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Umstieg auf Elektroroller

Elektromobilität fängt mit zwei Rädern an. Viele Menschen wollen etwas für die Umwelt tun und warten auf praxistaugliche Elektroautos. Das wird noch dauern. Für die Stadt gibt es Elektroroller als Alternative.

Elektroautos, wie sie zur Zeit, wenn überhaupt, erhältlich sind, haben für die Nutzer einige Nachteile. Diese liegen vor allem in der geringen Reichweite, bis die Batterien im Auto wieder nachgeladen werden müssen. Es gibt zwar auch hochwertige Akkumulatoren, mit denen sich auch jetzt schon größere Reichweiten erzielen lassen, aber diese sind so teuer, dass sie für die normalen Autokäufer unerschwinglich sind.

Meistens nur kurze Strecken

Untersuchungen zeigen, dass der größte Teil der Fahrwege, die mit einem Auto zurückgelegt werden im Bereich bis 20 km liegen. Am umweltfreundlichsten wäre es natürlich, diese Strecken auf dem Fahrrad zurückzulegen. Die wenigsten sind aber so trainiert, dass sie dieses Strecken ohne weiteres bewältigen können, ohne dann am Zielort vollkommen verschwitzt anzukommen.

Motorroller – das ideale Stadtfahrzeug

Das ist vielleicht einer der Gründe, warum in den letzten Jahren immer mehr Motorroller auf den Straßen der Städte zu sehen sind. Meisten handelt es sich um Roller mit 49 ccm, die noch mit einem normalen Autoführerschein gefahren werden können. An der Ampel kann man damit gut zwischen den Autos durchfahren, ist kaum langsamer als die Autos und Parkprobleme gibt es auch keine. Die meisten der Motorroller dürften immer noch mit Zweitaktmotoren fahren, die einen horrenden Schadstoffausstoß haben.

Umstieg auf Strom

Für die kurzen Strecken ist der Umstieg auf einen mit einem Elektromotor angetriebenen Elektroroller möglich, denn die kurze Reichweite spielt bei diesenStadtfahrzeugen kaum eine Rolle. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Roller auch nur dann umweltfreundlich sind, wenn sie nicht Ökostrom, also Strom aus erneuerbaren CO2 freien Energiequellen, geladen werden. Bei Ladung mit Kohlestrom, verlagert sich der Schornstein mit den Schadstoffen nur vom Fahrzeug weg zum Kraftwerk.

Auf die Akkumulatoren kommt es an

Auch wenn die Reichweite bei Motorrollern im Stadtbereich nicht so groß sein muss, sind doch die Akkumulatoren meistens der entscheidende Schwachpunkt. Die Herstellerangaben liegen dabei meistens so zwischen 50 und 70 km. Die tatsächlich erzielten Reichweiten sind meist deutlich geringer als von den Herstellern angegeben. Viele gehen davon aus, dass die Hälfte der angegebenen Reichweite eine realistische Angabe ist. Das reicht aber für die meisten Erledigungen in der Stadt immer noch aus. Daneben altern die Akkumulatoren. Deshalb ist auf die angegebenen Ladezyklen zu achten. Hier trennen sich dann die billigen von den teureren Akkus. Während die hochpreisigen Lithium-Ionen-Akkus (wie man sie aus Laptops und Handys kennt) vielleicht tausend Ladezyklen durchlaufen können, sind es bei Blei-Vlies oder Blei-Gel Akkus oft nur 250-350 Ladezyklen.

Kosten realistisch betrachten

Häufig wird damit geworben, dass die Kosten dann – ausgehend von dem reinen Stromverbrauch der Roller – nur bei 50 oder 90 Cent je 100 km liegen. Man muss dabei aber auch einrechnen, dass eben nach einer bestimmten Anzahl von Ladezyklen. Man müsste dann also den Kauf eines neuen Akkupacks nach Ablauf der Lebensdauer mit bei den Kosten einrechnen. Andererseits entfallen aber auch viele Kosten, die bei Motorrollern mit Verbrennungsmotoren anfallen, zum Beispiel, Zweitaktöl und die Wartung. Die Elektroroller haben nämlich meistens einen in das Hinterrad integrierten Motor, der wartungsfrei arbeitet (Testbericht über eine solchen Roller der Marke Scootix).

Bremsenergie zurückspeisen

Bei einigen Elektrorollermodellen wird eine sogenannte „Rekuperation“ angeboten, die beim Bremsen oder Bergabfahren den Motor als Generator verwendet und den Akku wieder auflädt. Die dadurch erzielte größere Reichweite ist aber wohl nur gering – es wird teilweise von 2-5 % gesprochen. Diese Recuperation sollte also kein Argument für oder gegen einen bestimmten Roller sein.