Aktiv gegen Brustkrebs

Wie vermeide ich, an Brustkrebs zu erkranken? Hilfsmittel, die Sie im Kampf gegen den Tumor kennen sollten. In Deutschland erkranken jährlich rund 45.000 Frauen an Brustkrebs. Allerdings: der Tumor ist in 90 Prozent aller Fälle heilbar – vorausgesetzt, er wird früh entdeckt

Brustkrebs: Vor keiner anderen Krankheit haben Frauen mehr Angst. Jede neunte erkrankt im Laufe ihres Lebens daran – und die Gefahr wächst. Zum Glück spielen genetische Faktoren nur zu fünf Prozent eine Rolle. Alles andere kann jede Frau selbst beeinflussen. Es gibt viele Dinge, die im Kampf gegen den Krebs hilfreich sind.

Vorsorgeuntersuchungen

Ultraschalluntersuchungen und Mammographien senken den Tod durch Brustkrebs um 30 Prozent. Leider müssen Frauen ohne Risikofaktoren oder Beschwerden diese Leistungen selbst bezahlen.

Bio-Stoffe

Studien beweisen: Mit der richtigen Ernährung lassen sich bis zur Hälfte aller Brustkrebsfälle vermeiden. Wer fünf Mal täglich Obst und Gemüse verzehrt, senkt sein Risiko um 35 Prozent. Tipp: Kohlgemüse! Die darin enthaltenen Indole verhindern massiv die Entstehung von Krebs.

Power-Walking

Bewegung wirkt wie ein Anti-Krebs-Blocker. Bei körperlicher Anstrengung werden auch die Killerzellen aktiver. Eine US-Studie bewies: Wer in einer Woche vier Stunden lang Sport treibt (Joggen, Walking), senkt sein persönliches Krebsrisiko um 40 Prozent.

Hormone

Ein hoher Östrogenspiegel begünstigt das Wachstum von Brustkrebszellen. Die neue Waffe gegen Krebs kommt aus der Natur: Phytohormone – das sind Hormone, wie sie in Pflanzen vorkommen.

Dabei wurden jetzt die geheimnisvollen Substanzen entdeckt, die offensichtlich den Krebs in Schach halten. Es handelt sich dabei um die Pflanzenhormone Lignane und lsoflavoide, die viele positive Effekte haben.

Weil sie dem Östrogen ähneln, können sie sich an dem entsprechenden Rezeptor anlagern, ohne dort jedoch wie das menschliche Hormon zu wirken. So drosselt der Organismus seine eigene Östrogen-Produktion.

Diesen Effekt konnten Bingham und Cassidy, Cambridge nachweisen.* Sie untersuchten sechs junge Frauen, die einige Monate lang in der Stoffwechsel-Abteilung der Universität lebten, wo ihre Diät und ihr Stoffwechsel genau überprüft werden konnten.

Diese Frauen erhielten zunächst eine normale Kost. Dann wurde ihrer Nahrung täglich insgesamt 60 Gramm Soja-Protein zugesetzt. Als Folge verlängerte sich der Menstruationszyklus der Frauen im Schnitt um zweieinhalb Tage. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass dies auf einer Verlängerung der follikulären Phase basierte, also der Phase, die dem Eisprung vorausgeht. Die Ernährungsumstellung führte also zu einer Unterdrückung der Gonadotropine, der luteinisierenden und Follikel stimulierenden Hormone.

Eine Verlängerung der follikulären Phase wirkt sich positiv auf das Brustkrebsrisiko aus, denn dadurch nimmt, lebenslang gesehen, die Zeit der lutealen Phase ab. Eben diese Lutealphase nach dem Eisprung gilt als die gefährlichere für die Krebsentstehung, denn in dieser Zeit werden die Zellen der weiblichen Brust stimuliert. Sie proliferieren etwa viermal schneller als in der follikulären Phase. Man sieht hier den deutlichen Einfluss der Ernährung auch auf das hormonale Geschehen.

Bei vielen Brustkrebsformen beginnt der Krebs, wenn ein bestimmtes Enzym (Tyrosinkinase) außer Kontrolle gerät. Das Enzym verändert die Erbsubstanz der Zellen – es entsteht Krebs. Pflanzenhormone können dieses gefährliche Enzym bremsen und so einem Brustkrebs vorbeugen.

Vegetarische Ernährung

Einer Studie zu Folge ist bei Vegetariern das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 80 % niedriger als bei Menschen mit Fleischkonsum. An Krebs erkranken Vegetarier 40% seltener.

Schlaf

Ob Krebszellen überhaupt entstehen können, entscheidet das Immunsystem. Sein größter Feind ist der Stress. Ruheoasen und nächtlich acht Stunden Schlaf senken das Krebsrisiko um 40 Prozent.

Lebensstil

Bereits zwei Flaschen Bier oder drei Gläser Wein täglich verdoppeln das Brustkrebsrisiko. Wer in Maßen genießt und Übergewicht abbaut, verringert sein Risiko um 30 Prozent.

Liebe

Forscher haben entdeckt, dass Menschen ohne Zuwendung fünf Mal häufiger an Tumoren erkranken. Frauen, die bereits an Brustkrebs erkrankten, aber starke soziale Bindungen hatten, lebten doppelt so lange wie diejenigen, die mit niemandem über ihre Ängste sprechen konnten.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Die neuesten Stars bei den Wissenschaftlern sind die so genannten „sekundären Pflanzenstoffe“. Das sind Pflanzenbestandteile, die keine Vitamine, Mineralien oder Spurenelemente sind und auch keine Kalorien liefern, wie zum Beispiel die Farbstoffe. Interessant an ihnen sind ihre antioxidativen Eigenschaften. Sie verhindern, dass sich so genannte freie Radikale gegen die Immunzellen im Körper richten.

In Obst und Gemüse sind die sekundären Pflanzenstoffe reichlich vertreten. Wer die frische Kost nach dem bekannten Ampelprinzip (rot, gelb, grün und schön bunt mischen) fünfmal am Tag genießt, ist auf der gesunden Seite.

Zeaxanthin und Lutein

Diese Karotinoide sind in Spinat, Brokkoli, Tomaten, Karotten und Orangen enthalten. Sie wirken als Radikalfänger und sollen besonders vor Dickdarmkrebs schützen.

Selen

Das Mineral neutralisiert freie Radikale. Es kommt in Spargel, Brokkoli, Lauch, Zwiebeln und ungeschältem Reis vor.

Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG)

Diese von den Amerikanern entdeckte Substanz blockiert ein wichtiges Krebsenzym. Sie ist vor allem in grünem Tee enthalten.

Einsicht

Eine vitaminreiche Ernährung ist kein Alibi für einen ungesunden Lebenswandel! Wer Krebs oder anderen Krankheiten vorbeugen will, muss selbstverständlich gleichzeitig Risikofaktoren in den Griff bekommen. Dazu gehören vor allem das Rauchen, ein regelmäßiger, hoher Alkoholkonsum, aber auch Fettleibigkeit.

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