Der Mythos Coco Chanel – Das Leben einer Mode-Ikone

Coco Chanel revolutionierte die Mode der 20er Jahre, war Wegbereiterin eines neuen Frauentyps und steht heute für zeitlos klassische Eleganz.

Coco Chanel wurde als Gabrielle Bonheur Chasnel am 19. August 1883 in Saumur (Maine-et-Loire/Südfrankreich) geboren.

Es folgte eine traurige und von Armut bestimmte Kindheit. Als Gabrielle zwölf Jahre alt war starb ihre Mutter an Tuberkulose. Ihr Vater erhielt das Sorgerecht für sie und ihre Geschwister. Nur wenige Wochen nach dem Tod der Mutter lieferte Albert Chanel seine Kinder in einem Waisenhaus ab und machte sich auf nach Amerika.

Triste Jugendjahre

Von nun an wurde Gabrielle in einem Kloster großgezogen. Als sie 18 Jahre alt war wurde sie an ein Institut für höhere Töchter in Moulins geschickt. Ungeheizte Unterkünfte, karges Essen und derbe Anstaltskleidung bestimmten dort den Alltag.

Hinter dieser tristen Zeit verbarg sich ein entscheidender Glücksfall, der sich als wegweisend für Gabrielles weiteres Leben heraus stellen sollte: Sie lernte nähen.

Rückblickend ist es augenscheinlich, dass Gabrielles Jugend, in der ihre Kleidung stets schwarz zu sein hatte, maßgeblich den Stil der späteren Modedesignerin geprägt hat.

Die ersten Erfahrungen im Berufsleben machte Gabrielle als Ladenmädchen im „A Sainte-Marie“, einem Wäsche- und Brautausstattungsgeschäft in Moulins.

Von der Sängerin zur Putzmacherin

Zwei Ziele, nämlich Reichtum und Unabhängigkeit, verfolgte Gabrielle ihr Leben lang. Als Sängerin versuchte sie diesen, in weiter Ferne scheinenden Zielen, näher zu kommen. In einem Nachtlokal in Moulins sang sie unter anderem das Lied „Qui qu’a vu Coco“ (Wer hat Coco gesehen). Großen Erfolg brachten ihr diese Auftritte zwar nicht ein, dafür aber den Namen Coco.

Im Jahre 1905 lernte Coco den wohlhabenden Kavallieroffizier Etienne Balsan kennen und lebte fortan als seine Mätresse auf seinem Landsitz Royallieu bei Compiegne. Doch irgendwie passte sie nicht so recht in dieses Schema, in dem Frauen in erster Linie Repräsentantinnen des Reichtums ihrer Männer waren.

Dem ganzen, zu dieser Zeit überaus modernen Pomp zum Trotz, kleidete sie sich mit schlichter, figurbetonter Kleidung und bediente sich Männerhemden, Krawatten, Jacketts und Reithosen.

Vor allem die selbstkreierten, aufs Minimum reduzierten Hutkreationen der jungen Provinzlerin erregten in ihren Kreisen großes Aufsehen.

Auf dem Weg nach ganz oben

Beflügelt von ihrer eigenen Kreativität wollte Coco ihr Glück als Putzmacherin in Paris versuchen.

Mit finanzieller Unterstützung von Boy Capel, einem Engländer, der ihr Talent und ihren Ehrgeiz erkannte, eröffnete Coco Chanel 1910 ihren ersten Salon.

Boy Capel spielte zweifellos eine große Rolle im Leben der angehenden Geschäftsfrau, sei es beruflich als auch privat. Zu einer Heirat sollte es trotzdem nicht kommen, denn wie schon Etienne war auch Capel ein notorischer Herzensbrecher.

Chanel revolutionierte die Modewelt

1913 eröffnete die mittlerweile erfolgreiche Designerin eine weitere Boutique in Deauville. Das Geschäft florierte und bald begann Coco Chanel zusätzlich zu den Hüten auch Kleider zu entwerfen. Ihre Kleider verkauften sich bald weltweit. 1917 wurde eine weitere Filiale in Biarritz eröffnet.

Im Jahr 1921 bringt Coco Chanel mit Chanel No. 5 das weltweit am meisten verkaufte Parfüm überhaupt auf den Markt. Bereits im Jahr darauf wird es zu einer Legende und macht Coco Chanel weltberühmt.

Großfürsten, Künstler und Nazis

Coco Chanels Privatleben verlief weniger glücklich. Capel verlobte sich mit einer anderen Frau. Allerdings blieb Coco Capels Geliebte, bis dieser 1919 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.

Es folgten weitere Liebhaber wie der Zarenneffe Großfürst Dimitry Pawlowitsch und der Duke of Westminster, der reichste Mann Englands.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ließ Coco Chanel ihre Salons schließen. Sie weigerte sich Paris zu verlassen und geriet in eine bis heute umstrittene Geheimdienstaffäre, in der Chanel zwischen England und Deutschland zu vermitteln versuchte. Ein Unternehmen, das damit endete, dass Chanel und ihr 13 Jahre jüngerer Liebhaber, der deutsche Baron Hans Günther von Dincklage, in ein unfreiwilliges Exil nach Lausanne aufbrechen mussten.

Das Comeback

Als der Krieg zu Ende war bereitete sich Coco Chanel auf ihr Comeback vor. Am 5. Februar 1954 stellte sie ihre neue Kollektion auf einer Modenschau in Paris vor. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus.

Erst ein zweiter Versuch machte Chanel erfolgreicher als je zuvor. Die Designerin erhielt einen Preis von der Warenhauskette Neiman-Marcus als bedeutendste Modeschöpferin der letzten fünfzig Jahre und in New Orleans wurde sie zur Ehrenbürgerin ernannt.

Coco Chanel starb am 10. Januar 1971 im Alter von siebenundachtzig Jahren in Paris.

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