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Dürfen schlanke Menschen fasten?

Typgerecht entschlacken und entgiften. Mit einem modifizierten Ernährungsplan können auch schlanke Menschen ihren Körper entlasten, ohne unnötig an Gewicht zu verlieren.

Fasten setzt neue Energien frei. Das vorrangige Ziel eines Normalgewichtigen sollte sein, durch den freiwilligen Verzicht zu entschlacken und zu entgiften, nicht an Gewicht zu verlieren. Wie ein Auto von Zeit zu Zeit einen Ölwechsel braucht, sollte sich auch der Mensch regelmäßig eine Generalüberholung gönnen, um wieder reibungslos zu funktionieren. Fasten dient der Regeneration des Körpers sowie der Prävention chronischer Leiden. Schon F.X. Mayr, ein Pionier der Darmentschlackung und -entgiftung, stellte fest: „Es gibt kaum einen Menschen, der so gesund ist, dass er nicht durch zeitweises Einschränken oder Ausschalten seiner üblichen Ernährungsweise noch gesünder, leistungsfähiger, arbeits- und lebensfroher werden könnte.“

Angesammelte Umweltgifte und Stoffwechselschlacken machen krank und lassen den Körper schneller altern. Als „Schlacken“ werden überschüssige Säuren oder Salze bezeichnet, wie zum Beispiel die Harnsäure in der Haut, im Bindegewebe und in den Gelenken. „Aber auch Konservierungs-, Farb-, Aromastoffe, Pestizide und Schwermetalle werden als Schlackenstoffe bezeichnet“, erklärt Diplomökotrophologe Ralf Moll.

Zu viel Säuren können zu Gelenkentzündungen und Knorpelabbau und letztlich zu Rheuma führen. Gönnen Sie Ihrem Körper deshalb eine Säure-Pause! Schleichen Sie Ihren Kaffeekonsum langsam aus und ersetzen Sie ihn durch grünen Tee. Verzichten Sie während des Fastens auf Alkohol, Zucker, Fleisch und Kaffee. Günstig sind Kartoffeln und Gemüse, denn sie wirken im Körper basisch und neutralisieren die Säuren. Stilles Wasser bindet die Giftstoffe am besten und leitet sie aus.

Lieber Suppen statt Salate

Häufig sind sehr schlanke Menschen schlechte Futterverwerter und frieren schnell. In diesen Fällen sollte Rohkost zwar kontinuierlich, aber sparsam zum Einsatz kommen. Denn Rohkost fordert vom Körper eine hohe Wärmeleistung, die ihm dann an anderer Stelle fehlt. Salate, rohe Tomaten und Gurken kühlen den Körper zusätzlich aus. Statt sich also durch volle Salatteller zu quälen, sollten Verfrorene am besten ein Suppenfasten durchführen.

Achten Sie dabei darauf, genügend Omega-3-Fette zu sich zu nehmen, denn diese kann der Körper nicht selbst herstellen. Praktisch heißt das, Gemüsesuppen mit Lein-, Walnuss- oder Rapsöl aufzuwerten. Damit sie nicht an Qualität einbüßen, werden sie nicht miterhitzt, sondern erst zum Schluss beifügt. Übrigens: Fett sättigt schneller als Kohlenhydrate oder Eiweiß.

Nehmen Sie morgens Ihre Hauptmahlzeit zu sich und nach 19 Uhr nichts mehr, denn der Magen ist morgens am leistungsfähigsten. Wer spätabends isst, kann davon ausgehen, dass der Speisebrei bis zum nächsten Morgen im Magen liegen bleibt. Das belastet die Verdauungsorgane unnötig. Zwischen 17 und 19 Uhr ist übrigens die Hauptleistungszeit der Nieren. Jetzt ist die beste Zeit, um mit blutreinigenden Teemischungen sowie stillem Wasser Ihre Entgiftungsarbeit zu unterstützen.

Entlasten statt hungern

Morgens: Heißes Ingwerwasser wärmt. Essen Sie gekochten Getreidebrei, der gibt Kraft für den Tag. Geben Sie gerne auch etwas Honig und Nüsse hinzu. Jetzt ist die beste Zeit für frisches Obst oder frisch gepresste Säfte.

Mittags: Mungdalsuppe, Lassi, ein wenig Salat oder frische Sprossen

Abends: Keine Rohkost! Auch kein Obst oder Saft. Die Verdauung ist um diese Uhrzeit schon zu schwach, die Folge wären unangenehme Blähungen.

Besser: Gemüse- oder Kräutersuppen, hefefreie Brote mit Aufstrichen, Getreidebrei

Denken Sie daran: Es geht darum, die Verdauungsorgane zu entlasten, ohne unnötig Gewicht oder Nährstoffe einzubüßen. Wenn Sie unter Kältegefühlen leiden, trinken Sie bis zu drei Tassen Ingwertee am Tag. Durch moderate Bewegung wie Wandern, Radfahren oder Schwimmen verhindern Sie, dass Muskeleiweiß abgebaut wird.

Achtung, bei Untergewicht oder Schilddrüsenüberfunktion konsultieren Sie vorher Ihren Arzt und führen Sie diese Methode – wenn überhaupt – nur unter therapeutischer Aufsicht durch.