Alzheimer-Symptome oft zu spät erkannt

Ein Morbus Alzheimer entwickelt sich oft schon im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, wird aber meist erst viel später erkannt.

Alzheimer-Symptome sind nicht immer eindeutig und werden oft nicht als solche erkannt, gerade bei jüngeren Menschen. Ein spanisches Pathologen-Team in Barcelona hatte die Krankheitsverläufe von 40 Patienten untersucht , bei denen Morbus Alzheimer diagnostiziert worden war. Nach deren Tod war durch Hirnuntersuchungen nachgewiesen worden, dass sich bei ihnen schon sehr früh eine Alzheimer-Erkrankung entwickelte. Ein Drittel dieser Patienten hatte atypische Symptome, wie die im Mai 2011 veröffentlichte Studie der spanischen Wissenschaftler ergibt. Nur bei jedem zweiten Betroffenen war die richtige Diagnose gestellt worden. Das hatten die Forscher beim Studium den Krankenakten entnommen. Konkret heißt dies: Alzheimer-Symptome werden oft zu spät erkannt.

Frühstadium des Morbus Alzheimer bei 55 Jahren

Das Forscherteam um Dr. Albert Lladó hatte analysiert, dass das Durchschnittsalter der untersuchten Krankheitsfälle zu Beginn der Erkrankung bei 55 Jahren lag. Die Wissenschaftler hatten die Krankenakten verglichen und festgestellt, dass die Patienten nach Beginn der Alzheimer-Erkrankung noch rund elf Jahre gelebt hatten. Die Diagnose war aber meist erst drei Jahre nach Beginn der Alzheimer-Demenz gestellt worden. Klassische Zeichen eines Morbus Alzheimer sind Störungen des episiodischen Gedächtnisses, wo Defizite in der individuellen Erinnerung auf eine dementielle Erkrankung hinweisen und sich die Alzheimer-Diagnose ziemlich eindeutig stellen lässt.

Atypische Symptome führen zu falscher Diagnose

37 Prozent, insgesamt 15 der 40 der untersuchten Fälle, hatten atypische Symptome eines beginnenden Morbus Alzheimer gezeigt. Teilnahmslosigkeit, Sprach- und Bewegungsstörungen sowie Stimmungsschwankungen und Beeinträchtigungen des räumlichen Sehens waren im Frühstadium aufgetreten und nicht einer schleichenden Alzheimer-Demenz zugeordnet worden. Fehldiagnosen wie Depressionen, Morbus Pick (die seltenere Form einer dementiellen Erkrankung) und Hirndruckstörungen wurden gestellt oder die Symptome wurden anderen degenerativen Hirnerkrankungen zugewiesen.

Alois Alzheimer und seine Entdeckung

Typische Symptome einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung sind kognitive Beeinträchtigungen, die deutlich über einen verlegten Schlüssel oder einen vergessenen Namen hinausgehen. Entdeckt hat die Erkrankung der Frankfurter Professor Alois Alzheimer im Jahr 1901. Bei seiner Patientin Auguste Deter aus Marktbreit, die damals 51 Jahre alt und von geistigem Verfall gezeichnet war, hatte Alzheimer nach ihrem Tod das Gehirn untersucht und eine Veränderung der Hirnrinde sowie von Fasern überlagerte Nervenzellen und fleckige Ablagerungen außerhalb der Nervenzellen vorgefunden.

Altersfaktor das höchste Risiko für Alzheimer-Demenz

Zwar ist das Alter der größte Risikofaktor für Morbus Alzheimer. Die Folge der demografischen Entwicklung ist, dass immer mehr Menschen an Morbus Alzheimer erkranken und Alzheimer-Demenz zur Volkskrankheit wird. Aber wie die spanische Studie ergibt, können Menschen bereits in ihrer Lebensmitte betroffen sein. Das Forschungsergebnis wurde in „Neurology 2011; 76:1720-1725“ veröffentlicht.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hilft Betroffenen und Angehörigen

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft mit Sitz in Berlin wurde 1989 gegründet, um den Betroffenen und ihren Angehörigen zu helfen, neue Forschungsergebnisse und die Entwicklung von Therapien zu beobachten und zu verbreiten, wenn sie erfolgsversprechend sind. Über das Bundesgebiet verstreut gibt es ehrenamtlich organisierte Regionalgruppen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, die vor Ort ein Beratungsangebot aufgebaut haben, mit Fachkliniken, Fachärzten, sozialen und kommunalen Einrichtungen sowie mit Verbänden vernetzt sind, die im Rahmen der Altenhilfe tätig sind oder einen Schwerpunkt auf die Behandlung und Beratung Dememzkranker und ihrer Angehörigen setzen. Beim Welt-Alzheimertag, der jährlich am 21.September ausgerichtet wird, finden Aktionen und Aufklärungsveranstaltungen zum Thema „Alzheimer Demenz“ statt, wo auch die typischen Alzheimer-Symptome besprochen und diskutiert werden.

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