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Anorexia Nervosa – die Symptome und Merkmale der Magersucht

Magersucht ist eine psychosomatische Erkrankung und ist vor allem durch einen großen Gewichtsverlust und eine gestörte Körperwahrnehmung gekennzeichnet.

Immer mehr Menschen weltweit leiden unter Essstörungen. Dazu zählt neben der Bulimie und der Binge-Eating Störung auch die Magersucht.

Diagnostische Kriterien der Magersucht

Durch folgende diagnostischen Kriterien kann Anorexia nervosa beschrieben werden:

  • Es besteht die Weigerung, ein Mindestgewicht zu halten, welches für das Alter und die Körpergröße als adäquat angesehen wird. Das Körpergewicht liegt mindestens 15 Prozent unter diesem zu erwartenden Gewicht.
  • Die erkrankte Person leidet trotz Untergewicht unter großen Ängsten, zuzunehmen beziehungsweise dick zu werden.
  • Die eigene Figur wird gestört wahrgenommen und dem Körper ein übermäßiger Stellenwert in der Selbstbewertung beigemessen. Es kann auch zu Leugnung des aktuellen Untergewichts kommen.
  • Es kommt zum Ausbleiben der Menstruation in drei aufeinander folgenden Zyklen.

Die Subtypen der Anorexia nervosa

Den Gewichtsverlust führen magersüchtige Menschen unter anderem durch Einschränken der Nahrungsmittelmenge und -auswahl herbei. Es werden aber auch andere Maßnahmen zur Gewichtsabnahme gesetzt. Es werden hierbei zwei unterschiedliche Krankheitstypen der Anorexie beschrieben:

  • Zum einen gibt es den restriktiven Typus. Dabei wird der Gewichtsverlust zum größten Teil durch eine rigide Nahrungseinschränkung und durch körperliche Betätigung, die über das normale Maß hinaus geht, herbeigeführt.
  • Zum anderen gibt es den Binge-Eating/Purging-Typus. Hier kommt es zu regelmäßigen Fressanfällen und/oder selbstinduziertem Erbrechen beziehungsweise Missbrauch von Diuretika und Laxantien.

Diese Einteilung in Subtypen soll stets eine bestimmte Episode von Magersucht charakterisieren, wodurch eine genauere Darstellung des Verhaltens erreicht werden kann. Beide Subtypen beschreiben Verhaltensweisen, durch welche es zu einer Reduktion des Gewichts kommen soll. Einer langen Phase, in der der restriktive Typus vorherrschend war, folgt meist eine Binge-Eating/Purging Episode, was in ungefähr 60 Prozent der Magersüchtigen der Fall ist.

Merkmale der Magersucht

Zu Beginn der Magersucht werden nur einzelne Nahrungsmittel vom Speiseplan gestrichen. Dieses einschränkende Verhalten nimmt im Verlauf der Krankheit jedoch immer mehr zu. Die betroffenen Personen nehmen dann nur mehr eine sehr geringe Menge an Nahrung und Kalorien pro Tag zu sich, was in weiterer Folge zu Untergewicht führt. Die Betroffenen leiden – trotz Untergewicht – an einer enormen Angst, an Gewicht zuzunehmen. Beziehungsweise haben sie das Gefühl, dass sie immer noch zu dick seien, was das einschränkende Verhalten weiter aufrecht erhält. Weiters kreisen die Gedanken magersüchtiger Menschen fast ausschließlich um Essen oder Nicht-Essen und um eine weitere Optimierung des Abnehmvorgangs, wobei Gefühle des Hungers abgewehrt und kontrolliert werden.

Hinzu kommen Gefühle der Unzulänglichkeit und des Versagens. Die Betroffenen ziehen sich im Verlauf der Erkrankung immer mehr von der Umwelt zurück, werden passiv und häufig depressiv. Der starke Abbau an Gewicht hat körperliche Folgeerscheinungen, wie zum Beispiel das Ausbleiben der Menstruation oder ständiges Frieren. Auch wenn es der Körper lange Zeit schafft, die permanente Unterversorgung auszugleichen, kommt es früher oder später zu erheblichen gesundheitlichen Schädigungen. Der Blutdruck sinkt enorm ab, der Herzmuskel kann sich verkleinern, der Magen-Darm-Trakt wird gestört, die Haut wird schuppig und es können Ödeme auftreten. Nahezu alle Organe des Körpers werden durch die Mangelernährung geschädigt.