Goldmünzen: Springbock, Känguru & Co.

Sie sind gleichermaßen Geldanlage und Sammelobjekt: Goldmünzen. Für den Reiz sorgt neben dem Material auch die Kunstfertigkeit der Graveure.

Bilder von Königinnen, Königen, Herrschaftszeichen und Wappen haben über Jahrhunderte hinweg die Optik von Goldmünzen geprägt – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Daran hat sich bis heute nur wenig geändert. Zumindest die Vorderseiten der gängigen Bullion-Münzen zieren nach wie vor eher klassische Motive wie zum Beispiel das Konterfei von Queen Elizabeth II., das auf sämtlichen Münzen aus Australien und Kanada zu sehen ist. Die Rückseiten hingegen unterliegen einer gewissen Mode. Einer der Trends, Tiere auf Münzen, hält sich seit 1967.

Der Krugerrand – eine Goldmünze mit Tradition

Den Auftakt machte der Springbock. Das Nationaltier Südafrikas steht für eine der bekanntesten Goldmünzen weltweit: den Krugerrand (hierzulande Krügerrand ausgesprochen). Der Name geht zurück auf den Politiker Paul Kruger sowie das gesetzliche Zahlungsmittel des Landes, den Rand. Mit der Münze sollte südafrikanisches Gold publikumswirksam vermarktet werden. Der Verkauf erfolgte zum reinen Goldpreis zuzüglich eines kleinen Aufschlags. In den ersten Jahren lag die Auflage der 1-Unzen-Münze bei knapp 40.000. Nur wenig später wurde bereits die Millionengrenze überschritten, ehe Sanktionen gegen das Apartheids-Regime zu einem spürbaren Absatzeinbruch führten. 1980 erweiterte Südafrika das Sortiment. Es kamen auch kleinere Goldmünzen mit dem Springbock in Umlauf. Das gleiche Tier in einer ähnlichen Darstellung wird übrigens auch in Malawi auf Münzen geprägt, die sowohl in Gold als auch in Silber erhältlich sind.

Lunar-Serie 2012 – im Zeichen des Drachen

In Australien hat man sich für das Känguru als Münzmotiv entschieden, hält für Sammler aber noch weit mehr Schmankerl bereit. 2012 wurden Gold- und Silbermünzen passend zum „Jahr des Drachen“ kreiert. Bis zu einem Kilogramm Gewicht bringen die Kunstwerke auf die Waage. Dass der Drache als Münzmotiv sich rund um den Globus größter Beliebtheit erfreut und vor allem in China äußerst gefragt ist, liegt schlichtweg an den Tugenden und Werten, für die das Fabelwesen steht: Mut und Selbstbewusstsein. Das ist einer der Gründe, warum die Lunar-Serie des Jahres 2012 zu den Ausgaben zählt, die nur noch äußerst schwer und nur zu vergleichsweise hohen Preisen erhältlich sind. Etwas günstiger, aber nicht minder beliebt sind die australischen Münzen mit dem Koala oder dem Kookaburra, einem Vogel. Weitere Silber- und Goldmünzen mit Tieren stammen unter anderem aus Somalia (Elefant), von den Fidschi-Inseln (Schildkröte), den USA (Weißkopfseeadler), Kanada (Puma, Elch), China (Panda) und Ruanda (Nashorn).

Hobby oder Geldanlage?

Für den Einstieg in das Sammelgebiet sind die kleineren Goldmünzen mit 1/10 oder 1/20 Unze bestens geeignet. Auf Dauer stellt sich allerdings die Frage: Sind die Münzen eher Sammelobjekte oder doch eine Geldanlage? Letztlich trifft beides zu, wobei der Schwerpunkt das Hobby sein sollte. Denn Goldmünzen sind nicht der sichere Hafen, als der sie bisweilen umworben werden. Gold unterliegt wie Fonds und Aktien Marktschwankungen. Bricht der Goldkurs ein, verlieren auch die Münzen an Wert. Absolute Sicherheit ist also nicht gewährleistet. Dazu müsste man schon im Besitz extrem seltener oder gefragter Stücke sein, bei denen weniger die Marktlage denn der Münzkatalog über den Preis entscheidet.

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