X
    Categories: Technik

Anbindungstechnologien: WLL, Kabel, Satellit, DSL

Welche Internetanbindung ist die beste? DSL, Wireless Local Loop (WLL) und Anbindungen via Satellit oder Kabel sind die Alternative zu Standleitungen.

Während in den 1990er Jahren ISDN als Meilenstein der Datenübertragung galt, weil es die langsame Modemverbindung mit fast der doppelten Geschwindigkeit übertraf, sind seit der Jahrtausendwende DSL, Kabel, Satellit oder Funk praktisch zum Standard geworden und haben auch in der Wirtschaft ISDN und Standleitungen praktisch völlig abgelöst.

Die „Letzte Meile“ – was ist der Local Loop?

Local Loop – die „Letzte Meile“ – steht für das letzte Stück der Telefonleitung, von der Ortsvermittlungsstelle zur Telefonsteckdose des einzelnen Kunden. Der Local Loop muss nicht unbedingt der bekannte Kupferdraht sein; er kann auch drahtlos (wireless) durch die Luft führen.

Als Alternative zu drahtgebundenen Zugangstechnologien wird immer häufiger auf die Überwindung der letzten Meile per Funk gesetzt: Wireless Local Loop (WLL) ist die drahtlose Verbindung des öffentlichen Telefonnetzes bis zum Kundenanschluss.

So funktioniert Wireless Local Loop (WLL)

WLL funktioniert ähnlich wie GSM-Mobilfunk, sendet aber auf einer höheren Frequenz und kann Bandbreiten von mehr als 150 Megabit pro Sekunde bereitstellen, wenn der Anbieter die von der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) vergebenen WLL-Frequenzen im 2,6 GHz-Bereich technisch nutzen kann. Auch in anderer Hinsicht setzt die nicht-mobile Anwendung von kabellosen Anbindungen eine spezifische Anpassung der Funktechnik voraus. Die Installationskosten sind auf Kundenseite relativ gering; auf Providerseite fallen allerdings sehr hohe Investitionen an. Die Leistung ist einfach skalierbar und auf individuelle Wünsche anpassbar.

Technisch lässt sich WLL entweder durch Richtfunk über Antennen oder durch Sichtverbindung zur jeweiligen Basisstation des Anbieters verwirklichen. Beides erlaubt es, das Internet auf dem „Luftweg“ bereitzustellen und das genau dann, wenn die „Leitung“ gebraucht wird. Per Point to Multipoint (P2M) werden mehrere Gebäude über eine sogenannte Richtfunkverbindung versorgt: Von der Parabolantenne auf dem Dach eines Hauses aus werden die Signale über herkömmliche Kabel in die Büros und Wohnungen weitergeleitet.

Nachteile von WLL

Einen kritischen Faktor bildet bei WLL die Mikrowellenstrahlung, deren Auswirkung auf die Gesundheit von einigen Untersuchungen sehr kritisch gesehen wird. Wie bei allen Funkverbindungen ist Abhörsicherheit technisch nur sehr aufwendig zu gewährleisten.

Größter Nachteil ist daneben bislang die geringe Verbreitung und die fehlende Standardisierung von WLL, das heißt: es gibt zur Zeit keine durchgehende Standardisierung der Systeme. Die Internet-Nutzung für lokale Netzwerke (LANs) ist zudem technisch noch nicht hundertprozentig ausgereift. Wenn diese Probleme überwunden sind, wird WLL sicherlich eine große Zukunft haben.

Datenübertragung via Kabel

Das Kabelmodem ist ein Zusatzgerät, das einfach an die vorhandene Fernsehverkabelung (wie bei der Standleitung Glasfaserkabel) und den PC angeschlossen werden kann. Die erreichbaren Bandbreiten sind mit 300 Mbps hoch; die Kosten für die sehr zuverlässige Kabelanbindung sind gering.

