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Gesunde Ernährung für Familien mit Kindern

Gesunde Ernährung für Familien mit Kindern

Für wenig Geld preiswert, gesund und lecker kochen, essen, trinken. Wissen ist Macht – das gilt auch im Umgang mit Essen und Trinken. Man spart Geld und gewinnt an Wohlbefinden und Genuss.

Neben Gas, Strom und Sprit werden auch Lebensmittel ständig teurer. Solche Ausgaben reißen große Löcher ins Portemonnaie. Besonders Familien mit Kindern leiden darunter, wenn die Eltern nicht gerade Großverdiener sind. Mit ein wenig Nachdenklichkeit, guter Planung und Fantasie kann man sich jedoch auch mit wenig Geld gut ernähren.

„Wann essen Sie was?“

Stellen Sie sich vor, jemand würde Ihnen diese Frage stellen und Sie sollten etwas erwidern, ohne lange nachzudenken. Ein paar mögliche Antworten:

  • Wenn ich Hunger habe. (Oder sogar Heißhunger?)
  • Wenn ich was Leckeres sehe (oder rieche).
  • Wenn Essenszeit ist.
  • Wenn was da ist.

Dass was da ist, ist längst nicht in allen Ländern selbstverständlich. Auch nicht in allen Familien, nicht einmal in Deutschland.

Ein paar Fakten

300 Millionen Inder nehmen inzwischen eine zweite(!) tägliche Mahlzeit zu sich. Das gilt übrigens als eine der Ursachen für eine Verknappung der Nahrungsmittelreserven. Wie oft am Tag essen Sie? Wie oft naschen Ihre Kinder?

Jeder zweite deutsche Mann und jede dritte deutsche Frau ist übergewichtig. Dabei ist der Anteil der weniger gebildeten Menschen relativ hoch. Um sich gesund ernähren zu können, muss man wissen, wie’s geht und warum es wichtig ist.

Warum essen wir mehr als nötig?

Das Heilfasten ist eine umstrittene Methode zur Gewichtsabnahme, Entgiftung und gesundheitlichen Vorsorge. Es gibt ebenso begeisterte Anhänger wie auch Kritiker, die mit erhobenem Zeigefinger vor möglichen Gefahren warnen. Wer aber einmal für eine Weile gefastet hat, wird danach zweierlei bemerken:

  1. Jeder Bissen schmeckt nach dem Fastenbrechen unerhört köstlich.
  2. Man wird erstaunlich schnell satt und stellt fest, dass man bisher viel zu viel gegessen hat.

Leider halten solche Erkenntnisse oft nicht lange vor und man rutscht zurück in die alten Muster. Dabei lohnt es sich, mal etwas genauer nach zu fühlen, warum Appetit und Hunger sich oft schon kurz nach der letzten (Zwischen-)Mahlzeit wieder melden. Es gibt körperliche und seelische Ursachen. Zu den wichtigsten gehören Stress (samt Frustessen) und ein niedriger Blutzuckerspiegel (durch falsche Ernährung). Vor allem Weißmehlprodukte und Süßigkeiten treiben den Blutzuckerspiegel wie auf einer Achterbahn rauf und runter.

Preiswert und lecker – wie soll das gehen?

Auch wenn man nicht gerade Hartz IV Empfänger ist, erscheint die Behauptung, mit wenig Geld auf Dauer gut essen zu können, verwegen. Mit der Überlegung, dass sehr viele so genannte Lebensmittel mangels Vitalstoffen eigentlich nur tote Nahrungsmittel sind, kommt man der Sache schon näher. Fast Food, zu viel Alkohol, Süßigkeiten, Gebäck, Konserven – all das sorgt weder für Gesundheit noch für anhaltende Sättigung. Gerade Kinder brauchen unbedingt gesunde Nahrung, um sich gut entwickeln und damit in der Gesellschaft bestehen zu können. Wer nur irgendwas isst, der gibt seinem Körper nicht die Stoffe, die er nun einmal braucht, um anständig zu funktionieren. Also ruft er lautstark nach Nachschub. Ein Teufelskreis beginnt.

