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Der Weg zum Traumberuf – „Journalist“

Die Bezeichnung „Journalist“ ist nicht staatlich geschützt. Trotzdem setzen viele Redaktionen ein Volontariat oder ein journalistisches Studium voraus.

Ist es wirklich möglich, in einem Fernstudium das Handwerkszeug eines Journalisten zu erlernen? Wird ein kompaktes Fernstudium von TV- und Radiosendern oder den Printmedien überhaupt akzeptiert?

Das Medienmagazin des DJV, der „Journalist“, hinterfragte dieses Angebot im Frühjahr 2010. Obwohl der Fernstudiengang durch staatliche Mittel unterstützt wird, kommen auch kritische Stimmen zu Wort. Die befragten Kursteilnehmer lobten zwar die Materialien, bezweifelten jedoch am Ende des Kurses, ob ihr Fernstudienzeugnis nun auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt Anerkennung finden werde.

Die Meinung des Chefredakteurs

Die Befürchtungen scheinen sich in Interviews mit Joachim Dorfs, dem Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, und dem ARD-Sprecher Harald Dietz zu bestätigen. Die Reaktionen der Mediengrößen blieben eher unverbindlich. Man könne über die Berufschancen von Quereinsteigern ohne Volontariat oder entsprechendes journalistisches Studium schlecht eine konkrete Aussage treffen. Bei solchen Zweifeln stellt das Magazin „Journalist“ zurecht die Frage, inwieweit ein „Crashkurs“ zukünftige Reporter und Redakteure wirklich weiterbringt.

In einer Berufsberatung am Hans-Grüninger-Gymnasium, Markgröningen, stellte ein festangestellter Journalist der Ludwigsburger Zeitung fest: „Praxiserfahrung, Arbeitsproben, Interesse an aktuellem Tagesgeschehen, eine breite Allgemeinbildung, aber auch die richtigen Kontakte spielen eine wichtige Rolle, um als Journalist Fuß zu fassen. Was also bietet der Fernstudiengang, um dieser erwünschten Praxiserfahrung gerecht zu werden?

Sicher ist es wichtig vor einem Fernstudium genau abzuwegen, welche beruflichen Qualifikationen und Karrieremöglichkeiten mit dem Fernstudium verbunden sind. Hier ist Eigeninitiative und auch Recherchearbeit gefragt.

Studieninhalte und Auswahl der Studierenden

Die Studienvoraussetzungen sind bewusst offen gehalten und richten sich an alle, die gerne schreiben. Dafür müssen Interessierte, wenn sie sich die 12-monatige Weiterbildung aus eigener Tasche finanzieren möchten, auch rund 1.700 Euro aufbringen. Die Berufschancen nach dem Studium in der Medienbranche würden ebenfalls unzureichend dargestellt. Das Lernziel sei willkürlich festlegbar, da die Berufsbezeichnung ja nicht rechtsgeschützt ist.

Das Resümee des Medienmagazins: Wer wirklich schreiben will, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, sollte sich nicht unbedingt auf ein vielversprechendes Fernstudium verlassen, sondern genau recherchieren, ob man seine Ziele mit dem entsprechendem Studiengang tatsächlich näherrückt oder nicht.

Viele Volontariate und Praktika, wenige Festanstellungen

Bedenken sollte man auch die Tendenz, dass Festeinstellungen in der Medienbranche rar sein können. Im deutschen Rundfunk arbeiten viele Volontäre, Praktikanten oder auch freie Mitarbeiter. Die Chance auf eine Festanstellung ist im Vergleich zur freien Mitarbeit in der Medienbranche wesentlich geringer. Wer sich mit dem Gedanken anfreunden kann, nach dem Volontariat freiberuflich zu arbeiten, für den erschließt sich ein spannender abwechslungsreicher Beruf. Wer sich jedoch im tiefsten Inneren lieber nach einer sicheren Festeinstellung sehnt, der sollte sich über diese Entwicklung in der Medienbranche bewusst sein. Ein Blick auf die Stellenanzeigen im Radioforum www.radioszene.de genügt: „Volontär, Volontär, Praktikant, Volontär, Chefredakteur mit 7 Jahre Erfahrung, Volontär“.