Die häufigsten Infekte im Kindesalter

Das Kind ist krank. Ein Überblick über die häufigsten und wichtigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter.

Wenn das Kind erkrankt, ist das oft sehr belastend für die ganze Familie. Aber die Erfahrung zeigt nun einmal, dass Kinder häufig kränkeln. Das ist ganz normal, denn gerade bei kleineren Kindern muss sich die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, erst noch im Laufe der Kindheit entwickeln. Darüber hinaus ist ihr Körper im Kindergarten und der Schule ständig neuen Keimen ausgesetzt. Die Folge: Häufige Erkältungen und andere ansteckende Krankheiten. Im folgenden Artikel werden häufige Infektionserkrankungen im Kindesalter zusammengefasst. Damit soll ein Überblick gegeben werden, um etwa auch die Behandlung durch den Kinderarzt besser verstehen können.

Infektionen der oberen Atemwege – Erkältung

Die akute Atemwegsinfektion ist eine der häufigsten Erkrankungen in der Kinderarztpraxis. Sie kann bis zu 6-mal jährlich auftreten. Betroffen sind meist die oberen Luftwege, also Nase, Nasennebenhöhlen, Rachen oder Kehlkopf. Im Volksmund heißt die Infektion der oberen Atemwege “Erkältung“. Verursacht wird die Infektion der oberen Atemwege durch verschiedene Viren. Ein bis drei Tage nachdem die Viren sich an die Schleimhaut gehaftet haben, kommt es zu den typischen Symptomen wie Halskratzen und Schnupfen, Heiserkeit und trockenem Husten. Insbesondere bei Säuglingen und kleinen Kindern kann auch Fieber auftreten. Im Verlauf der Erkrankung kann es auch zu einer Beteiligung der unteren Luftwege (Luftröhre, Bronchien) kommen. Bakterien können zudem Begleiterscheinungen wie eine Mittelohrentzündung hervorrufen.

Der Kinderarzt stellt die Diagnose anhand der Symptome. Zum Beispiel sieht er, dass die Nase läuft, die Schleimhäute angeschwollen sind und das Kind nur schwer durch die Nase atmen kann. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, d.h. der Kinderarzt versucht die Beschwerden zu lindern. Bei Fieber und/oder Schmerzen können Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen zum Einsatz kommen. Hier sind allerdings mögliche Nebenwirkungen zu beachten. Kurzfristig können auch Nasensprays oder Nasentropfen sinnvoll sein, um die Schleimhäute zur Abschwellung zu bringen. Dies kann eine Inhalation mit Kochsalz-Lösung unterstützen. Antibiotika wirken nicht bei Virus-Infektionen. Unkomplizierte Infekte der oberen Atemwege müssen daher nicht mit Antibiotika behandelt werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu beachten. Auch Ruhe und lokale Wärmebehandlungen können sinnvoll sein.

Enger Kontakt mit erkrankten Personen und längere Aufenthalte mit vielen Menschen in geschlossenen Räumen sollten während der Erkältungswellen vermieden werden.

Fieber als Symptom

Fieber ist eine Erhöhung der Körpertemperatur und keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Besonders kleinere Kinder haben häufiger Fieber – als Zeichen einer Auseinandersetzung des Organismus mit Krankheitserregern.

Im Kindesalter ist dem Fieber häufig keine eindeutige Ursache zuzuordnen, an etwa der Hälfte der Fieberereignisse sind Viren und nicht Bakterien beteiligt. Auch nach Impfungen, Anstrengungen und Flüssigkeitsmangel kann Fieber auftreten.

Hohes Fieber ist für den Körper eine große Belastung und kann Körperfunktionen beeinträchtigen. Hat das Kind Fieber, sollte man regelmäßig die Temperatur messen und notieren. Dauert das Fieber länger als einen Tag an, wird das Kind trotz fiebersenkender Maßnahmen stark beeinträchtigt und treten weitere Krankheitszeichen auf, sollte der Kinderarzt aufgesucht werden.

Ist die Körpertemperatur (rektal) über 38, aber unter 38,5 Grad Celsius, spricht man von subfebrilem Temperaturen, über 38,5 Grad Celsius von febrilen Temperaturen. Fiebersenkende Medikamente können (ggf. nach Rücksprache mit dem Kinderarzt) über einer Temperatur von 39 Grad Celsius eingesetzt werden. Unterstützend wirksam sind auch Hausmittel wie z.B. Wadenwickel. Äußerst wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (viel trinken!), damit der Körper nicht austrocknet!

Akute Bronchitis

Sehr häufig kommt es im Rahmen eines Infektes zu einer Beteiligung der unteren Atemwege wie der Luftröhre und der Bronchien. Die Bronchitis wird im Kindesalter zumeist durch unterschiedliche Viren verursacht. Bei einer Bronchitis treten typische Erkältungssymptome auf: Schnupfen, Heiserkeit, Husten, Fieber und manchmal Schmerzen hinter dem Brustbein.

Sekundär, d.h. im weiteren Verlauf der Erkrankung, kann es zu einer bakteriellen „Super“-Infektion kommen: Sind die Schleimhäute erst einmal von den Viren befallen und ist die Abwehr geschwächt, können sich Bakterien, die in der Regel zur normalen Flora der Schleimhaut gehören, vermehren und eine bakterielle Infektion verursachen. Dann ist der Allgemeinzustand des Kindes meist stärker beeinträchtigt, höheres/hohes Fieber tritt auf und der Husten wird begleitet von trübem, eitrigem Auswurf. Der Kinderarzt kann oft schon alleine durch Abhören, anhand der typischen Geräusche, erkennen, dass es sich um eine Bronchitis handelt. Die unkomplizierte, durch Viren verursachte akute Bronchitis muss nicht mit Antibiotika behandelt werden. Hier steht die symptomatische Therapie im Vordergrund, d.h. körperliche Ruhe, Linderung der Beschwerden, ggf. die Gabe von schleimlösenden Medikamenten, fiebersenkende Maßnahmen und Inhalation. Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Antibiotika sind nur sinnvoll, wenn Bakterien sich auf den Schleimhäuten angesiedelt haben.

Sonderform: die obstruktive „spastische“ Bronchitis

Die obstruktive „spastische“ Bronchitis kommt bei Kleinkindern bis zum 3. Lebensjahr häufig vor. Sie ist eine Atemwegsverengung (sog. Obstruktion): Die Schleimhäute schwellen so stark an, dass sie die Luftwege verengen. Begleitend kann sich die Bronchialmuskulatur verkrampfen. Erkennbar ist dies an einer oft erheblichen Atemnot der Kinder und einer pfeifenden, quietschenden Ausatmung, dem sog. Giemen. Liegt eine obstruktive Bronchitis vor, sind unter Umständen zusätzlich Medikamente notwendig, die zu einer Erweiterung der kleinen Bronchien führen (b2-Sympathomimethika). Diese Arzneistoffe werden meist inhaliert und können so an Ort und Stelle wirken.

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