand dar. Schwere Mobbinghandlungen, etwa Körperverletzung, können aber strafrechtlich verfolgt werden. In Frankreich kann Mobbing bereits zu Gefängnisstrafen führen. Natürlich kann man sich einen Rechtsanwalt nehmen. Aber auch hier ist Vorsicht angebracht. Ein Rechtsanwalt ist nicht zum Erfolg verpflichtet. Aber es gibt inzwischen bewährte und erfahrene Fachanwälte dafür. Der einmal eingespielte Mobbingprozess endet in den meisten Fällen mit Kündigung und Vertragsauflösung. Klagen können beim Arbeitsgericht eingebracht werden. In der Praxis zeigt sich, dass nur wenige Betroffene davon Gebrauch machen.

Mobbing ist zu einem aktuellen, gesellschaftlichen Problem geworden. Es gibt wirksame und gesetzliche Mittel dagegen. In der Realität steht die oder der Gemobbte meist hilflos und allein da. Leider gibt es in der Praxis nur sehr wenige Fälle, in denen Mobbingopfer erfolgreich waren. Manchmal ist es besser, der Klügere gibt nach und schont seine Gesundheit. In sicherer Entfernung kann man den Mobbing-Täter gefahrlos identifizieren und unter Umständen auf Schadenersatz klagen.