Besuchs- und Therapiehunde in der Geriatrie

Immer mehr Pflegeeinrichtungen haben sich vom Einsatz eines Therapiehundes überzeugen lassen. Aus gutem Grund.

Ältere Menschen leiden oft an körperlichen und geistigen Behinderungen. Gerade wenn sie in Pflegeeinrichtungen untergebracht sind, vermissen sie eine verantwortungsvolle Aufgabe. Außerdem müssen sich viele vor ihrem Umzug von ihrem langjährigen Haustier trennen. Die Menschen fühlen sich nutzlos. Ein Tier in einem Pflegeheim gibt ihnen ein Stück Lebensfreude zurück und dient als sozialer Katalysator. Das heißt, es soll den menschlichen Kontakt nicht ersetzen, wohl aber fördern.

Neuer Lebensmut durch Therapiehunde

Gerade bei seniler Demenz konnte durch Studien belegt werden, dass Patienten, zu denen das Personal aufgrund ihrer Krankheit keinen Zugang mehr fand, im Beisein eines Therapietieres neuen Lebensmut fassten. Selbst Sprechhemmungen wurden beim Ansprechen und Streicheln des Tieres überwunden. Dies konnte auch bei Schlaganfallpatienen beobachtet werden. Außerdem stieg die körperliche Motivation. Durch das Streicheln des Tieres erreichte man eine schmerzfreie Aufdehnung von zusammengezogener Fingermuskulatur. Gleichzeitig sanken erhöhte Blutdruck- und Pulswerte, Herzrhythmusstörungen verringerten sich.

Der deutlichste Erfolg zeigte sich darin, dass depressive Stimmungen sanken, sich Konzentrationsfähigkeiten verbesserten. Die Krankenkassen freut’s: Sie sparen Medikamente.

Aus diesen Gründen wird ein Hund inzwischen gern als Co-Trainer in der geriatrischen Therapie eingesetzt. Halter und Hund bilden dabei das Therapiehundeteam. Die Idee solcher Einsätze entstand übrigens schon in den 1970er Jahren.

Voraussetzungen, die ein Therapiehund mitbringen muss

Rasse und Alter des Hundes sind egal. Wichtig ist, dass das Tier bereits charakterlich gefestigt ist und über einen Grundgehorsam verfügt. Es sollte vom Wesen her freundlich und dem Menschen zugetan sein. Ungewohnte Bewegungen und Verhaltensweisen des Patienten muss es tolerieren können. Stresssituationen sowie medizinische Hilfsmittel, wie Rollstühle, Gehstöcke dürfen den Hund nicht aus der Ruhe bringen. Also muss bereits im Welpenalter darauf geachtet werden, dass er möglichst vielen Eindrücken ausgesetzt ist.

Eine Begleithundeprüfung ist von Vorteil, aber kein Muss. Diese gliedert sich in Eingangs-, Basis- und Fähigkeitsprüfung. Vor dem ersten Einsatz muss der Hund auf jeden Fall einen Test bestehen.

Voraussetzungen, die der Halter des Therapiehundes mitbringen muss

Therapiestunden bedeuten für den Hund Arbeit. Deswegen muss der Halter seinen Hund so gut kennen, dass er eine Überforderung rechtzeitig erkennt, um ihn dann aus der Therapiesituation herauszunehmen. Außerdem muss er soziales Engagement besitzen und auf alte Leute zugehen können. Und natürlich muss er sich die Zeit nehmen, regelmäßig die Pflegeeinrichtung aufzusuchen. Wenn alte Menschen einmal an ihr Therapietier gewöhnt sind, warten sie sehnsüchtig darauf. Es versteht sich, dass die Arbeit ehrenamtlich erfolgt, einen finanziellen Ausgleich gibt es also nicht.

Inzwischen gibt es verschiedene Vereine, in denen sich Halter von Therapiehunden zusammengeschlossen haben. Bei einigen, wie beim Verein „Tiere helfen Menschen e.V.“ ist die Mitgliedschaft kostenlos, wenn der Hund regelmäßig im Einsatz ist.

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