Anabolikamissbrauch – Die Sucht nach mehr Muskeln

Immer mehr junge Menschen lassen sich aufgrund des Wunsches nach einem muskelbepackten Körper zum Anabolikamissbrauch verleiten. Aber mit welchen Folgen?

Umgangssprachlich werden mit Anabolika anabole Steroide bezeichnet, die oftmals beim Bodybuilding eingesetzt werden. Für einige Menschen mögen anabole Steroide als ein einfacher Weg erscheinen, das gewünschte Ziel schneller und einfacher zu erreichen. Viele Hobbysportler und Jugendliche greifen trotz der verheerenden Nebenwirkungen auf Anabolika zurück und gehen damit ein hohes Risiko ein.

Die neuen Schönheitsideale

Bei vielen Schauspielern ist der Leitsatz „Erfolg durch Schönheit“ längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. So hat auch einst Arnold Schwarzenegger mit seinen Muskelbergen Millionen verdient trotz seiner mangelnden Schauspielqualitäten. Woher kommt also dieses stetige Verlangen nach dem Übermenschsein? Der Wunsch etwas zu sein, was man niemals sein kann und was die Natur einem verwehrt. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass immer mehr junge Menschen Anabolika zu sich nehmen, um so ihr Äußeres verbessern zu können und ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Aber welchen Preis müssen junge Menschen für dieses übersteigerte Geltungsbedürfnis zahlen?

Wirkung und Nebenwirkungen von Anabolika

Anabolika oder auch anabole Steroide sind männliche Sexualhormone, die beim Mann für die sekundären Geschlechtsmerkmale, wie beispielsweise für den Bartwuchs sowie das Sexualverhalten und auch für Aggressionen verantwortlich sind. Der Hauptvertreter, nämlich das Testosteron, wird in der Nebennierenrinde sowie in den männlichen Keimdrüsen produziert. Sobald diese Hormone künstlich zugeführt werden, stellt der Körper automatisch die eigene Produktion ein. Dies hat bei verstärkter Einnahme zur Folge, dass die Hoden schrumpfen, sich eine weibliche Brust entwickelt und die sexuelle Leistungskraft nachlässt. Der übertriebene Missbrauch von Anabolika hat noch sehr viel weitreichendere Folgen. So wird das Krebsrisiko deutlich erhöht. Zudem können Leber- und Herzschäden auftreten. Bei vielen Fitnesssportlern fällt der Missbrauch sofort auf, wenn sie plötzlich von der sogenannten Anabolikaakne befallen werden. Ebenso fällt auch ein zunehmender Bauchumfang auf, der unter den Sportlern auch oftmals als „Pumperplautze“ bezeichnet wird. Aber auch sekundäre Schäden, wie Gelenkabnutzungen dürfen nicht unterschätzt werden.

Die Verharmlosung von Anabolika

In zahlreichen Fitness- und Body-Building-Zeitschriften werden zwar die Konsequenzen des Anabolikamissbrauchs beschrieben, zugleich wird aber so getan, als hätten die abgebildeten Muskelmänner ihr Aussehen auf eine natürliche Weise erreicht. So wird vielen jungen Menschen suggeriert, dass sie sich ungetrübt dem Genuss von Anabolika hingeben können. Viele wollen ihren großen Vorbildern, wie beispielsweise Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone nacheifern, auch wenn die beiden nicht gerade intelligent aussehen und einer der beiden sich sogar zum amerikanischen Präsidenten emporschwingen wollte. Und obwohl die Aufklärung über Anabolika genauso breit gefächert ist wie beim Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum, huldigen weiterhin zahlreiche junge Menschen eine Lebensphilosophie, die unumgänglich zu gesundheitlichen Schäden führt.

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