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„The Da Vinci Code“ – Verschwörung oder Fiktion?

Gibt es die „Prieuré de Sion“, und war Maria Magdalena Jesus Frau? Auch wenn viele Leser von Dan Browns Bestseller „The Da Vinci Code“ an eine Verschwörung der Kirche gegen die Wahrheit glauben möchten, glauben sie vergeblich.

Seit Dan Browns Buch „The Da Vinci Code“ stellt sich die Frage, ob dieses Werk wirklich nur Fiktion ist, oder ob er in seinem Roman etwas enthüllt hat, was die christliche Kirche in ihren Grundfesten erschüttern würde?

„The Da Vinci Code“ – Wahrheit oder Fiktion?

Basiert dieses Werk auf Fakten, die die christliche Kirche weit von sich schieben will? Haben sich Vertreter der Christen aus aller Welt deshalb so über das Buch aufgeregt, weil es einen wahren Kern besitzt? Vieles scheint darauf hinzudeuten, dass hier wirklich in Form eines Romans ein Geheimnis und eine große Verschwörung aufgedeckt wurde.

Was ist dran an der Behauptung, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und mit ihr sogar ein Kind hatte? War der Heilige Gral wirklich kein Gefäß, sondern ein Mensch? Gibt es wirklich die Blutlinie Christi, deren Existenz von den „Prieuré de Sion“ seit Jahrhunderten bewahrt wird, um die Nachkommen von Jesus zu schützen?

„Der Heilige Gral und seine Erben“ von Michael Baigent, Richard Leigh und Henry Lincoln

Dan Brown orientierte sich für „The Da Vinci Code“ vor allem an dem Buch „Der Heilige Gral und seine Erben“ von 1982. Das Buch erzählt unter anderem die Geschichte des kleinen Ortes Rennes le Chateau in Frankreich, in dem ein für Maria Magdalena gebauter Turm und eine zu ihren Ehren 1059 erbaute Kirche steht. Die Kirche vor allem gibt einige seltsame Hinweise. Über dem Eingangstor steht zum Beispiel: „Terribilis est locus iste“ (dieser Ort ist schrecklich), in der Kirche steht eine Statue des Dämons Asmodeus; und die Darstellung des Kreuzwegs Christi entspricht nicht immer der Version aus der Bibel. Zum Beispiel zeigt ein Bild, wie Jesus anscheinend aus dem Grab heraus getragen wird.

Eine Geschichte besagt außerdem, dass der 1885 nach Rennes le Chateau versetzte Priester Saunière unter dem Altar Pergamente mit seltsamen Inhalt gefunden habe und einen großen Schatz, mit dem er die etwas eigenwillige Restaurierung der Kirche aufgrund des Inhalts der Pergamente und den Bau des Turms finanzierte. Was genau in den Pergamenten stand hat Saunière aber angeblich mit ins Grab genommen.

Die „Dossiers secrets“, die „Prieuré de Sion“ und Pierre Plantard

Ihre Vermutungen basierten außerdem auf einem Fund in der französischen Nationalbibliothek. Dort fanden sie, durch den Hinweis von Pierre Plantard, 1975 die „Dossiers secrets“, in denen sie eine interessante Entdeckung machten. Es fand sich darin aber nicht nur der Stammbaum der Merowinger, der laut den Aufzeichnungen bis zu Maria Magdalena und Jesus Tochter zurückging, aus deren Nachkommen dann die Merowinger hervorgingen, die vom 5. bis 8. Jahrhundert in Deutschland und Frankreich herrschten. Es fand sich auch eine Aufzeichnung über einen Geheimbund, dem sogar Isaak Newton und Leonardo Da Vinci angehört haben sollen und der sich „Prieuré de Sion“ nennt und 1099 gegründet worden sein soll. Dieser Geheimbund soll angeblich die Blutlinie Jesus bewahren und sie vor der Außenwelt geheim halten.

Maria Magdalena und die Gnostischen Schriften

2000 Jahre lang wurde Maria Magdalena als Prostituierte bezeichnet, was aber weder in der Bibel so zu finden ist, noch in sonstigen Schriften.

Die 1945 in Ägypten gefundenen Gnostischen Schriften malen ein anderes Bild dieser Frau. Zwar wird auch in diesen Schriften nie ausdrücklich erwähnt, dass sie Jesus Frau war, aber sie wird als die treibende Kraft hinter ihm gesehen. Einige Stellen legen zudem die Vermutung nahe, dass sie ein Paar gewesen sein könnten.

Die Kirche hat die Gnostischen Schriften nie als wahr anerkannt, weil sie sie für unecht hält. Viele Wissenschaftler haben außerdem festgestellt, dass diese Schriften erst viel später entstanden sind. Tatsache ist aber, dass die Gnostischen Schriften Jesus menschlicher darstellen.

Gab es also tatsächlich diesen menschlicheren Jesus, der vielleicht sogar verheiratet war und ein Kind gezeugt hat, mit dem Maria Magdalena dann nach Frankreich floh?

Des Rätsels Lösung

Die Kirche mit dem Namen Sainte Marie-Madeleine und der Turm sind echt. Aber schon bei der Geschichte um die Kirche beginnen die Märchen. Es wurden dort weder seltsame Pergamente gefunden, noch ein Schatz. Die Geschichte ist eine Erfindung des Restaurantbesitzers Noel Corbu, der in den 1950ern aus dem Haus des Priesters ein Hotel machte und so Gäste anlocken wollte.

Diese Geschichte wiederum hat Pierre Plantard gehört und sie für seine Zwecke benutzt. Die „Prieuré de Soin“ wurden nämlich nicht 1099 gegründet, sondern 1956 von ihm selbst. Auch die „Dossiers secrets“ stammen von ihm; wurden von ihm selbst geschrieben. Aufgrund der Geschichte von Corbu peppte er seinen Geheimbund mit der Aufgabe die heilige Blutlinie zu beschützen auf, an dessen Ende er sich natürlich selbst stellte als Nachfahre der Merowinger und Thronanwärter.

Es gibt also weder einen Geheimbund, noch eine heilige Blutlinie die bewahrt werden muss. Und somit gibt es auch keine Verschwörung.