Akkus für die Video-Kamera

Für den Alltagsbetrieb einer Video-Kamera eignen sich wiederaufladbare Batterien (Akkus). Doch alle Akkutypen haben ihre Vor- und Nachteile. Welche Energiespender ist der richtige? Exakte Angaben über den Stromverbrauch eines Camcorders sind in den Datenblättern oder den Angaben der Hersteller nur selten zu finden. Denn zu stark spielen die Einsatzumstände eine Rolle. Normale, nicht aufladbare Batterien (Alkali Primärzellen) sind für die Verwendung in Digital-Kameras allenfalls eine Notlösung. Ihr Einsatz ist außerdem nicht wirtschaftlich, denn diese Batterien entladen sich sehr schnell.

Kleine Akkukunde

Akkus gehören in den meisten Fällen zum Lieferumfang einer Video-Kamera. Für den stationären Betrieb sollte ein externes Netzteil verwendet werden, das gleichzeitig auch Ladegerät ist. Ein Akku ist jedoch immer nur so gut wie das Ladegerät. Aus diesem Grund sollte man darauf achten, dass das Ladegerät genau auf den verwendeten Akku-Typ abgestimmt ist. Wichtig wäre ein Ladegerät mit einer Ladekontroll-Funktion, die den Ladevorgang automatisch unterbricht, wenn der Akku voll ist. Verwendet man einen Camcorder mit Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd), sollte das Ladegerät eine Entladefunktion zur Vorbeugung gegen den Memory-Effekt besitzen.

Die ersten Hochleistungs-Akkus waren die NiCd-Akkus, die von den Metallhydrid-Akkus (NiMH) abgelöst wurden. Eine optimale Stromversorgung von Digital-Kameras erreicht man mit der neuesten Akku-Technologie, den Lithium-Ionen Akkus (Li-Ion). Welche Akkutypen es für eine Video-Kamera gibt und welche Vor- und Nachteile diese haben, zeigt die folgende Übersicht.

  • Typ :Nickel-Cadmium (NiCd)

Vorteile :Schnelle Ladung, preiswert, recycling-fähig

Nachteile :Memory-Effekt

  • Typ:Nickel-Metall-Hydrid (NiMH)

Vorteile:Lange Lebensdauer, hohe Leistung, umweltfreundlich, kaum Memory-Effekt.

Nachteile:Hoher Preis, selbst entladend, temperaturempfindlich

  • Typ: Lithium-Ionen (Li-Ion)

Vorteile:Hohe Leistung, geringe Selbstentladung, umweltfreundlich, Temperatur unempfindlich, kein Memory-Effekt, geringes Gewicht.

Nachteile:Hoher Preis

Der Memory-Effekt

Ein physikalischer Effekt, der besonders bei Akkus auf Nickel-Cadmium Basis zu beobachten ist. Dabei wird die verfügbare Energie immer mehr verringert bis der Akku nur noch für wenige Minuten die nötige Spannung liefert. Der Memory-Effekt tritt hauptsächlich durch falschen Umgang mit dem Akku während des Lade- und/oder Entladevorgangs auf, wenn zum Beispiel vor Erreichen der vollständigen Entladung wieder aufgeladen (Teilentladung) oder mit zu niedrigen Strömen geladen wird (falsches Ladegerät). Der Memory-Effekt kann den Akku komplett lahm legen. Sollte ein NiCd-Akku einmal vom Memory-Effekt betroffen sein, so kann er durch Tiefentladung mit einem speziellen so genannten Refreshing-Gerät wieder reaktiviert werden. Der Memory-Effekt ist also reversibel. Nickel-Cadmium-Akkus möglichst immer voll entladen und nur für diese Akkus vorgesehene Ladegeräte verwendet werden.

Kleiner Tipp : Wird eine Video-Kamera ausschließlich stationär verwendet, also aus der Steckdose gefilmt, sollten die Akkus ausgebaut und separat gelagert werden.

So halten die Akkus länger

Beim Filmen mit einer Video-Kamera fordern der LCD-Monitor, der Zoom-Motor und die Beleuchtung ständig Energie. Den Leistungsverbrauch einer digitalen Kamera sollte man also nicht unterschätzen. Sonst kann es zu unangenehmen Überraschungen kommen, wenn die Ladungsanzeige plötzlich eine schwache Batterie signalisiert.

Im Urlaub kommt es oft darauf an, dass der Akku lange durchhält. Ideal wäre es natürlich, wenn man einen Hochleistungsakku oder einen Zweitakku zur Verfügung hätte. Doch das scheitert oft an den hohen Kosten oder es lohnt sich nicht, weil diese nur selten gebraucht werden. Ein moderner Akku macht heutzutage 500 bis 1000 Ladezyklen mit, dann ist Schluss. Die Akkus halten entscheidend länger, wenn man die folgenden Ratschläge beachtet.

  • Den Sucher nutzen

Benutzt man den Sucher statt des LCD-Monitors, spart man sehr viel Energie, denn LCDs sind die Komponenten, die in einer Video-Kamera am meisten Strom verbrauchen. Die Aufzeichnungen sollten so wenig wie möglich über den LCD-Bildschirm abgespielt werden.

  • Nicht häufig an- und ausschalten

Die Video-Kamera sollte nicht so oft an- und ausgeschaltet werden. Zwar verbraucht das ausgeschaltete Gerät keinerlei Strom, jedoch wird dieser Faktor durch den hohen Stromverbrauch beim Anschalten mehr als negiert. Ausschalten lohnt sich nur, wenn man weiß, dass man das Gerät 30 Minuten nicht mehr benutzt.

  • Nicht alles aufnehmen

Wartet man auf bestimmte Ereignisse, betreibt man die Kamera im Standby-Modus, der weniger Strom verbraucht. Tritt das Ereignis oder etwas Unvorhergesehenes, Filmenswertes ein, kann die Kamera aus dem Standby schnell aktivieren.

  • Manuelle Einstellungen verwenden

Die intelligente Steuerung des Camcorders, von den Spezialeffekten bis zum Autofokus, verbraucht Strom, denn sie verwendet elektronische Chips und elektrische Motoren. Je mehr automatische Funktionen benutzt werden, desto schneller wird der Akku leer. Einfaches manuelles Scharfstellen spart bereits Strom.

  • Auf die Temperatur achten

Akkus mögen am liebsten Temperaturen um die 15 Grad Celsius. Bei extremer Hitze oder Kälte entlädt sich der Akku deutlich schneller als sonst. Bei kalter Witterung sollte der Akku warm, bei Hitze kühl gehalten werden, bis die Aufnahmen beginnen. Besonders für Lithium-Ionen-Akkus ist Hitze Gift. Denn je höher die Temperatur ist, desto mehr Lithium-Ionen oxidieren und verlieren so irreversibel ihre Leitfähigkeit. Zudem steigt mit der Umgebungstemperatur auch die Selbstentladung.

Im Sommer sind die Akkus deshalb am besten in besonders kühlen Räumen wie dem Keller aufgehoben. Allerdings: Auch einer zu hohen Luftfeuchtigkeit sollten die Akkus nicht ausgesetzt werden. Bei unzureichend isolierten Modellen droht im schlimmsten Fall der vorzeitige Akkutod durch Kurzschluss.

  • Externe Leuchte verwenden

Die eingebaute Leuchte so wenig wie möglich benutzen. Wird eine externe Spezial-Leuchte eingesetzt, sollte diese eine eigene Stromversorgung haben und nicht den Akku der Video-Kamera strapazieren.

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