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Malaria – Wechselfieber: Symptome, Übertragung, Prophylaxe

Malaria gehört zu den gefährlichsten Tropenkrankheiten, doch mit wenig Aufwand können Sie sich effektiv schützen.

Die Deutschen sind ein reiselustiges Volk. Seit Urlaubsreisen selbst in ferne und exotische Länder wie Thailand für fast jeden erschwinglich geworden sind, stellen sich jedoch immer mehr Reisende die Frage: Wie kann ich mich im Ausland vor gefährlichen Erkrankungen schützen? Besonders gefürchtet bei Afrika- und Asienreisenden: Malaria.

Was ist Malaria?

Malaria (vom italienischen mal aria = schlechte Luft), auch als Sumpf- oder Wechselfieber bekannt, ist eine schwere Erkrankung, die unter Umständen tödlich verlaufen kann. Hervorgerufen wird die Krankheit von parasitären Einzellern, den Plasmodien. Malaria ist eine der am stärksten verbreiteten Infektionskrankheiten der Welt. Schätzungsweise 300 Millionen Menschen erkranken jährlich an einer der drei Formen der Malaria. In etwa 1,5 – 3 Millionen der Fälle endet die Malaria tödlich. Dabei sind vor allem afrikanische Kinder im Alter unter fünf Jahren betroffen.

In welchen Ländern tritt Malaria auf?

In Lateinamerika und den Ländern Südostasiens tritt die Krankheit vor allem in ländlichen Gebieten auf. Im subsaharischen Afrika und in Indien kommt Malaria auch in Großstädten vor.

Welche Malaria-Arten gibt es?

Man unterscheidet drei Formen von Malaria: Die Malaria tropica, die Malaria teritana und die Malaria quartana. Als mildeste Form gilt die Malaria quartana. Die Malaria tertiana verläuft nur selten tödlich, führt aber zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Die gefährlichste Form ist die Malaria tropica. Etwa 30 % der an ihr Erkrankten sterben, weil sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Diese Malaria-Art überwiegt in Afrika.

Wie wird Malaria übertragen?

Die Krankheitserreger werden durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Dabei wandern die im Speichel der Mücke enthaltenen Keime durch die Blutbahnen in die Leber. Dort vermehren sie sich, bis die Krankheit nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von 12 Tagen ausbricht. Bei der Malaria quartana kann sich die Inkubationszeit auf drei bis sieben Wochen verlängern. Es gibt Fälle von Ansteckungen per Bluttransfusion oder durch Injektionsnadeln, diese sind jedoch selten.

Welche Symptome treten auf?

Im Frühstadium ähneln Malaria-Symptome denen einer starken Grippe: Die Patienten leiden abwechselnd unter hohem Fieber und Schüttelfrost. Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. Auch Magen-Darm-Beschwerden und Krämpfe treten häufig auf. Typisch für Wechselfieber ist ein Rhythmus von zwei Tagen Fieber und anschließend einem fieberfreien Tag. Bei der gefährlichen Malaria tropica jedoch kommt es nur selten zu regelmäßigen Fieberschüben. In einigen Fällen tritt gar kein Fieber auf. Bei plötzlichem Unwohlsein ohne erkennbare Ursache sollten Sie in malariagefährdeten Gebieten daher schnellstmöglich ein Krankenhaus aufsuchen. Nur eine Blutuntersuchung kann Sicherheit verschaffen.

Wie kann ich mich schützen?

Eine effektive Malaria-Prävention besteht zu allererst aus einem möglichst lückenlosen Mückenschutz. Anophelesmücken stechen in der Dämmerung und nachts. Helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, Socken und ein konsequent angewendetes Anti-Mückenspray (zum Beispiel Autan) verhindern über 95 Prozent der Stiche. Unentbehrlich ist in gefährdeten Ländern ein Moskitonetz über dem Bett oder an den Fenstern. Kleidung und Moskitonetze können außerdem mit einem Insektenabwehrmittel imprägniert werden. In vielen Reiseländern werden darüber hinaus Räucherspiralen und Insektensprays verwendet, die Mücken vertreiben.

Welche Medikamente gibt es?

Sollten Sie in ein besonders gefährdetes Gebiet reisen, wird ihr Arzt eine Chemoprophylaxe oder das Mitführen von Medikamenten zur Selbstbehandlung (Stand-by-Therapie) empfehlen. Obwohl die Stand-by-Therapie gerade bei kurzen Urlaubsaufenthalten ausreichend wäre, wird in Europa zur Sicherheit oft eine Chemoprophylaxe empfohlen. Durch die häufige Verschreibung von Malaria-Medikamenten zur Vorbeugung treten jedoch zunehmend Resistenzen in den Reiseländern auf. Zur Prophylaxe und Selbsttherapie im Notfall werden zurzeit Chloroquin, Atovaquon-Proguanil, das Breitbandantibiotikum Doxycyclin oder das – weniger gut verträgliche – Mefloquin verwendet. Das richtige Medikament muss von einem Arzt verschrieben werden, da die Mittel oft starke Nebenwirkungen haben. Trotz Prophylaxe kann es unter Umständen zu einer Malaria-Infektion kommen. Diese verläuft aber deutlich harmloser.

Wo gibt es weitere Informationen?

Aktuelle Informationen über Malariarisikogebiete und empfohlene Medikamente gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. V.

In jedem Fall muss bei Auftreten von Fieber während oder bis zu zwei Monate nach einem Tropenaufenthalt schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann per Bluttest den Malaria-Verdacht bestätigen oder ausräumen. Malariaerkrankungen unterliegen in Deutschland dem Infektionsschutzgesetz und müssen umgehend gemeldet werden.