Das Kabelmodem ist zudem in seiner jetzigen Form keine Lösung für Unternehmen, da es die TV-Verkabelung in der Regel bislang nur selten in Gewerbegebieten gibt. Die Angebote von Kabelgesellschaften erschöpfen sich zumeist darin, den eigenen TV-Service zu verkaufen, so dass nur ein begrenzter freier Internetzugang ermöglicht wird. Ein Upgrading, also eine Erhöhung der Übertragungsleistung, ist sehr kostenaufwendig. Da man per Kabel gemeinsam mit anderen Teilnehmern Leitungen nutzt, besteht kein dedizierter Internetzugang. Eine wirklich sichere Übertragung kann Ihnen daher keiner gewährleisten.

Internet via Satellit

Das größte Problem der Satellitenanbindung (Direct Broadcast Satellite, DBS) ist, dass mit ihr nur Daten Downstream, vom Provider zum Kunden, übertragen werden können; für den Upstream wird eine gesonderte Anbindung, zum Beispiel via ISDN, benötigt.

Für Privathaushalte, die standardisierte Angebote wie Video-on-demand nutzen wollen, mag das noch angehen, eine professionelle Nutzung von Satellit schließt sich damit faktisch aus. Eine Satellit-Anbindung ist nur bei sehr geringem Uploadbedarf beziehungsweise Internet-Kommunikation in beiden Richtungen empfehlenswert.

Per Satellit lassen sich beim Download hohe Bandbreiten von bis zu 16 Mbps erreichen. Als Zusatzgerät wird lediglich eine kleine Schüssel benötigt. Einzige Bedingung für den Anschluss ist – wie bei der privaten Satellitennutzung – die Ausrichtung von Schüssel und Zusatzgerät auf den südlichen Himmel hin.

Standard und derzeit die beste Internetanbindung: DSL

Am weitesten vorangeschritten ist die xDSL-Technologie (das „x“ steht hier stellvertretend für die unterschiedlichen Varianten): DSL nutzt mit dem Kupferkabel zum Überbrücken der „Letzten Meile“ die vorhandenen Leitungen, bietet eine permanente Verbindung zum Provider und garantiert damit eine ständige Verfügbarkeit – und dies ist nichts anderes als eine Standleitung. Die Kosten sind bei den üblichen All-Inclusive-Angeboten kalkulierbar. Bei volumenabhängiger Berechnung kann allerdings auch DSL schnell zur Kostenfalle werden.

Der dedizierte, also nur vom Kunden genutzte, Internetaccess via DSL gewährleistet eine hohe Sicherheit. Die Umstellung auf Kundenseite ist mit dem Anschluss eines DSL-Modems an die Telefonbuchse recht unkompliziert. Die Deutsche Telekom (DTAG) als Herr über die „Letzte Meile“ muss dann lediglich die betreffende Kupferleitung für DSL freischalten. Allerdings kann DSL nur geringe Entfernungen überbrücken, so dass die DSL-Provider ein dichtes Netz von Verteilerzentren aufbauen müssen – was wiederum kostenintensiv ist.

Vorteile von DSL

Die hohen Übertragungsraten werden unabhängig von der Anzahl der Teilnehmer im Netz erreicht. Bei oberirdischen Kupferleitungen kann es vereinzelt zu hochfrequenten Störungen der Anbindung kommen. Ansonsten funktioniert DSL jedoch sehr stabil.

Einen weiteren Vorteil stellt das leichte und deswegen kostengünstige Up/Downgrading bei DSL dar: Der Provider kann bei einem höheren Bandbreitenbedarf mit einer einfachen Änderung der Konfigurationseinstellungen die Leistung erhöhen. Dies geschieht „remote“, vom Rechenzentrum aus.

DSL gibt es in den zwei Typen symmetrisches und asymmetrisches DSL: bei asymmetrischem DSL (ADSL) werden für den Download höhere Bandbreiten bereitgestellt als für den Upload. Möglich sind zur Zeit mit der Variante ADSL bis zu 16 Mbps Down- und 768 Kbps Upstream und mit der Variante VDSL bis zu 50 Mbps Downstream.

Insgesamt ist DSL für Firmen die heute (noch) einzige empfehlenswerte Alternative zu Standleitungen und Wählverbindungen.

Unten findet sich zwei Grafiken mit der übersichtlichen Aufstellung der Vor- und Nachteile der einzelnen erwähnten Technologien im Vergleich zu DSL.