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Wechseljahre: Alternativen zur Hormontherapie

Phytohormone erleichtern das Klimakterium. Die Einnahme von synthetischen Hormonen in den Wechseljahren hat Risiken. Es gibt jedoch wirksame Alternativen zur Hormontherapie.

Die Wechseljahre sind ein wichtiger Einschnitt im Leben jeder Frau. Es gibt wohl keine, die dieser Zeit freudig entgegen sieht. Zu sehr wird nun doch bewusst, dass man jetzt tatsächlich älter geworden ist. Doch es gibt keinen Grund in und auch nach der Menopause nicht noch attraktiv und in jeder Hinsicht auch aktiv zu sein.

Durchschnittlich beginnen und enden die Wechseljahre zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr. Gerade die ersten Jahre dieser Zeitspanne sind gekennzeichnet durch eine hormonelle Umstellung. Es werden kontinuierlich immer weniger Östrogene gebildet und infolge des zunehmenden Mangels kann es zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schwindel, Schlafstörungen, trockener Haut und Schleimhäute, insbesondere im Intimbereich, sowie Verstimmungszuständen bis hin zu Depressionen kommen. Etwa ein Drittel aller Frauen hat so gut wie gar keine Beschwerden in den Wechseljahren, bei einem weiteren Drittel der meist über fünfzigjährigen treten leichte Symptomatiken auf und das letzte Drittel hat allerdings so starke Beschwerden, dass eine Therapie notwendig ist.

Hormontherapie erhöht das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall

Viele Jahre war die Hormonersatztherapie bei Wechseljahrsbeschwerden das Mittel der Wahl, um die durch den Mangel an Hormonen hervorgerufenen Symptome zu bekämpfen. Eine Hormonersatztherapie verfolgt nicht das Ziel, die bisherige Hormonkonzentration im Körper wieder herzustellen, sondern will lediglich gezielt die durch den Östrogenmangel bedingten Beschwerden des Klimakteriums beseitigen.Trotzdem ist diese Behandlung in den letzten Jahren eher in Verruf geraten, seitdem Studien beweisen, dass das Brust- und Eierstockkrebsrisiko und auch Herzinfakte und Schlaganfälle unter dieser Therapie erheblich zunehmen.

Alternativen zur Hormonersatztherapie – Phytohormone

Eine wirksame, nahezu risikofreie Alternative bei Wechseljahrsbeschwerden sind pflanzliche Hormone. Viele von ihnen sind in der Lage, an den Hormonrezeptoren anzudocken und dort eine Wirkung zu erzielen, die der von menschlichen Hormonen ähnelt. Da sie jedoch keine „echten“ Hormone sind, kommt es nicht zu den Risiken wie bei der konventionellen Therapie.

  • Mönchspfeffer (Keuschlamm, Vitex agnus castus)

Agnus castus ist derzeit das in der gynäkologischen Praxis am häufigsten verordnete pflanzliche Heilmittel. Es hat eine gelbkörperhormonähnliche Wirkung und wird auch gerne beim prämenstruellen Syndrom eingesetzt.. Die Inhaltsstoff der Samen, wie Aucubin, Agnusid, Casticin, ätherische Öle und spezielle Fettsäuren regen die körpereigene Progesteronbildung an. Agnus castus ist einer der wichtigsten Heilpflanzen für die weibliche Hormonregulierung.

  • Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Der Wurzelstock der Traubensilberkerze wirkt östrogenartig und lindert neurovegetative Beschwerden der Wechseljahre. Phytoöstrogene hemmen das luteinisierendem Hormons (LH) und können so kausal in zentralnervöse, endokrine Regelkreisläufe eingreifen. Eine Studie mit standartisiertem Traubensilberkerzenextrakt wies nach, dass zahlreiche Wechseljahrssymptome nach sechs bis achtwöchiger Therapie bei den meisten Frauen volllständig verschwunden war.

