Dialekt – Abgrenzung und Definition

Eine einheitliche, allumfassende Definition des Wortes Dialekt ist schwierig. Im Folgenden einige Kriterien, die die Definition erleichtern können.

Die Definition des Begriffes Dialekt ist nicht einfach. Nicht zuletzt, weil er mit dem Begriff Mundart konkurriert; so kann beides zum Beispiel als Sprache der schlichten Schichten der Völker (nach Martin) oder als örtlich gebundene Form einer Sprache (Brockhaus, Enzyklopädie 5, 1988, 446) bezeichnet werden. Die Abgrenzung voneinander ist jedoch unklar. Oft werden beide Begriffe synonym zueinander verwendet. Eine mögliche Differenzierung kann jedoch folgende sein: Der Dialekt ist die generelle Variante der Sprache, die Mundart ist eine Unterkategorie des Dialektes, ein Ortsdialekt.

Um die Definition von Dialekt einfacher zu gestalten, gibt es einige Kriterien, die beachtet werden sollten. So lässt sich der Begriff eingrenzen und genauer definieren.

Definition Dialekt: Das linguistische Kriterium

Vom linguistischen Standpunkt aus gesehen, ist ein Dialekt ein Subsystem zu einem übergeordneten Sprachsystem. Die Abweichungen untereinander dürfen nur so groß sein, dass die gegenseitige Verständigung gewahrt bleibt. Leider ist hierbei unklar, wie groß die Abweichungen sein dürfen, das kann nicht genau bestimmt werden.

Auch ist der Dialekt von der linguistischen Betrachtungsweise her viel einfacher als die zugehörige Hochsprache, es fehlen Zeitformen, der Wortschatz ist deutlich kleiner und die Grammatik bietet weniger logische Strukturen.

Definition Dialekt: Das Kriterium des Verwendungsbereiches

Der Verwendungsbereich grenzt den Raum ab, in dem der Dialekt gegenüber der Hochsprache bevorzugt gesprochen wird. Hierbei zeigt sich, dass der Dialekt primär im familiären-freundschaftlichen Bereich genutzt wird, zum Teil auch am Arbeitsplatz. Die Hochsprache wird hingegen in öffentlichen Bereichen, bei öffentlichen Veranstaltungen, in der Literatur und im Gottesdienst genutzt.

Der Dialekt wird in der Regel nur als Sprechsprache verwendet, Schriftsprache ist die Hochsprache.

Definition Dialekt: Das Kriterium des Sprachbenutzers

Wer benutzt den Dialekt, wer die Hochsprache? Der Dialekt wird gemeinhin eher der Unterschicht zugesprochen, den Arbeitern, Bauern und Handwerkern. Die Hochsprache hingegen wird von der Mittel- und Oberschicht genutzt, von Unternehmern und Akademikern. Es fällt jedoch auf, dass gerade in Deutschland Dialekte primär in Süden gesprochen werden, wohingegen in Norddeutschland in der Regel die Hochsprache verwendet wird.

Definition Dialekt: Das Kriterium der sprachgeschichtlichen Entstehung

Hiernach dienten Dialekte als zeitliche Vorstufe der Hochsprache, aus der Vereinigung zahlreicher Dialekte entstand die Verkehrssprache, die gemeinhin als Hochsprache bezeichnet wird.

Definition Dialekt: Das Kriterium der räumlichen Erstreckung

Aus der Untersuchung nach der räumlichen Erstreckung ergibt sich, dass ein Dialekt stark orts- oder gebietsgebunden ist, wohingegen die Hochsprache überörtlich und unbegrenzt ist.

Definition Dialekt: Das Kriterium der kommunikativen Reichweite

Während ein Dialekt meist nur eine sehr begrenzte Reichweite mit einem kleinen Verständigungsradius hat, hat die Hochsprache eine große Reichweite mit einem sehr großen Verständigungsradius.

Diese Kriterien sollen bei der genauen Definition des Begriffs Dialekt helfen. Die beiden letztgenannten Kriterien, die räumliche Erstreckung und die kommunikative Reichweite, werden hierbei als die am gängigsten genutzten Definitionsmöglichkeiten angesehen.

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