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Viele Urlauber infizieren sich im Ausland mit Hepatitis A

Die Hepatitis A gehört zu den Reiseinfektionen. Deutsche Urlauber sollten bei Reisen in Mittelmeerländer besser auf den Verzehr von Muscheln verzichten.

Die Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursachte Entzündung der Leber, die meist durch einen akuten Verlauf gekennzeichnet ist, aber in der Regel keine bleibende Erkrankung darstellt.

Die Hepatitis A ist weltweit verbreitet und besonders in den Entwicklungsländern machen nahezu alle Menschen die Infektion bereits im Kindes- und Jugendalter durch. Bis unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren auch in Deutschland noch 80 – 90 % der Kinder und Jugendlichen infiziert. In diesem Alter verläuft die Erkrankung nur sehr selten schwerwiegend und hinterlässt einen lebenslangen Schutz. Durch den hohen Hygienestandard kam es in den letzten Jahrzehnten zu zunehmend weniger Infektionen, was dazu geführt hat, dass immer mehr Deutsche keine Immunität gegen das Virus aufweisen. Nach offiziellen Angaben erkranken jährlich 2000 Bundesbürger an einer Hepatitis A.

Die Hepatits A tritt in Deutschland zunehmend als Reiseinfektion auf

So hat sich die Hepatitis A in der BRD zur „Reisehepatitis“ entwickelt, was bedeutet, dass viele Reisende ohne ausreichenden Immunschutz sich bei Reisen ins Ausland (Mittelmeerländer, Tropen, Osteuropa) infizieren. Der Anteil solcher Reisehepatitiden lag in den letzten Jahren bei etwa 40-50 % aller in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle.

Die Hauptinfektionsquelle stellen Muscheln und Austern dar

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich fäkal-oral durch eine sogenannte Schmierinfektion. Bei dieser Art der Infektion kommt es zur oralen Aufnahme von Keimen aus dem Kot. Das von Infizierten mit dem Stuhl ausgeschiedene Virus wird über Gebrauchsgegenstände weiter verbreitet oder gelangt ins Abwasser und kann bei mangelnden hygienischen Verhältnissen (Fäkaliendüngung) auf Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse oder Salat übertragen werden.

Auch Meerestiere wie Muscheln und bestimmte Schalentiere stellen eine besondere Gefahrenquelle für eine Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus dar.

Bei Reisen in tropische und subtropische Regionen sollten unbedingt alle potenziell infektiösen Lebensmittel gemieden bzw. vorbehandelt werden: Auf Eiswürfel aus (möglicherweise verunreinigtem) Leitungswasser sollte man besser verzichten und rohes Obst, Muscheln und Gemüse sind vor dem Verzehr zu schälen oder zu garen („cook it, boil it, peel it, or forget it!“).

Charakteristisch für die Infektion ist die Gelbfärbung von Augen und Haut

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch erster Symptome (Inkubationszeit) dauert es normalerweise 15-50 Tage. Die Hepatitis A verläuft bei gutem Allgemeinzustand relativ symptomarm, nur in etwa 10 % der Fälle kommt es zu einem schweren Krankheitsverlauf. Das „Gute“ an einer Reisehepatitis ist jedoch die Tatsache, dass sie immer ausheilt und es keine chronischen Verlaufsformen gibt.

Treten Krankheitszeichen auf, handelt es sich meist um unspezifische Magen-Darm-Symptome, wie Druckschmerz im rechten Oberbauch, Appetitlosigkeit mit Widerwillen gegen Fett, Fleisch, Alkohol und Nikotin, Übelkeit, Brechreiz, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Oft klagen die Patienten auch über leichtes Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen. An dieses Vorstadium schließt sich dann meist eine Gelbsucht an, die an der Verfärbung von Haut und Augen erkennbar ist und die wenige Tage bis mehrere Wochen anhalten kann. In dieser Phase können unter Umständen auch eine Leber- und Milzvergrößerung und Hautjucken auftreten. Im Anschluss daran heilt die Infektion normalerweise komplikationslos wieder aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Die Behandlung der Hepatitis A erfolgt symptomatisch

Eine spezifische Therapie gegen die Hepatitis A existiert nicht und eine Krankenhauseinweisung ist normalerweise nicht notwendig. Dem Patienten wird Bettruhe empfohlen und die auftretenden Symptome, wie Erbrechen, Übelkeit, Durchfall und Fieber werden mit entsprechenden Medikamenten behandelt, wobei darauf zu achten ist, dass Medikamente, die die Leber belasten, unbedingt gemieden werden müssen. Auch eine strenge Alkoholkarrenz ist in dieser Zeit einzuhalten. Die Ernährung sollte kohlenhydratreich und fettarm sein, aber strenge diätetische Maßnahmen sind nicht erforderlich.

Wird der kranke Daheim gepflegt, so müssen allgemeine Hygienemaßnahmen, um die Verbreitung der Infektion zu verhindern, eingehalten werden. Eine sehr einfache, aber wichtige Hygienemaßnahme ist das gründliche Händewaschen der Betroffenen und auch deren Pfleger sowie die Verwendung von Desinfektionsmitteln, besonders nach dem Gebrauch der Toilette!

Zum Schutz vor Hepatits A wird eine Impfung empfohlen

Schützen kann man sich vor einer Reise in Gebiete mit Hepatitis A-Risiko durch eine Impfung. Nach der ersten Impfdosis liegt ein Schutz bei den meisten Geimpften nach 12 – 15 Tagen vor, so dass in Anbetracht der langen Inkubationszeit die Impfung auch noch kurz vor der Reise sinnvoll sein kann. Nach drei Impfungen bildet das Abwehrsystem des Körpers einen etwa 10 Jahre anhaltenden Schutz.