Die Niplette – Abhilfe gegen Hohl- / Schlupfwarzen

Bevor chirurgisch gegen angeborene Schlupf- oder Hohlwarzen vorgegangen wird, empfiehlt die Medizin Nipletten, welche das Problem beheben können.

Eingezogene Brustwarzen sind immer eine angeborene Fehlbildung der Brustwarze. Diese findet sich bei etwa 10% aller Frauen. Sie können bei jungen Frauen zu einem richtigen psychologischen Problem werden, aber auch eine ernste Behinderung beim Stillen eines Säuglings sein. Diese anatomische Fehlbildung beruht auf einer Verkürzung aller acht bis zwölf Milchgänge, die einer Eversion der Mamille auch auf Reiz hin unmöglich machen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die immer noch gängiste Behandlung bzw. Korrigierung der eingezogenen Mamille ist die chirurgische Durchtrennung aller Milchgänge und Aufrichtung der Brustwarzen mit Hilfe einer bleibenden Naht. Alle Operationen bewirken zwar eine dauerhafte ästhetische Aufrichtung der Mamille, führen jedoch meist auch zu einer dauerhaften Stillunfähigkeit. Die große Zahl der beschriebenen Operationsverfahren weist daraufhin, dass die ideale Methode bisher nicht gefunden wurde.

Nicht-operative Verfahren

Die nicht-operativen Verfahren wie Milchpumpen, Still-Kapseln oder die sogenannten „Hoffmanns Übungen“ führen sicher zu einer gewissen Erleichterungen beim Stillen, bewirken jedoch keine dauerhafte Aufrichtung der Brustwarze. Aufgrund physiologischer Überlegungen wurde vor kurzem ein Instrument entwickelt, mit dem auf unblutige Weise jeder Grad von Mamillen-Einziehung behoben werden kann.

Die Niplette

Die Niplette bewirkt einen Sog auf die verkürzten Milchgänge, die sich unter dem Sog eines Vakuums langsam verlängern. Der Mechanismus ist ein ähnlicher wie bei der Gewebe-Expansion. Die durchsichtige Mamillen-Kappe ist über ein Ventil mit einer 5 ml – Aufzieh-Spritze verbunden. Im Vergleich zu einer Operation ist die Niplette auch wesentlich billiger: im Doppelpack erhält man die Niplette schon zu € 50,- und wird auch von der Krankenkasse getragen. Sie wurde erstmals in den USA auf den Markt gebracht, doch mittlerweile wird sie auch schon von der Firma http://www.philips.at/ vertrieben und verkauft. Heute ist sie auch schon über http://www.amazon.de

erhältlich.

Die Anwendung

Beim Aufziehen der Spritze entsteht ein Unterdruck, der die eingezogene Mamille je nach Grad der Ausprägung in die Kappe hineinsaugt. Die Stärke des Sogs wird von der Patientin selbst kontrolliert und sollte so stark eingestellt werden, dass er ohne Schmerzen erträglich ist. Dann wird die Aufzieh-Spritze einfach abgenommen (abkapseln/ runterdrehen von der Kappe mit dem Saug-Röhrchen) und die Kappe mit anhängendem Plastik-Ventil direkt im BH getragen. Sollte sich die Kappe öfters lösen, so kann auf die Areola Vaseline aufgetragen werden, um den Verschluss mit der Kappe abzudichten. Die Niplette sollte vor jedem Gebrauch unbedingt mit Wasser gereinigt werden. Auf keinen Fall jedoch desinfizieren, da dies zur Entzündung der Brustwarze führen kann.

Anfangs sollte die Niplette tagsüber und nachts durchgehend getragen werden, bis die Mamille auch nach Abnehmen der Kappe dauerhaft aufrecht, wie erigiert bleibt.

