Die Gefährdung durch Schimmelpilze wird unterschätzt

Schimmelpilze bergen hohe Risiken für Gesundheit und Bausubstanz. Doch wir können zur Vermeidung von Schimmelpilzen beitragen.

Schimmelpilze sind ein natürlicher Teil der Umwelt. Sie sind weit verbreitet und fast überall zu finden. So befinden sich auch in Millionen deutschen Haushalten Schimmelpilzsporen. Diese unerwünschten Mitbewohner sind nur schwer los zu bekommen. Die gesundheitlichen Gefahren durch Schimmelpilze und -sporen sind sehr hoch. Bei längerem Schimmelpilzbefall wird auch das befallene Material beschädigt. Das führt letztendlich, neben den gesundheitlichen Schäden, zu erheblichen Bauschäden. Deshalb muss unbedingt dagegen vorgegangen werden.

Schimmelbefall ist erst spät zu sehen

Lange bevor der Schimmel durch dunkle Flecken oder auch durch einen muffigen Geruch bemerkbar wird, kann sich das Unheil schon ausbreiten. In versteckten Ecken, hinter Wandverkleidungen, auch hinter Schränken, die zu dicht an den Wänden stehen, können sich Schimmelpilzkolonien bilden.

Ursachen der Schimmelbildung

An allen Gegenständen, die kühler sind als die Raumluft, schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Dort kann sich Schimmel bilden. In Wohnungen sind das die Wände. Durch die allgemein übliche Heizung (Konvektionsheizung) wird die Raumluft erwärmt. Die Wände sind immer kühler. Eine Heizung (Infrarotheizung), die die Gegenstände erwärmt, einschließlich der Wände, verhindert die Schimmelbildung, da die Luft nicht so warm sein muss. Da kann auch keine Feuchtigkeit kondensieren. Die Feuchtigkeit, die beim Duschen und Kochen entsteht, kann dann leicht ohne Wärmeverluste durch Lüften entfernt werden.

Pellets für die Pelletsheizungen sind eine weitere Quelle für den Schimmelpilzbefall in Häusern. Solange die Pellets trocken gelagert werden, kann sich aus den Pilzsporen auch kein Schimmelpilz entwickeln. Bleiben die Türen zu dem Pelletslager auch immer gut verschlossen, besteht keine Gefahr. Diese Lagerräume sollten nur mit Mundschutz betreten werden, da bereits das Einatmen der Pilzsporen gesundheitsschädlich ist.

Für gute Lüftung sorgen

Eine gute Durchlüftung hält die Raumluft trocken. Bei einer Konvektionsheizung geht allerdings bei jedem Lüften warme Luft verloren. Die Wände bleiben trotzdem kälter als die Raumluft und es kann immer noch Feuchtigkeit kondensieren. Bei einer Infrarotheizung passiert das nicht. Eine gute Be-und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und entsprechenden Filtern ist eine gute Lösung, um die Raumluft auszutauschen. Eine gut ausgeführte Anlage braucht auch sehr wenig Strom. Damit ist schon sehr viel für eine Schimmelpilzprophylaxe getan. Jedoch in Verbindung mit einer Konvektionsheizung ist diese Prophylaxe nur halbherzig.

Bei Neubau und auch bei Rekonstruktion Baufehler vermeiden, die eine Schimmelpilzentwicklung fördern

Das beginnt bereits bei der Wärmedämmung. Auch gedämmte Wände müssen und können atmungsaktiv sein und trotzdem den Blower-Door-Test bestehen. Diese Wände dürfen auf keinen Fall mit Folie abgedichtet werden. Als nächstes ist die bereits beschriebene Be-und Entlüftungsanlage unbedingt einzubauen. Eine Strahlungsheizung (Infrarotheizung, Wärmewellenheizung) bringt ein angenehmes Raumklima und verhindert das Kondensieren von Feuchtigkeit an den Wänden.

Gesundheitliche Symptome eines Schimmelbefalls

Ehe der Schimmelbefall sichtbar wird, können schon körperliche Probleme auftauchen. Diese sind so indifferent, dass erst zuletzt an Schimmelpilzsporen gedacht wird. Allergien, Kopfweh, ständig geschwollene Nasenschleimhäute oder Asthma bei den Bewohnern können ein Anzeichen sein für eine zu hohe Sporenkonzentration. Die Analyse von Raumluftproben bringt Gewissheit.

Schimmelpilzbekämpfung gehört in die Hände von Fachleuten

Bei einer Schimmelpilzbekämpfung müssen die Ursachen beseitigt werden. Das kann nur ein Fachmann. Kleine Stellen können unter Beachtung von Vorsichtsmaßnahmen (Handschuhe, Atemschutz) mit Alkohol oder Wasserstoffperoxid entfernt werden. Erst wenn sichergestellt ist, dass damit der Schimmelpilz weg ist, darf gestrichen werden.

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