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Schönheitsbehandlungen und Beauty-OPs beim Mann

Der bekannte Beauty-Doc Dozent Dr. Artur Worseg im Interview über männliche Schönheitsideale und den Trend zu Beauty-Behandlungen und ästhetischer Chirurgie bei Männern.

Das Ambiente ist beeindruckend. Liebevoll renoviert bietet der denkmalgeschützte Daringerhof – der wohl zu den schönsten Häusern im noblen 19. Bezirk von Wien zählt – eine elegante Umgebung für das Ästhetic Center von Doz. Dr. Artur Worseg. Der aus den Medien bekannte – ursprünglich aus Kärnten stammende – Beauty-Doc bietet hier gemeinsam mit seinem Team ein breites Spektrum plastisch-chirurgischer Eingriffe und kosmetischer Behandlungen an. Mit der Autorin sprach er über aktuelle und zukünftige Trends in seinem Business, unter anderem die Entfernung von Gesichtsfalten bei Männern und Laserbehandlungen betreffend.

Herr Dozent Worseg, wie wird Ihr Angebot an Schönheitsbehandlungen von Männern angenommen?

Der Trend nimmt zu, mittlerweile sind 25-30 Prozent unserer Patienten Männer. Darunter auch eine nicht unbedeutende Zahl junger Nichtösterreicher ab etwa 20-25 Jahren. Sie haben ein anderes Körperbewusstsein, wollen hier ein bisserl was an den Ohren verändert, dort ein bisserl Fett abgesaugt haben, kommen wegen einer Gynäkomastie (verweiblichte Männerbrust) oder weil sie mit ihrer Nase unzufrieden sind. Wobei es oft sehr schwierig ist, einen Mann mit einer Nasenkorrektur zufrieden zu stellen!

Und was wünschen ältere Männer von der ästhetischen Medizin?

Wenn ältere Männer ab 50 Jahren zum Schönheitschirurgen kommen, dann eher um ihre Ober- oder Unterlider korrigieren zu lassen, wegen face-lifts oder wegen Haartransplantationen. Der Zukunftstrend sind Gesichtsoperationen – glaube ich! Das ergibt sich allein von der Altersstruktur her: Die 1960er Generation wird 50 … Es hat sich in diesem Bereich technisch viel getan: Liftings können heute in verschiedensten Variationen angeboten werden. Auch Narbenkorrekturen sind bei Männern gefragter denn je, hier bringt das Laserlifting gute Erfolge.

Wie häufig werden Laserhaarentfernungen von Männern nachgefragt?

Wir liegen hier mittlerweile bei halbe halbe! Der unbehaarte Männerrücken ist für viele ein Muss. Ich habe Mitarbeiter, die sagen, es käme für sie nicht in Frage, einen Mann mit behaartem Oberkörper aufzunehmen. Wobei ich selbst aber auch nicht rasiert oder gelasert bin! Für Sportler sind die Haare natürlich störend. Der Körper soll sich über die Muskeln definieren, es geht hier um ein männliches Schönheitsideal. Auch die Achselhaare lassen sich nicht wenige Männer dauerhaft entfernen. Für den Intimbereich ist die Nachfrage noch nicht so groß.

Wie dauerhaft ist die Dauerhafte Haarentfernung wirklich?

Das Licht des Lasers verödet immer nur die Wurzeln jener Haare, die gerade in der Wachstumsphase sind. Je stärker und dunkler die Haare, desto besser sind die Behandlungserfolge der Laserbehandlung. Um alle Haarwurzeln zu erwischen und damit einen langfristigen Erfolg zu erzielen, sind in der Regel 4-8 Sitzungen notwendig. Versprochen werden kann seriöser Weise nur eine Langzeitepilation, kein „Hairfree forever“. Denn: Wenn z.B. aus hormonellen Gründen irgendwann „neue“ Haare anfangen zu wachsen, müsste die Laserhaarentfernung teilweise wiederholt werden.

Was ist bei der Behandlung mit dem Laser zu beachten?

 Die Haut sollte nicht sonnengebräunt sein. Denn bei gebräunter Haut können Pigmentzellen zerstört werden und weiße Flecken entstehen. Außerdem besteht ein erhöhtes Narbenrisiko. Muttermale gehören im Laserbereich aus ärztlicher Sicht dermatologisch abgeklärt. Je nach Sensibilität des Körperbereichs tut die Behandlung mehr oder weniger weh. In besonders sensiblen Körperbereichen, wie z.B. beim Schamhaar, empfiehlt es sich, eine Betäubungssalbe anzuwenden.

Sind auch Operationen im Intimbereich für Männer ein Thema?

Operationen im Intimbereich waren tatsächlich eine Zeit lang ein Trend, haben sich aber wieder ein bisserl aufgehört. Es sind oft extrem komplizierte Leute, die eine Verlängerung oder Verdickung des Penis wollen. Manchmal sind sie impotent und/oder haben psychische Probleme. Da ist man froh, wenn man es als Arzt nicht tun muss… Obwohl der Eingriff operationstechnisch sehr interessant ist!

Was fasziniert Sie ganz grundsätzlich an Ihrem Fach, der Schönheitschirurgie?

Die plastische Chirurgie basiert auf drei Säulen: Fingerfertigkeit, Fachwissen und Kreativität. Der kreative, künstlerische Anteil nimmt bei uns plastischen Chirurgen einen hohen Stellenwert ein. Das macht das Fach für mich spannend!