Der Heilpilz Shiitake – Ein bewährtes Immunstimulans

Der in Deutschland bekannte Speisepilz Shiitake wird in Japan und China seit Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt. Er schützt vor Grippeviren, Krebs und Migräne.

Der Shiitake-Pilz (Lentinula etodes) gehört zu der Familie der Schwindlingsarten (Marasmiaceae) und ist ursprünglich in den Wälder Chinas und Japans beheimatet. Dort wird er schon seit Jahrtausenden als Nahrungsmittel und Heilmittel verwendet. Die Japaner nennen ihn den „ König unter den Pilzen“. Bevorzugt wächst er auf dem Stamm japanischer Edelkastanien, Buchen, Eichen, Ahorn und Walnuss. In Deutschland ist er neben dem Champignon der am meisten verzehrte Pilz.

Viele Vitamine und Mineralien

Der Shiitake ist ein hervorragender Lieferant für B-Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Aber auch Vitamin D ist in hohem Maße vorhanden. Das ist insbesondere für Vegetarier interessant, denn Vitamin D kommt hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln vor.

Lentinan stimuliert das Immunsystem

Das im Shiitake enthaltene Lentinan gehört zu der Gruppe der Vielfachzucker. Lentinan wirkt im Körper als Immunstimulans. Dadurch können Grippeviren und entartete Zellen besser vom körpereigenen Immunsystem aufgespürt werden. Neben einer Anregung der körpereigenen Fresszellen und T-Killerzellen, zeigte sich in Studien auch eine vermehrte körpereigene Interferonausschüttung. Interferon wirkt ebenfalls gegen Viren und Krebszellen.

Interessant: Lentinan ist in Japan gegen Magenkrebs zugelassen.

Hilfe bei Migräne und erhöhtem Cholesterinspiegel

Regelmäßiger Konsum kann positiven Einfluss auf eine bestehende Migräne nehmen. Dieser Effekt geht auf eine hemmende Wirkung der Prostaglandinsynthese zurück. Prostaglandine sind Hormone im Gewebe, die für Entzündungsprozesse und verstärkte Schmerzwahrnehmung verantwortlich sind. Wird nun regelmäßig Shiitake konsumiert, so wird die körpereigene Prostaglandinsynthese gehemmt und damit die gestörte Gefäßmuskulatur reguliert.

In Studien wurde bei Shiitake-Konsum ein cholesterinsenkender Effekt beobachtet. Er kann somit zur Vorbeugung von Arteriosklerose eingesetzt werden. Dieser cholesterinsenkende Effekt geht auf den Inhaltsstoff Eritadenin, einer ungesättigten Aminosäure, zurück. Eritadenin beschleunigt die Umwandlung vom „schlechten Cholesterin“ LDL in das „gute Cholesterin“ HDL.

Seltene Nebenwirkung: Shiitake-Dermatitis

In sehr seltenen Fällen kann nach Shiitake-Konsum eine Shiitake-Dermatitis auftreten. Dabei kommt es zu einem juckenden Hautausschlag, welcher auf eine allergische Reaktion auf Lentinan zurückzuführen ist. Die Dermatitis äußert sich in juckenden Striemen, wie nach Peitschenhieben. Sie entstehen bevorzugt an den Stellen, wo sich die Person gekratzt hat. Selbst nach gut durchgegarten Pilzen kann eine solche Dermatitis auftreten, da Lentinan hitzestabil ist.

Extrakt oder Pilzpulver?

In Deutschland gehören die Heilpilze zu den Nahrungsergänzungsmitteln. Sie werden in Form von Extrakten und Pilzpulvern in Kapseln angeboten. Pilzpulvern sollte der Vorzug gegeben werden, denn nur dort sind die Inhaltsstoffe des gesamten Pilzes enthalten. Extrakte enthalten nur einige Inhaltsstoffe, da das Extraktionsmittel vorwiegend nur wasserlösliche oder nur die fettlöslichen Inhaltsstoffe löst. Somit enthalten die Extrakte nur einen Bruchteil der Inhaltsstoffe der Heilpilze. Zusätzlich werden Extrakte vor allem aus dem Mycel des Pilzes produziert. Wichtige Inhaltsstoffe aus dem Fruchtkörper gehen somit verloren.

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