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Beinwell wirkt gegen Prellungen und Zerrungen

Nachgewiesene Hilfe bei Sportverletzungen

Der Beinwell hilft bei stumpfen Verletzungen. Beinwellsalbe ist eine wirkungsvolle Alternative zum äußerlich angewandten Diclofenacgel.

Der deutsche Name von Symphytum officinale, der Beinwell, lässt gleich vermuten, für was diese Heilpflanze sinnvoll eingesetzt werden kann. Das Wort „Bein“ (althochdeutsch) kann mit „Knochen aller Art“ und das Wort „well“ (althochdeutsch) mit „zusammenwachsen“ übersetzt werden. Und tatsächlich der Beinwell hat eine spezielle Beziehung zu den Knochen und der Knochenhaut. Schon Hildegard von Bingen setzte den Beinwell erfolgreich zur Heilung von Knochenbrüchen ein. Neueste wissenschaftliche Studien belegen eine gleichwertige Wirksamkeit zum chemischen Schmerzmittel Diclofenac.

Inhaltsstoffe von Symphytum officinale

Der Beinwell enthält Allantoin, Rosmarinsäure, Schleime (Fructosane) und Gerbstoffe. Das Allantoin fördert die Wundheilung und die Rosmarinsäure wirkt entzündungshemmend. In wild wachsendem Beinwell, der auch hier in Deutschland von Mai bis September blüht, kommen Pyrrolizidinalkaloide vor. Diese Alkaloide stehen im Verdacht krebsauslösend und leberschädigend zu sein.

Möchte man Beinwell als Heilpflanze nutzen, so sollte er als Fertigarzneimittel in Form von Salben in der Apotheke erworben werden. Diese Salben (z.B. Kytta Salbe) enthalten verschwindende Menge an Pyrrolizidinalkaloiden. Es ist in den letzten Jahren gelungen, Beinwellsorten zu züchten, die kaum mehr Alkaloide enthalten. Außerdem werden die Pyrrolizidinalkaloide, sofern die Salbe äußerlich auf intakte Haut aufgebracht wird, kaum resorbiert.

Indikationen des Beinwells

Die Kommission E empfiehlt den Beinwell äußerlich bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen. Somit ist der Beinwell ein gutes Phytotherapeutikum bei stumpfen Verletzungen. Er beschleunigt die Heilung und reduziert gleichzeitig Schwellung und Schmerzen. Eine Studie der Uni Köln zeigte eine äquivalente Wirksamkeit von Beinwell mit Diclofenac bei einer Verstauchung des Sprunggelenks. In einer weiteren Studie konnte nachgewiesen werden, dass unter der Behandlung von Beinwell Schmerz und Schwellung des Sprunggelenks deutlich schneller zurückgingen als in der Vergleichsgruppe ohne Behandlung.

Beinwell in der Homöopathie

Beinwell wird in der Phytotherapie lediglich äußerlich eingesetzt. In der Homöopathie ist er ab einer Potenz D4 zur innerlichen Anwendung erlaubt. Er wird in der klinischen Homöopathie zur Beschleunigung der Heilung bei Knochenbrüchen, schlecht heilenden Wunden sowie Arthrosen und Gelenksschmerzen eingesetzt.

Beinwell in Form von Heilpflanzenauflagen (Kataplasmen)

Sehr gut kann der Beinwell auch in Form von Kataplasmen eingesetzt werden. Kataplasmen sind Pasten, welche aus einem Pflanzenpulver hergestellt werden. In der Apotheke gibt es entsprechende Fertigarzneimittel (z.B. Kyttaplasma). Aufgrund der im Beinwell enthaltenen Schleimstoffe können diese Auflagen gut Wärme speichern. Sehr wohltuend sind solche Auflagen bei Muskelverspannungen. In der Ayurveda werden solche Auflagen aus Heilpflanzenpulvern auch gerne benutzt. Sie werden dort als „Lepa“ bezeichnet.

Gegenanzeigen von Beinwell

Aus Sicherheitsgründen sollte der Beinwell nur auf intakter Haut eingesetzt werden. Offene Wunden sind somit kontraindiziert. Weitere Kontraindikationen sind Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder unter 3 Jahren sowie bekannte Allergie gegen Beinwell.