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Ayurveda und Ayurvedische Küche

Sie fühlen sich unausgeglichen, gestresst, unglücklich? Vielleicht liegt es an Ihrer Ernährung. Entdecken Sie die heilenden Kräfte der Ayurvedischen Küche.

Die Ayurvedische Lehre besagt, dass jeder Mensch eine individuelle Kombination der drei Grundenergien Vata, Pitta und Kapha besitzt, welche durch die Nahrung ins Gleichgewicht gebracht werden können. Sind diese drei Energien im Gleichgewicht, so sagt man, geht es dem Menschen körperlich und seelisch gut, er hat ein starkes Immunsystem und ist glücklich.

Führt man einen unausgewogenen Lebensstil, kann die Gewichtung einer der Grundenergien, auch „Doshas“ genannt, überwiegen und somit die Lebensqualität beeinträchtigen. Es kommt zu ständiger Müdigkeit, innerem Stress und daraufhin oft zu Verdauungsproblemen. Behält man durch eine ausgewogene, an der ayurvedischen Küche gelehnte Ernährung die drei „Doshas“ im Gleichgewicht, lassen sich diese Probleme beseitigen.

Die drei Doshas

  • Vata (= Bewegung)

zugeordnete Körperfunktionen: Nerven- und Bewegungssystem

Eigenschaften: trocken, rau, kalt, klar, leicht, hart, schnell

  • Pitta (= Transformation)

zugeordnete Körperfunktionen: Verdauung, Hormone, Stoffwechsel, Intellekt

Eigenschaften: heiß, flüssig, leicht ölig, sauer, scharf

  • Kapha (= Stabilität)

zugeordnete Körperfunktionen: Immun- und Lymphsystem

Eigenschaften: kalt, feucht, schleimig, ölig, weich, statisch, schwer, süß

Laut der Ayurvedischen Küche soll beispielsweise Ingwer das Vata in uns dämpfen, Senf das Pitta und Trockenfrüchte das Kapha fördern. Seelischen Krankheiten wie Depressionen und Ängsten kann mit Einsatz der richtigen Lebensmittel demnach entgegengewirkt werden. Erkrankungen wie diese sind weit verbreitete Krankheiten, die durch den Stress und die Hektik unseres Berufsalltags entstehen und welche das Vata fördert. Trifft dies auf Sie zu, ist es daher empfehlenswert, das Vata zu reduzieren.

Unter vatareduzierende Lebensmittel fallen vor allem wärmende Gewürze wie Zimt, Kardamom, Nelke, Fenchel, Muskat und Anis, ebenfalls beruhigend wirken Nüsse, Pistazien und Getreide.

Tipps für den ganzen Tag aus der Küche des Ayurveda

1. Frühstück

  • eine Tasse Ingwerwasser am Morgen regt den Stoffwechsel an und reduziert das Vata (1 Scheibe frischen Ingwer mit 1/3 Liter Wasser aufsetzen und 10 Minuten köcheln lassen, evtl. mit Honig süßen)
  • warmer Getreidebrei beruhigt und gibt gleichzeitig Energie für den Tag (1 Tasse feine Hafer-, Dinkel-, Gerste- oder Reisflocken mit 2 Tassen Wasser und einer Prise Salz etwa 5 Minuten köcheln lassen, nach Geschmack süßen, mit Nüssen und Sahne verfeinern)
  • Nicht-Frühstücker trinken heiße Milch mit anregenden Gewürzen wie Ingwer und Kardamom

2. Mittag

  • wenn Salat oder andere Rohkost, dann jetzt: mittags ist die Verdauung am aktivsten
  • zu Fleisch keine Kartoffeln, Getreide (außer Reis) oder Milchprodukte verzehren, laut der Ayurvedischen Küche entstehen dadurch giftige Schlacken

Tipp: eine ruhige, entspannte Atmosphäre wirkt sich positiv auf erhöhtes Vata aus, wohingegen Lärm, Zeitdruck und schnelles Essen dieses in die Höhe treiben

3. Nachmittag

  • Ruhe und Energie gibt ein „Masala Chai“ (Gewürztee) mit Milch und Vollrohrzucker
  • Energiekick: Nuss-Trockenobst-Mischung, auch als „Studentenfutter“ bekannt

4. Abend

  • warmes Essen, beispielsweise eine Gemüsesuppe mit wärmenden Gewürzen abgeschmeckt, bringt Ruhe und hilft dem Körper, sich über Nacht zu erneuern
  • kurz vor dem Schlafengehen tut eine heiße Honigmilch (mit einer Messerspitze Muskat) gut – beruhigt Bauch und Nerven, sorgt für eine erholsame Nacht

Ein Zitat des indischen Gelehrten Caraka lautet: „Nahrung ist der vitale Atem aller Lebewesen. Ausstrahlung, Klarheit, Erfüllung und Kraft hängen alle von ihr ab“.

Deshalb: Viel Spaß beim Ausprobieren und Guten Appetit!

Ihr Interesse ist geweckt? Einige Foren haben sich auf das Thema „Ayurveda“ spezialisiert und bieten viele weitere Informationen und Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten.