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Wanderberge München, Blauberge – Halserspitz

Bergwandern Wildbad Kreuth – Königsalm – Blaubergalm – Blaubergkamm. Die Tour von Wildbad Kreuth über die Königsalm mit Aufstieg zur Blaubergalm, Überschreitung des Blaubergkammes bis zur Halserspitz ist eindrucksvoll und aussichtsreich.

Ein lange Bergwanderung mit teilweise ausgesetztem Steig beim Abstieg vom Halserspitz belohnt den Wanderer mit abwechslungsreichen Fernblicken in alle Himmelsrichtungen. Der Blick geht von den naheliegenden Bergen des Mangfallgebirges bis zum Wilden Kaiser und zur imposanten Nordansicht des Gufferts in den Brandenberger Alpen. Die Kammwanderung auf den Blaubergen bis zum Halserspitz lässt den Wanderer gleich mehrere Gipfel überschreiten.

Von Wildbad Kreuth über die Königsalm oder die Wolfsschlucht

Der Start dieser Tour beginnt am besten vom Wanderparkplatz mit Bushaltestelle Enterfelseralm. Dieser liegt rechts an der Bundestraße 307 zwischen Kreuth und Achenseepass – etwa 1.000 Meter nach dem Abzweig zum Alternativparkplatz Wildbad Kreuth. Nach der Überquerung der Straße und der Brücke zweigt rechts nach dem Schießplatz der empfohlene Weg zur Königsalm ab. Eine Variante führt gerade aus weiter in Richtung Wildbad Kreuth und Siebenhüttenalm in die Wolfsschlucht. Dieser – mit Drahtseilen gesicherte Abschnitt – wird nur für trittfeste und schwindelfreie Wanderer empfohlen.

Königsalm, Graseck, Schildenstein

Der gewählte Wanderweg führt am Berghang empor, vorbei an der Geißalm. Hier kann – links abzweigend etwa 600 Meter sparend – direkt zum Graseck gewandert werden. Der empfohlene Weg führt ab der Alm eben zur Königsalm. Dort hielt sich gelegentlich auch Kaiserin Elisabeth – vielen bekannt als Sissi – zur Sommerfrische auf. So kann man hier im Freien geschichtsträchtig Durst und Hunger mit Brot und Milch stillen. Frisch gestärkt geht es jetzt den Hang hinauf zum Graseck. Hier sieht man Ross- und Buchstein im Norden. Über die 1.500 Meter Höhenlinie geht es sanft abwärts – vorbei an der verfallenen Schildensteinalm. Links lockt bald ein Schild auf den 1.611 Meter hohen Schildenstein. Der Wanderfreund hat jedoch schon längst die Blauberge und mit in knapp fünf Kilometern Luftlinie den 1.861 Meter hohen Halserspitz in seinem Blickfeld (Bild 1). Der Zielgipfel verspricht eine lange Wanderung.

Blaubergalm

Bald mündet von links der Wanderpfad aus der Wolfsschlucht in den Hauptweg ein. Jetzt wird auch schon die Grenze Bayerns zu Tirol überschritten. Ein prächtiger Ausblick öffnet sich auf die Tiroler Bergwelt. In wenigen Minuten ist die Blaubergalm erreicht. Die Blaubergalm führt Bio-Produkte aus eigener Produktion wie Käse und Speck. Die verdiente Brotzeit sollte man als Stärkung für die vor einem liegenden Leistungen genießen. Wer jetzt merkt, dass die Kondition nicht die Beste ist, sollte die Variante des unteren Weges über die Schönleitenalm in Betracht ziehen. Der Weg ist gemütlich und spart das öftere „Auf und Ab“ der Gratwanderung über einige Gipfel. Über den Karspitz führt diese Variante auch zur Halserspitz.

Blaubergschneid, Blaubergkopf, Karspitz, Halserspitz

Hinter der Almhütte schlängelt sich der Wanderpfad steil am Grashang empor. Am Blaubergkamm angekommen, öffnet sich der Blick nach Norden in die Bergwelt des Tegernseer Tals. Faszinierend ist der Blick nach Süden auf den Guffert in den Brandenberger Alpen (Bild 2). Über die Wichtelplatte (1.766 Meter) beginnt ab jetzt das wiederholte „Auf und Ab“ dieses Wanderabschnittes (Bild 3). Es werden die – mit Latschen bewachsene – Blaubergschneid (1.788m) und der Blaubergkopf (1.787m) überquert. Sobald der Karspitz (1.800m) am rechten Hang gequert ist, ist endlich der höchste Gipfel der Blauberge, der Halserspitz (1.861m) erreicht. Beim Gipfelkreuz lässt es sich nun trefflich picknicken. Im Osten grüßt der Wilder Kaiser als neues Motiv (Bild 4). Das imposante Panorama lässt die Anstrengungen vergessen.

Abstiegsvariante bei schlechten Bedingungen

Wir gehen am Grat zurück bis rechts ein Pfad abzweigt. Der Weg ist unmarkiert, nur das Schild verweist auf Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Es geht über Schrofen steil abwärts. Wenn hier noch oder schon Schnee oder Eis liegen sollte – was an der Nordseite öfter ist als am südseitigen Anstieg – empfiehlt es sich, lieber die Variante Abstieg Südseite bis zum Almweg – von der Blaubergalm kommend – zu wählen und diesem nach links zu folgen. Bei der „bayerische Wildalm“ nach links den Wanderweg wählen. Nach kurzer Zeit zweigt links ein Pfad zum Halserspitzsteig zur Variante Abstieg über Weißenbachkopf. Oder man bleibt dem bequemeren Weg treu. Dann zweigt man bei der Bayrbachalm links ab. Beim „steinernes Kreuz“ mündet der Wanderweg in eine Almstraße. Hier geht es linker Hand talabwärts bis nach Wildbad Kreuth. Der Weg ist etwas länger, aber der Glätte im Fels bei schlechten Bedingungen vorzuziehen.

Abstieg über Weißenbachkopf

Der Steig über die Schrofen sollte mit viel Zeit in Angriff genommen werden. Bald führt ein bequemerer und nicht so ausgesetzte Steig durch Latschen (Bild 5). Vom Stangenhäusl an geht ein Wanderpfad durch den Wald, vorbei an der Jagdhütte Wenigberghütte. Der letzte Anstieg mit etwa 50 Metern Höhe auf den Weißenbachkopf verlangt nochmals etwas Kraft. Jetzt geht es durch den Wald nur mehr bergab. An einer Brücke beim Forstweg biegt die Wanderroute rechts ab und folgt dem Schild zur Siebenhüttenalm. Über diese Hütte oder über Wildbad Kreuth endet die Wanderung am Parkplatz.

Weitere Toureninfos

  • Gesamtweg = 23,4 km
  • Höhendifferenz = 1.340m
  • tiefster Punkt = 810m
  • höchster Punkt = 1.862m
  • Gehzeit = 9 Stunden