Die Luftkur – Erholsamer Aufenthalt in waldreichem Mittelgebirge

Waldreiche Mittelgebirge bieten Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen ein ideales Schonklima. Auch an heißen Tagen laden die Wälder zum Spazieren ein.

Wer in einer Stadt wohnt und all die bekannten Umweltbelastungen kennt, schätzt ganz besonders die erholsame Atmosphäre in bewaldeten Mittelgebirgen. Deshalb werden an Wochenenden diese Gebiete von Ausflüglern regelrecht überlaufen.

Schonklima durch Waldreichtum und Höhenlage

Das angenehme Schonklima verdanken Mittelgebirgsregionen ihrer Höhenlage und ihrem Waldreichtum. Der Wald ist nicht nur so wertvoll, weil er vielen Tieren ein Zuhause bietet, sondern weil er ganz entscheidend zur Reinheit der Luft beiträgt. Waldgebiete erzeugen keine Schadstoffe, sondern sie vermindern den Schadstoffgehalt der Luft. Staub und Ruß werden von den Blättern, Nadeln und Ästen aufgefangen, daher ist die Waldluft nachweislich reiner als die Luft im umliegenden Freiland.

Trotzdem strömen schädliche Gase durch die Wälder

Es darf nicht übersehen werden, dass trotzdem schädliche Gase fast ungehindert durch die Wälder strömen, auch wenn Schadstoffe vom Wald aufgefangen werden. Sie rufen am Baumbestand bedenkliche Vergiftungserscheinungen (Baumsterben) hervor. Die Volksmeinung, dass die Waldluft besonders reich an Sauerstoff sei, ist nicht richtig. Diese Ansicht beruht darauf, dass Pflanzen während der Assimilation Sauerstoff produzieren. Diese Sauerstoffmenge ist im Verhältnis zum Vorrat an Sauerstoff in der Atmosphäre so unbedeutend, dass sogar genaue Messungen der Waldluft keinen erhöhten Sauerstoff nachweisen konnten.

Der Wald beeinflusst die einfallende Lichtstrahlung

Der Wald hält einen Teil der einfallenden Strahlungsmenge von vornherein ab, dabei kann der Grad der Lichtschwächung je nach Dichte und Zusammensetzung der Baumarten ziemlich verschieden sein. Außerdem bewirken Blätter und Nadeln eine mehrfache Reflexion und Streuung der Strahlung. Dadurch kommt es zu einer Verschiebung im Wellenspektrum des Lichtes. Dies erklärt, warum im Wald eine ganz unverwechselbare Licht- und Farbstimmung vorhanden ist, wodurch die Psyche sehr günstig beeinflusst werden kann.

Bewaldete Mittelgebirge sind keine eigenständige klimatische Einheit

Obwohl bewaldete Mittelgebirge keine eigenständige klimatische Einheit bilden, treten bestimmte biometeorologische Einflüsse auf, die auf den menschlichen Organismus einwirken. Die Temperaturverhältnisse sind hier ziemlich ausgeglichen, ähnlich wie an der See. Die höchsten Temperaturen bleiben unter den Werten der waldarmen Niederungen, die tiefsten bleiben darüber. Zusammen mit der verminderten ultravioletten Einstrahlung erzeugen sie ein angenehmes Schonklima. Auch an heißen Tagen laden die Wälder Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen zum Spazieren und Wandern ein.

Waldlichtungen meiden

Der bioklimatische Vorteil gilt nicht für abgeschlossene Waldlichtungen. Wer sich dort in der Mittagshitze aufhält, setzt sich einer extremen Belastung aus, denn da wird es sehr schwül, weil der Wald ringsherum für Windstille und erhöhte Luftfeuchtigkeit sorgt. Insgesamt begünstigt der Wald alle Windverhältnisse. Größere Waldflächen bremsen sowohl die Windgeschwindigkeit als auch Windböen. So kann man sich im Wald auch bei einer stürmischen Gesamtwetterlage gut erholen.

Heilwirkung in Luftkurorten erfahren

Es ist nicht überraschend, dass Luftkurorte in waldreichen Mittelgebirgen bei vielen Krankheiten Heilwirkungen versprechen. Dazu gehören beispielsweise:

  • chronische Erkältungen wie feuchte Katarrhe
  • nervöse Beschwerden
  • Entzündungen der Luftwege
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Rheuma
  • Arthritis

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