Die Wilde Malve – Malva silvestris

Ihre rosa-violetten Blüten zieren Wegränder, Schuttflächen oder Weinberge. Bereits seit dem Altertum nutzt der Mensch die Wilde Malve gegen Atemwegserkrankungen.

Sie hat berühmte Verwandte. Doch mit ihren eigenen inneren Qualitäten braucht sich die Wilde Malve nicht vor Hibiskus, Stockmalve oder Baumwolle zu verstecken. Bis zu einem Meter kann sie in die Höhe wachsen. Dabei liegen die Stängel oft flach auf dem Boden oder strecken sich in sanftem Bogen in die Luft. In den Blattachseln sitzen die rosa-violetten Blüten. Je höher die Blätter am Stängel sitzen, umso mehr ähneln sie kleinen Efeublättern. Vor ihrer kräftig grünen Farbe heben sich die Blüten gut ab.

Viele Namen, eine Pflanze

Der Volksmund hat die Wilde Malve mit vielerlei Namen bedacht. Der alte Begriff Käspappel bezieht sich auf die Malvenfrucht. Der ringförmige Fruchtkörper zerfällt in eine größere Anzahl von Teilfrüchten. Diese ähneln kleinen Käseecken. Den Kindern macht es Spaß direkt von der Pflanze die kleinen, leicht fruchtig-süß schmeckenden Samen zu naschen. Aber auch Katzen fressen sie zum Teil recht gerne. Obwohl Bezeichnungen wie das plattdeutsche Kattenkäs(e) eher auf die scheinbare Wertlosigkeit des Krautes hinzuweisen scheint. In anderen Regionen Deutschlands nennt man die Pflanze auch Kaskraut, Katzenkäse, Große Käsepappel, Hasenkäse oder Käslikraut.

Die Namen Johannispappel, Rosspappel, Käs- oder Käsepappel haben nichts mit dem Baum gleichen Namens zu tun. Sie geben einen Hinweis auf die Konsistenz der Malvenfrüchte und den Schleimgehalt der Blätter. Der Name Malve ist vermutlich über den Umweg des Lateinischen aus dem griechischen malakos = weich in den deutschen Wortschatz gelangt.

Antike Anwendung

Die ältesten Nachweise der Pflanze stammen aus Funden vom Ostrand der Lausitz. Schon während der letzten Eiszeit scheinen die Menschen dort ihre wohltuende Wirkung bei Husten erkannt zu haben. In der Antike erweiterte sich das Anwendungsgebiet. Die altgriechischen und römischen Ärzte legten Breiumschläge an und gaben den Patienten Tees aus Malvenblüten zu trinken. Die Blätter wirkten als Gemüse gegen hartnäckige Verstopfungen.

Eine Wohltat bei Husten…

Die Blüten der Malve sehen nicht nur attraktiv aus. Die rosa-violetten Farbtupfer stecken voller heilsamer Wirkstoffe. Es nimmt daher nicht Wunder, dass sich die Menschheit diese seit langem zu Nutze macht. Besonders der hohe Anteil an Schleimstoffen hilft dem geplagten Menschen bei Husten und Halsschmerzen. Der Schleim legt sich nach der Einnahme wie ein kühlender Umschlag auf die gereizten Stellen.

… und anderen Wehwehchen

Doch nicht nur bei Halsschmerzen und Husten wirkt die Malve. Auch bei Problemen mit dem Magen verschafft sie Linderung. So kann man bei Verstopfung Malvenblätter als Gemüse essen. In einem seiner Briefe erzählt Cicero von einem stark wirkenden Abführmittel. Dieses habe er in Form von einem Ragout aus Malven und Mangold eingenommen. Auch im Mittelalter kannte man die abführende Wirkung der Pflanze.

Was der Arzt empfiehlt

In der Pharmazie nutzt man für gewöhnlich nur die getrockneten Blüten. Doch auch die Blätter enthalten eine medizinisch wirksame Menge an Schleimstoffen.

Bei Hals- oder Rachenreizungen beziehungsweise Reizhusten hilft ein Malvenblütentee. Dazu übergießt man 2 Teelöffel getrockneter Malvenblüten mit einer Tasse kochendem Wasser. Nach einer Viertelstunde den Aufguss durch ein Sieb in eine Tasse oder einen Becher abgießen. Anschließend kann man den Malventee trinken oder mit ihm Gurgeln.

Alternativ setzt man 2 Teelöffel Blüten mit einer Tasse lauwarmem Wasser auf. Dann sollte die Mischung wenigstens fünf Stunden lang ziehen. Am einfachsten bereitet man diesen Kaltauszug abends vor und lässt ihn über Nacht ruhen.

Rezepte nicht nur für die Küche

Nicht nur in der Apotheke, auch in der Küche macht die Malve eine gute Figur.

Junge Blätter kann man ähnlich wie andere Wildkräuter zu grünem Salat geben. Ältere Blätter und Stängel sollte man zerkleinern. Danach die Masse wie Spinat mit Salz, Zwiebeln und etwas Öl in Wasser etwa 20 Minuten kochen.

Aus einem Püree von Malvenblättern und -stängeln, Lauch und Zwiebeln kann man mit etwas Mehl einen Teig bereiten und daraus geformte Bratlinge in der Pfanne braten. Ersetzt man das Mehl durch Pfeffer, Salz und Olivenöl, so erhält man ein schmackhaftes Pesto.

Eine Mischung aus getrockneten Malvenblüten, Hagebutten und getrockneten Apfelstückchen ergibt einen schmackhaften Früchtetee. 4 bis 6 Teelöffel der Mixtur gießt man mit einer Kanne kochendem Wasser auf. Dann lässt man das ganze eine Viertelstunde ziehen und seiht die Flüssigkeit ab. Der Tee kann heiß oder auch kalt genossen werden.

Hinweis:

Wie alle Arzneimittel sollte man auch Malventees nicht über einen längeren Zeitraum ohne ärztliche Kontrolle anwenden. Auch wenn keine Nebenwirkungen, Gegenanzeigen oder Wechselwirkungen bekannt sind, sollte im Zweifel immer erst der Hausarzt konsultiert werden.

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