Ergebnisse

Von 30 Patientinnen zwischen 19 und 44 Jahren mit eingezogenen Brustwarzen – in der Medizin Hohl- oder Schlupfwarzen genannt – waren 14 von ihnen schwanger und 2 hatten bereits eine fehlgeschlagene Operation hinter sich. Alle Patientinnen wären sonst einer operativen Durchtrennung der Milchgänge zugeführt worden. Sie fande die Niplette sehr einfach anzulegen und sahen schon nach dem ersten Tag einen Erfolg.

Die Zeit des Tragens variierte entsprechend den Lebensgewohnheiten der Patientinnen. Bei einigen Patientinnen stellte sich der Erfolg bereits nach zwei Tagen ein, doch bei den meisten erst nach drei Monaten. Alle 14 schwangeren Patientinnen konnten ihre Babies ohne Schwierigkeiten stillen, sechs von ihnen hatten wegen der eingezogenen Mamillen früher ihre Kinder nicht stillen können.

Mögliche Komplikationen

Wenn etwa zuviel Druck in der Niplette aufgebaut wird, kann es Schmerzen verursachen. Dann muss der Unterdruck-Sog reduziert werden, bis er wieder erträglich ist. Nachts sollte ebenfalls ein BH getragen werden, da die Niplette beim Schlafen leichter abfallen kann. Manche Patientinnen berichteten auch von leichtem bluten aus den Mamillen, zusammen mit Wasser und Milch. Eine Probandin hatte sehr stark eingezogene Brustwarzen und verwendete anfangs einen zu starken Sog. Im seltenen Falle eines Mamillen-Ekzems, was wirklich nur dann vorkommt, reinigt man die Nipletten-Kappen nicht gründlich und ausnahmslos nach jedem Tragen, muss mit dem Tragen der Nipletten ausgesetzt werden.

Zunahme des Brust-Volumens

Die Niplette verlängert die Milchgänge und evertiert eingezogene Mamillen auf nicht-chirurgische Weise von außen her, ähnlich wie ein Haut- und Gewebe-Expander die Überdehnung von unter her bewirkt. Den dafür notwendigen konstanten Unterdruck muss jede Frau an sich selbst anpassen. Der erektile Mamillen-Muskel wird durch den wochenlangen Vakuum-Sog nicht beeinträchtigt, sondern nimmt eher an Volumen zu, ebenso wie das ihn und die Milchgägne umgebende Bindegewebe. Man bekommt schnell eine etwas voluminösere Brust. Nach Beendigung der äußeren Anwendungen erleben die Patientinnen zum ersten Mal in ihrem Leben eine natürliche Erigierbarkeit der Mamillen auf Kälte- oder Berührungsreiz.

Die Anwendungen der Niplette waren bei über 80.000 Patientinnen seit 1993 erfolgreich. Dies ist die einzige sichere Methode, die eine dauerhafte ästhetische Aufirchtung bei jedem Ausprägungsgrad und gleichzeitig Stillfähigkeit gewährleitet, zumindest mit einer nicht-operativen Methode. Es kommt jedoch trotzdem vor, dass die Niplette, trotz monatelangem Tragen, eine dauerhafte Aufrichtung der Brustwarze trotzdem nicht zustande kommt. Hier führt dann jedoch kein Weg an einer Rekonstruktionsoperation vorbei. Man muss jedoch unbedingt beachten, dass man nach einer operativen Wiederherstellung der Brustwarzen ein Baby nicht mehr stillen kann, da die Milchgägne komplett durchtrennt werden müssen, um ein äasthetisch positives Ergebnis zu erzielen. Eine Operation wird in manchen Fällen auch dann notwendig, wenn sich die Brustwarze bei Kälteeinwirkung noch mehr hineinzieht und somit Schmerzen verursacht, welche mit zunehmendem Alter immer mehr und immer unangenehmer werden. Von der äußerlichen Erscheinung her ganz zu schweigen.

Es besteht jedoch begründete Hoffnung, dass die Verwendung dieses einfachen medizinischen Instruments in Zukunft fast jede operative Korrektur von Hohl- und Schlupfwarzen überflüssig werden lässt, sofern diese schon in jüngen Jahren angewendet wird.

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