Die Gehaltsfrage im Vorstellungsgespräch

Wie man sich auf die Frage nach dem Wunschgehalt im Vorstellungsgespräch vorbereitet und wie man selbstsicher darauf antworten kann.

Neben der Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen gibt es wohl kaum etwas, was einem Bewerber im Vorstellungsgespräch derart ins Schwitzen bringt, wie die Gehaltsverhandlung. Nicht nur Berufseinsteiger oder Umsteiger haben mit dieser Frage ihre Probleme, auch erfahrene Angestellte sind oft ratlos, wie man hier passend antwortet. Wie schafft man es, sich nicht unter Wert zu verkaufen? Wie ist die Antwort geschickt formuliert und wie vermeidet man eine überhöhte oder gar unverschämte Forderung?

Über branchenübliche Gehälter informieren

Vor dem Vorstellungsgespräch sollte man sich gut über branchenübliche Gehälter informieren und dabei auch regionale Unterschiede beachten. Auch eigene Qualifikationen wie Ausbildung, Berufserfahrung und weiterführende Lehrgänge spielen bei der Gehaltsfrage eine Rolle. Verschiedene Internetportale – etwa das der Süddeutschen Zeitung – erleichtern die Recherche. Bei besonders großen Firmen ist es außerdem ein Leichtes, neben den Verdienstmöglichkeiten auch nach Erfahrungsberichten zum Arbeitsklima zu suchen. Oft reicht da schon eine einfache Google-Anfrage.

Bei der Gehaltsverhandlung selbstsicher auftreten

Bei der Frage zum Gehaltswunsch sollte der vorher ausgelotete Betrag mit fester Stimme vorgetragen werden. Tritt man selbstbewusst auf, signalisiert man dem Personalchef, sich des eigenen Preises voll bewusst zu sein. Dennoch sollte man auch hier nicht in Eigenlob oder Prahlerei verfallen. Der Personalchef möchte einen angenehmen Gesprächspartner und dies gilt auch für die Gehaltsverhandlung. Es ist sinnvoll, die Antworten mit Hilfe eines Tonbands oder guten Freunden zu üben, die ein ehrliches Feedback geben können.

Was erwartet der Personalchef bei der Gehaltsverhandlung?

Hilfreich ist, sich im Vorfeld bewusst zu machen, was der Personalchef wohl erwartet. Sein Anliegen ist es, das Geld der Firma sinnvoll zu investieren und dabei einen „Einkauf“ zu tätigen, welcher seinem Unternehmen einen wirklichen Gewinn bringt. Um dies zu verstehen lohnt es sich, folgendes Beispiel zu verinnerlichen: Wenn man im Fachgeschäft die Wahl zwischen zwei Fernsehgeräten hat, eines davon im Wert von 500 Euro, das zweite mit einem Wert von 1.000 Euro, das jedoch auf 750 Euro reduziert wurde, so wird man sich mit ziemlicher Sicherheit für das zweite, preisreduzierte Gerät entscheiden. Bei der Gehaltsfrage im Bewerbungsgespräch ist es nicht anders. Der Personalchef will das Gefühl haben, ein wirklich gutes Geschäft abgeschlossen zu haben.

Verhandlungsbereitschaft bei der Gehaltsfrage

Verhandlungsbereitschaft ist also das A und O. Selbst ist man viel wert, wäre jedoch dazu bereit, ein paar Abstriche zu machen. Um hier noch einen guten Spielraum zu haben, sollte man den ersten Gehaltswunsch nicht zu niedrig ansetzen. Überhaupt nicht zu verhandeln zeugt von mangelnder Flexibilität und wird nicht gerne gesehen.

Um dem Personalchef Sicherheit zu geben kann man ihm auch anbieten, etwas niedriger in den Job einzusteigen und eine spätere Gehaltserhöhung direkt im Vertrag festzuhalten. So kann man den Arbeitgeber von den eigenen Qualitäten im Berufsalltag überzeugen.

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