Gehaltsverhandlung – Fakten statt Psychotricks

Vergessen Sie Psychotricks und rhetorische Mittel für die Gehaltsverhandlung und lassen Sie lieber Fakten sprechen.

Die Gehaltsverhandlung gleicht dem Feilschen auf einem orientalischen Basar. Gehen Sie grundsätzlich davon aus, dass das angebotene Einstiegsgehalt deutlich unter dem liegt, was Ihr neuer Chef für Sie zahlen würde. Geben Sie sich mit dem angebotenen Gehalt zufrieden, ist das zwar gut für die Firma, jedoch eher schlecht für Sie. Statistisch liegt das angebotene Einstiegsgehalt mindestens 5-10 % unter dem, was Ihre Arbeit wert ist und was Ihre Firma bereit ist, zu bezahlen. Wenn dies Ihr erster Job ist, sollten Sie außerdem nicht vergessen, dass das angebotene Gehalt ein Bruttogehalt ist. Mit einem Brutto-Netto-Rechner können Sie ganz schnell ausrechnen, wie viel am Monatsende wirklich übrig bleibt.

Die erste Regel für die Gehaltsverhandlung lautet: Lassen Sie sich nicht von fadenscheinigen Argumenten beeindrucken. Viele Arbeitnehmer sind der Meinung, dass besonders in wirtschaftlich schlechten Zeiten Abstriche beim Gehalt gemacht werden müssen. Diese Bescheidenheit ist jedoch völlig verkehrt. Es kommt natürlich darauf an, in welcher Branche Sie tätig sind. In allen Berufen, in denen es auf Ihre individuellen Fähigkeiten ankommt, kann sich Bescheidenheit bei der Gehaltsvorstellung auch negativ auswirken. Sind Sie beim Vorstellungsgespräch mit Ihren Gehaltsvorstellungen zu bescheiden, entsteht schnell der Eindruck, dass Ihre Arbeitskraft und Ihr Talent nicht viel wert seien. Natürlich haben Sie sich im Vorfeld informiert und wissen ganz genau, wie ein realistisches Gehalt für Ihren Beruf ausfallen kann.

Wenn Arbeitgeber mit der allgemein schlechten Auftragslage argumentieren, versuchen Sie normalerweise nur, Sie unter Druck zu setzen. Wäre die Auftragslage der Firma wirklich so schlecht, hätte man Sie wahrscheinlich gar nicht erst eingestellt.

Warum Psychotricks bei der Gehaltsverhandlung peinlich werden können

Im Internet finden sich viele Ratgeber zum Thema Gehaltsverhandlung. Meistens werden dort Strategien und Psychotricks vermittelt, mit denen Sie Ihr Gegenüber beeinflussen sollen. Dazu gehören rhetorische Mittel, die richtige Körpersprache und vieles mehr. Solche Psychotricks haben leider oft mit der Realität nichts zu tun. Man hat den Eindruck, dass die Autoren kaum Erfahrungen auf dem freien Arbeitsmarkt gemacht haben. Gehen Sie davon aus, dass Ihr Chef kein Idiot ist! Mitarbeiter in Führungspositionen sind normalerweise gut geschult und kennen sich mit Psychotricks und rhetorischen Mitteln besser aus als Sie. Wie peinlich ist das also, wenn Ihr Gegenüber bei der Gehaltsverhandlung Ihre Manipulationsversuche sofort durchschaut. Eine Gehaltsverhandlung ist nicht in erster Linie eine Frage der richtigen Strategie, sondern der entscheidenden Fakten und der richtigen Vorbereitung.

Bei der Gehaltsverhandlung durch Fakten überzeugen

Verhalten Sie sich Ihrem Chef gegenüber also ganz einfach normal und sprechen Sie offen über Ihre Gehaltsvorstellung. Wichtige Argumente für Ihr Wunschgehalt sind die allgemeinen Lebenskosten, die in der Branche üblichen Einstiegsgehälter, Ihr beruflicher Werdegang und Ihre Qualifikationen. Diese Themen und die entsprechenden Argumente sollten Sie gut vorbereitet haben.

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