Darmkrebs ist keine Männerkrankheit und sehr häufig

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart, und zwar bei Frauen genau so wie bei Männern. Vorsorge ist also bei beiden Geschlechtern gleich wichtig.

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Darmkrebs (genauer: der Krebs des Dick-und Mastdarms) sei eine Männerkrankheit. Die Zahlen sprechen allerdings dagegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts Berlin wird diese Diagnose jährlich bei etwa 71000 Einwohnern gestellt, und zwar bei Frauen sogar noch etwas häufiger als bei Männern!

Bei wem besteht ein höheres Risiko für Darmkrebs?

Sicher gibt es eine gewisse erbliche Veranlagung. Besonders aber haben unsere Lebensgewohnheiten starken Einfluss. Vor allem Übergewicht, eine Ernährung mit viel Fleisch und der regelmäßige Konsum von Alkohol spielen eine Rolle. Besonders gefährdet sind damit Personen,

  • in deren Familie Darmkrebs besonders im jüngeren Alter aufgetreten ist
  • die selbst an Dickdarmpolypen leiden oder auch an schweren Darmschleimhautentzündungen (Colitis ulcerosa)
  • die viel Fleisch essen und regelmäßig Alkohol trinken

Vorsorge ist besser als Heilung

Die Vorsorgeuntersuchungen bei Darmkrebs gehören zu den erfolgreichsten. Man schätzt, dass neun von zehn Betroffenen geheilt werden könnten bei rechtzeitiger Erkennung des Tumors. In Deutschland kann man sich im Rahmen der kostenlosen Früherkennungsuntersuchungen ab dem 50. Lebensjahr einmal im Jahr auf verstecktes Blut im Stuhl untersuchen lassen und hat außerdem Anrecht auf zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren ab dem 56. Lebensjahr. Die Deutsche Krebshilfe hat außerdem ein Projekt „Familiärer Darmkrebs“ aufgebaut. Alle, die wegen Krankheitsfällen bei engen Angehörigen eine erbliche Veranlagung befürchten, können sich dort beraten lassen. Zentren des Projekts gibt es bisher in Bochum, Bonn, Dresden, Düsseldorf, Heidelberg und München-Regensburg.

Gesunde Lebensweise schützt vor Darmkrebs

Wichtig ist zunächst, was man isst , wie viel und wie zubereitet. Zu vermeiden sind besonders Fleischwaren, empfohlen wird Ernährung mit viel Ballaststoffen, da diese Stoffe die Darmtätigkeit anregen. Kürzere Verweildauer heißt schnellere Ausscheidung von Schadstoffen. Viel Obst und Gemüse, dazu Vollkornbrot statt Weißbrot sind die erste Hilfe auf diesem Wege. Zubereitung durch Kochen, Dünsten und Dampfgaren ist günstiger als Braten. Wer mehr erfahren möchte, kann die Broschüre „Gesunden Appetit!“ bei der deutschen Krebshilfe anfordern.

Normgewicht, Bewegung und keine Zigaretten sowie weniger Alkohol

Mit einer gesunden Ernährung geht meist auch die Regulierung des Körpergewichts einher. Wenn Übergewicht besteht, reicht sie aber meist nicht aus. Mehr Bewegung hilft beim nötigen Abnehmen, muss aber auch beibehalten werden, wenn dieses Ziel erreicht ist. Dass Zigarettenrauchen das Risiko aller Krebsarten erhöht, ist inzwischen allgemein bekannt. Alkoholmissbrauch fördert die Entstehung von Darmkrebs.

Wann der Arztbesuch dringend wird. Welche Symptome macht Darmkrebs?

Unter Vorsorge versteht man Untersuchungen ganz ohne Symptome. Dringend wird ein Arztbesuch dagegen, wenn Symptome auftreten. Zu diesen gehören vor allem plötzlich sich verändernde Stuhlgewohnheiten, Wechsel von Durchfall und Verstopfung, aber auch krampfartige Bauchschmerzen oder Stuhldrang ohne anschließende Entleerung. Dass sichtbares Blut im Stuhl Anlass für einen sofortigen Arztbesuch sein sollte, scheint selbstverständlich. Gerade dieses recht eindrucksvolle Symptom muss aber nicht unbedingt Krebs bedeuten. Auch die meist harmlosen Hämorrhoiden bluten oft. In jedem Falle muss ein solcher Zustand abgeklärt werden.

Darmkrebs, ein vermeidbarer und behandelbarer Krebs

Mit den einfachen Maßnahmen einer gesunden Lebensweise und der richtigen Vorsorge lässt sich der Darmkrebs nicht nur zahlenmäßig stark reduzieren, sondern auch die Prognose wird im Ganzen verbessert, da Früherkennung und frühe Therapie praktisch meist zur Heilung führen. So ist es ein realistisches Ziel, eine der häufigsten Krebsarten vielleicht nicht ganz auszurotten, aber auf wenige Fälle zu reduzieren, die durch rechtzeitige Diagnose auch nicht den radikalsten Therapien zugeführt werden müssen, sondern mit erheblich kleineren Eingriffen auskommen. Gerade dies hat dann sehr viel mit der Lebensqualität des Patienten zu tun. Vorsorge lohnt sich!

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