  • Soja

Sojabohnenekeime enthalten Substanzen, die zellschützende Eigenschaften haben. Insbesondere das Isoflavon Genistein beeinflusst die Östrogenrezeptor in dem Sinne, dass das Wachstum von Brustkrebszellen gehemmt wird. Wissenschaftler sind der Meinung, dass die geringe Brustkrebshäufigkeit asiatischer Frauen auf den hohen Sojaverzehr zurückzuführen ist.

  • Rotklee

Rotklee ist reich an Isoflavonen und ist dem weiblichen Östrogen sehr ähnlich. Außer der ausgeprägten östrogenen Wirkung hat er weiterhin antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen und soll auch einen positiven und protektiven Einfluss auf die Knochenstruktur und das Herz-Kreislaufsystem haben.

  • Yams-Wurzel (Dioscorea villosa)

Die Yams-Wurzel gilt in vielen südlichen Ländern als Grundnahrungsmittel. Sie spielt dort oft sogar noch eine wichtigere Rolle als bei uns die Kartoffel. Es gibt viele verschiedene Yams-Arten. Die meisten enthalten das Phytoprogesteron Diosgenin in mehr oder weniger starker Konzentration. Diosgenin ist dem Progesteron sehr ähnlich. Dies machte sich der Entwickler der Anti-Baby-Pille zu Nutze und synthetisierte im Labor das Progesteron aus der Wurzel, welches anschließend in der Pille verarbeitet wurde. Im menschlichen Körper wird Diosgenin nicht zu Progesteron umgebaut. Es kann aber an den entsprechenden Rezeptoren andocken und eine ähnliche Wirkung entfalten.

Die richtige Pflanze zur richtigen Zeit bietet gute Hilfe bei Wechseljahrsbeschwerden

Es ist wichtig zu wissen, dass das Klimakterium oft mit Symptomen einer Gestagenschwäche beginnt. Erst später treten mit dem Östrogenrückgang die typischen Hitzewallungen auf. Für den Frauenarzt heißt es also: „Erst gestagenisieren, dann östrogenisieren“. Auf den Einsatz der Phytohormone bezogen bedeutet dies, dass am Anfang der Wechseljahre der Mönchspfeffer sehr gut wirkt, da er die gestagenähnlichste Heilpflanze überhaupt ist. Erst später kommen dann klinisch östrogenähnlich wirkende Pflanzen hinzu wie die Traubensilberkerze, beziehungsweise Soja oder Rotklee. Da es schwierig sein kann, sich selber richtig einzuordnen, sollte eine Beratung beim Gynäkologen oder einem themenkundigen Heilpraktiker stattfinden, um das richtige Präparat herauszufinden. Ein zeitlich unpassendes Phytohormon kann ansonsten zu der Aussage führen: „Ich hab pflanzliche Präparate eingenommen, aber es hat nichts geholfen“.

Gut durch die Wechseljahre – es kommt auch auf die innere Einstellung an

Zeiten der Veränderung, dazu gehören auch die Wechseljahre, bieten auch viele positive Seiten. So ist es nach endgültigem Ausbleiben der Monatsblutung nicht mehr nötig zu verhüten. Östrogenabhängige Erkrankungen wie Myome, zyklusabhängige Beschwerden wie das Prämenstruelle Syndrom, eine zu starke, häufige, schmerzhafte Menstruation – gehören nun der Vergangenheit an, beziehungsweise die Gefahr, das ein Myom weiter wächst ist, nur noch in geringem Maße vorhanden. Wer sich dem neuen Lebensabschnitt positiv öffnet, bekommt oft ein ganz anderes Selbstbild und sieht einen neuen Weg mit vielen Möglichkeiten, der auch der Selbstverwirklichung dienen kann, einer Möglichkeit, die in den Jahren der Kindererziehung und des Aufbaus der sozialen und finanziellen Struktur der Familie nicht gegeben war.