Fastenende – Rückkehr zum Alltag

Die Fastenzeit geht dem Ende zu. Wie findet man in die Normalität zurück? Was ist zu beachten? Was wäre ungesund?

An Ostern endet die Fastenzeit. Viele Menschen haben auf verschiedene Weise gefastet. Beim Fastenbrechen werden immer wieder Fehler gemacht, die sich gravierend auf den Körper auswirken können. Georg Bernard Shaw (Schriftsteller mit Fastenerfahrung) schrieb einmal: “Jeder Dumme kann fasten, aber nur ein Weiser kann das Fasten richtig abbrechen”. Die Aufbauzeit ist weitaus wichtiger für den Körper als das Fasten selbst. Denn in der Fastenzeit schicken wir unsere Organe quasi in den Urlaub.

Wie findet man wieder in die Normalität zurück?

Nach dem Fastenbrechen folgen die Aufbautage. Ihnen sollte man Ruhe, Zeit und Geborgenheit widmen. Jeder Fastende muss in etwa ein Drittel der Fastenzeit für den Kostaufbau einplanen. Das wären zum Beispiel bei 9 Fastentagen 3 Aufbautage. Der Körper hat während des Fastens keine oder fast keine Verdauungssäfte produziert. Um diese Produktion wieder in Gang zu bringen, ist es wichtig, mit leicht verdaulichen Nahrungsmitteln zu beginnen.

Was ist zu beachten?

Da der Körper wieder auf Essen umschalten muss, benötigt er ein Signal. Die Organe, wie Magen, Leber, Galle und auch Darm brauchen Zeit, um sich wieder an den Alltag zu gewöhnen. Dieses Signal wird mit dem Fastenbrechen gesetzt. Mit einem Apfel, Apfelkompott (ohne Zucker) oder einem altbackenen Brötchen wird nach dem Fasten begonnen. Die Freude auf die erste Nahrung wird oft getrübt, wenn man nicht genügend informiert ist. Zum Beispiel kann es passieren, dass man nach der ersten Mahlzeit müde wird oder der Kreislauf ein wenig verrückt spielt. Dies kommt daher, dass ein Großteil der Energie des Körpers zur Verdauung genutzt wird. Das sollte sich nach zwei, drei Tagen jedoch wieder legen.

Was sind Fastenfehler?

An den Aufbautagen sollte man mit kleinen und leicht verdaulichen Mahlzeiten beginnen. Wer einer deftigen Fleischmahlzeit nicht widerstehen kann, muss oft mit heftigen Bauchschmerzen rechnen. Denn für die Eiweißverdauung wird die Magensäure benötigt, die jedoch nach der Fastenzeit noch nicht wieder im vollen Maße zur Verfügung steht. Ebenso sollte man an den ersten Tagen auf Alkohol oder Kaffee verzichten, da die Leber ihre Zeit benötigt, um die Gifte abzubauen. Eine zu große Mahlzeit kann ebenfalls Bauchschmerzen verursachen. Es sollte aus diesem Grund immer langsam gegessen werden. Hat man das Gefühl, satt zu sein, sollte man den Rest stehen lassen.

Wie sieht ein perfekter Aufbautag aus?

Wichtig ist es, an den Aufbautagen, dem Darm noch ein wenig auf die Sprünge zu helfen, da er erst wieder richtig arbeitet, wenn er gefüllt ist. Ein Glas Sauerkrautsaft oder Molke oder am Vorabend eingeweichte Backpflaumen wären genau richtig, um in den Tag zu starten. Hungrige dürfen gern noch eine oder zwei Scheiben Knäckebrot mit Magerquark essen. Mittags wären Pellkartoffeln mit gedünstetem Möhrengemüse oder eine Gemüsesuppe zu empfehlen. Als Nachspeise einen fettarmen Joghurt mit Leinsamen. Abends darf zum Beispiel Möhrenrohkost und/oder Dickmilch mit Leinsamen und Knäckebrot gegessen werden. Wichtig ist es auch, weiterhin viel zu trinken, da der Körper die Flüssigkeit benötigt, um die Verdauungssäfte wieder zu aktivieren.

Wie kann man den Fastenerfolg erhalten?

Viele Menschen fasten, um abzunehmen. Je nach dem, wie lange man fastet, kann man zwischen 5 und 10 Kilo abnehmen. Wer jedoch glaubt, dass er nach dem Fasten in alte „Essmuster“ verfallen kann, hat schneller als er denkt die Pfunde wieder drauf. Zu fette und stark denaturierte Nahrungsmittel sollte man generell aus seinem Ernährungsplan entfernen. Sinnvoll ist eine Umstellung auf eine Vollwerternährung. Dazu gehören Vollkornprodukte, frisches Gemüse und Obst, Kräuter und hochwertige Pflanzenöle. Mit dieser Ernährungsweise und ein wenig Sport können weitere Pfunde dauerhaft purzeln. Wer ein Fastenneuling ist, sollte sich in professionelle Hände geben, damit man von einem Jo-Jo-Effekt verschont bleibt.

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