Gegenprobe: Essen Sie eine Woche lang möglichst viele vollwertige, also frische und möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel. Genießen Sie in aller Ruhe, kauen Sie gründlich, hören Sie auf, wenn Sie satt sind. Dabei ist es von Vorteil, bei Tisch keine heißen Diskussionen zu führen, sonst wird das mit der so wichtigen Konzentration auf das „Erlebnis Essen“ nichts. Essen Sie direkt nach dem Mittagessen ein gesundes Dessert, damit der Appetit auf Süßes gedeckt wird. Das kann ein Naturjoghurt mit Leinsamen, Rosinen und einer klein geschnittenen Banane sein. (Vollreife Bananen gibt es oft im Sonderangebot.) Oder eine kleine Portion Obstsalat, ein Stückchen Vollkornkuchen oder eine Handvoll selbst gemischtes Studentenfutter. Im Herbst lohnt es sich, auf Streuobstwiesen nach frischem Fallobst zu sehen und leckere Sachen daraus zu machen.

Um Geld einzusparen, sollten Sie auf große Fleisch- und Fischportionen verzichten. Es genügt, wenig davon zu essen. Sie bekommen dennoch genügend Proteine. Essen Sie dafür reichlich Kartoffeln (möglichst als Pellkartoffeln), Vollkornreis (den gibt es inzwischen im Kochbeutel), Gemüse und Salat.

Gemüse und Salat sind aber teurer als Konserven, sagen Sie? Mag sein, sie halten aber auch länger vor, so dass Sie insgesamt seltener essen. Ergänzen Sie Ihren Salat mit Wildkräutern, die gibt es kostenlos: Gänseblümchen im Salat, gehackte junge Brennnesseln im Dressing, Petersilie, Schnittlauch, Zitronenkraut. Köstlich! Kräuter lassen sich auch in Töpfen auf dem Balkon oder im Hinterhof ziehen.

Auch kleine Fleisch- und Gemüsereste lassen sich weiter verwerten. Werfen Sie nichts einfach fort. Kochen Sie ein paar frische Kartoffeln und Möhren dazu – beide in Scheiben geschnitten und mit wenig Wasser und unter geschlossenem Topfdeckel gedünstet – dann geht es schnell. Kochen Sie mit Vollkornmehl, Milch und ein wenig Butter eine holländische Soße. Geben Sie das Ganze mit den Resten in eine Auflaufform und raspeln Sie eine Schicht Käse darüber. Aufläufe jeder Art sind eine wunderbare Form der Resteverwertung. Würzen Sie mit Fantasie, dann schmeckt es immer wieder anders.

Als Getränke eignen sich Trinkwasser, Mineralwasser, Kräutertees und Fruchtschorlen besonders gut. Fruchtsaft mit Mineralwasser im Verhältnis 1:5 gemischt ist erfrischend und ausreichend süß – wenn man sich erst einmal umgestellt hat. Haben Sie schon einmal versucht, Kräutertee mit frischen Kräutern aus dem Garten selbst zu machen? Einfach ein paar zerkleinerte Pfefferminzblätter, Himbeerblätter oder Zitronenmelisse in einen Aufgussbeutel geben, kochendes Wasser drauf, ziehen lassen – fertig. Schmeckt auch kalt gut.

Auf alles verzichten? Das macht doch keinen Spaß!

Wenn Sie über eine Umstellung Ihres Speisezettels nachdenken, weckt das möglicherweise zunächst heftige Unlustgefühle. Soll ich etwa auf alles verzichten? Das machen die Kinder doch nie mit. Ein Versuch kostet nichts, oder? Probieren Sie es aus. Inszenieren Sie für Ihre Kinder Essen als Abenteuer. Beobachten Sie, ob Sie sich insgesamt wohler und leistungsfähiger fühlen. Ein Gang auf die Waage wird zeigen, ob nach einer Woche vielleicht als netter Zusatzeffekt schon ein Kilo weniger zu beklagen ist. Dann passen irgendwann auch die alten Klamotten wieder, die doch viel zu schade sind, um weggeworfen zu werden.

Wer gesund und mit Genuss isst und trinkt, verzichtet nicht. Er gewinnt. An Einsicht, Zufriedenheit, Wohlbefinden. Das gute Gefühl, den steigenden Kosten ein Schnippchen geschlagen zu haben, kommt noch dazu.