Hobby – Münzen zu filigranem Schmuck umarbeiten

Ein Interview mit dem Filigranmünztechniker und Münzsammler Rudolf Baur. Er arbeitet Münzen als Glücksbringer um.

Sammler von Münzen fasziniert ihr Besitz, ihr Aussehen,die Möglichkeiten sie effektvoll zu präsentieren und der Kontakt zu anderen Sammlern oder Fachleuten.

Einmal, wie Dagobert Duck, in einem Geldspeicher zu baden und seinen ersten selbst verdienten Taler als Glücksbringer auf zu bewahren, ist für Viele erstrebenswert. Nur Wenige wissen, dass Münzen auch zu einmaligen Schmuckstücken umgearbeitet werden können. Manche Münzen erinnern den Besitzer an bestimmte Ereignisse und erinnern, nachdem sie verarbeitet wurden, an schöne Stunden.

Filigrantechnik wäre auch für Dagobert Duck ein schönes Hobby

Walt Disney hat die Herzensfreude an der klingenden Münze realistisch in der Gestalt des im Geld badenden Bankiers Dagobert Duck dargestellt. Dieser gründete seinen sagenhaften Reichtum auf seinem ersten selbstverdienten Taler und rechnete ihm magische Kräfte zu. Der realistische Hintergrund des Comikgeschehens veranlasst auch heute noch Menschen dazu, an die glücksbringenden Eigenschaft von Geld zu glauben. Das Präsentieren von Zahlungsmitteln als Schmuck symbolisiert Reichtum und Wohlstand. Ob durchbohrt oder aneinandergeschmiedete Taler bringen nicht nur manches Frauenherz, sondern auch Sammlerherzen zum Wallen.

Eine ganz besonders feine Art der Umarbeitung von Münzen zu einem Ring, Anhänger, Brosche oder Glücksbringer, ist die Filigrantechnik. Rudolf Baur, aus dem Deggenhauser Tal, in Baden-Württemberg, hat sie zu seinem Hobby gemacht. Wer eine Münze einmal genau betrachtet, sieht, dass sie meist sehr viele, winzige Details hat. Wer diese herausarbeiten will, muss neben einer enelsgleichen Geduld, auch eine Lupe besitzen. Rudolf Baur,der zum Filigrantechniker wurde, besitzt offenbar beides. Er arbeitet Sammlermünzen, zum Beispiel auch den erste selbstverdienten Taler, als Glücksbringer oder Schmuckstück um. Wie-funktioniert.com befragte den Münzfachmann Rudolf Baur, zu seinem Hobby.

Herr Baur, wie sind Sie zu Ihrem Hobby gekommen?

„Meine Hobbymünzsammlung habe ich 1977 mit dem Münzen ausarbeiten angefangen. Durch Zufall kam mir eine 5 Pence Münze mit dem Stiermotiv in die Hand. Da ich als Sternzeichen Stier bin lag es nahe, die Münze als Schmuckstück umzuarbeiten. Münzen sammle ich seither nur nach Motiven. 400 verschiedene, aus denen die Motive heraugraviert wurden, bilden jetzt meine Sammlung.“

Wie wird aus den Münzen ein Schmuckstück?

„Nach der Auswahl des Motivs werden in das Geld, manchmal bis zu 40 Löcher mit einem Durchmesser von 0,6 Millimetern, gebohrt Danach spanne ich das Stück in einen speziellen Schraubstock und arbeite mit einer Feinsäge das Motiv, in feiner filigraner Handarbeit, heraus. Dabei muß ich genau darauf achten, daß die Randverbindungen mir nicht ausbrechen. Im ungünstigsten Fall sind es immerhin nur 0,2 Millimeter. Besonders dünne Stellen werden bis zu 15 Grad schräg gesägt.“

Wie werden die Münzen bearbeitet?

„Die kleinsten Symbole und Schriftzeichen kann man mit dem bloßen Auge fast nicht erkennen und das Ausarbeiten der Flächen dauert bis zu sieben Stunden. Für ein altes Fünfmarkstück brauche ich so etwa drei Stunden. Alle halbfertigen Stücke werden entgrätet und in einer Trommel, zusammen mit Poliermittel etwa 6 Stunden mit 40 Umdrehungengen pro Minute gereinigt und poliert. Mit 24 Karat zweifach hartvergoldet oder versilbert, kann man sie dann als Amulett oder Glücksbringer tragen.“

Welches ist das schönstes Stück ihrer Sammlung?

„Es ist eine 25 Pence Münze aus Großbritannien in echter Silberfassung. In ihr habe ich echte Rubine und einen Diamanten eingearbeitet. Die Arbeitszeit betrug etwa 16 Stunden.

Ob das Glückssymbol dann aber auch den Reichtum bringt den Dagobert Duck erwarb, kann ich nicht garantieren. Einen Versuch ist es allemal wert.“

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