Homosexualität im Jugendalter

Gleichgeschlechtliche Liebe – Für viele ein Problem. Homosexuelle Jugendliche schämen sich oft für ihre Neigung und haben viele Probleme mit Gleichaltrigen. Dabei ist die Spielart eine ganz natürliche Sache.

Viele Eltern freuen sich darauf, dass ihr Sohn oder ihre Tochter irgendwann ihnen den ersten Partner vorstellt. Die Erwachsenen gehen oft davon aus, dass dann das „andere Geschlecht“ an der Seite des eigenen Kindes steht. Ein solches Bild ist, trotz aufgeklärter Zeiten, noch immer die Hoffnung der Eltern. „Wir wollen irgendwann Großeltern werden“, sind Sprüche, die Kinder von ihren Eltern immer wieder hören. Doch was passiert, wenn der Teenager plötzlich mit einem einem Partner auftaucht, der nicht vom anderen Geschlecht ist?

Einblicke in die Vergangenheit

Vor nicht langer Zeit war auch in Deutschland Homosexualität noch unter Strafe gestellt. Werte und Normen der Gesellschaft schrieben vor, dass nur die Heterosexualität akzeptabel sei. Aus diesem Grund trafen sich Homosexuelle an geheimen Orten und lebten ihre Neigung dort aus, wo sie nicht gefährdet waren, entdeckt zu werden.

Nur langsam hat sich das Bild in Deutschland geändert. Werte und Normen wurden liberaler und die sexuellen Spielarten wurden offener. Sexualität wurde freier und Homosexualität wurde gesellschaftlich immer mehr akzeptiert.

Während des Krieges und auch danach, waren viele Homosexuelle verheiratet, um nicht aufzufallen. Sie zeugten Kinder, um der Gesellschaft zu genügen.

Auch psychiatrisch gab es das Krankheitsbild der Homosexualität und es wurde von vielen Psychiatern eifrig behandelt. So bezeichnete beispielsweise Freud die Homosexualität als eine enge Bindung an die Mutter, wobei sich das Kind stark mit ihr identifiziere und den Vater heftig ablehne.

Homosexualität heute

Die moderne Gesellschaft ist zwar wesentlich aufgeklärter, dennoch ist es für Homosexuelle immer noch nicht leicht zu bestehen. Die alten Bilder sind noch immer in den Köpfen der Menschen. Auffällig ist allerdings, dass lesbische Paare leichter akzeptiert werden, als schwule Paare. Nach Frauen drehen sich die Menschen nicht einfach um, wenn sie vorbeilaufen. Jungens hingegen fallen noch immer immens auf, wenn sie Hand in Hand durch die Straßen laufen. Und oftmals werden sie von Leuten angesprochen, ob es wirklich sein müsse, sich so zur Schau zu stellen, oder ob sie sich nicht dafür schämen.

Zwei Formen der Homosexualität in der Jugendzeit

In der Jugend kommen schwärmerische, gleichgeschlechtliche Schwärmereien und Freundschaften vor, bei denen es auch zu homosexuellen Fantasien kommt. Oft genug werden diese auch probeweise ausgelebt. Die Jugendlichen „spielen“ ihre Reize aus und spielen mit ihrem Körper und ihrer Sexualität. In einigen Fällen können sich aus solchen spielerischen Beziehungen auch längerfristige homosexuelle Beziehungen entwickeln. Die meisten dieser Beziehungen werden nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren wieder aufgegeben und durch heterosexuelle Beziehungen ersetzt. Verspürt der Jugendliche kein Verlangen mehr nach gleichgeschlechtlicher Liebe, kann davon ausgegangen werden, dass die Beziehung eine Entwicklungshomosexualität war, die nur eine Phase in der Entwicklung darstellte. Erfahrungen und Phasen, die mehr Jugendliche erleben, als die Erwachsenen für möglich halten. Viele dieser homosexuellen Beziehungen entstehen, weil heterosexuelle Beziehungen noch nicht gelebt werden können. Die Gründe hierfür können vielfältig sein.

Viele Jugendliche bleiben allerdings bei ihren Neigungen und suchen sich nur noch gleichgeschlechtliche Partner. Sie empfinden eine Befriedigung in ihrer Beziehung und sind glücklich. Sie als krank zu bezeichnen ist falsch und Eltern müssen die Tatsachen einfach annehmen, wie sie sind. Das Kind wird dadurch nicht zu einem anderen Menschen.

Wenn Jugendliche unter ihrer Neigung leiden

Die meisten Jugendlichen haben ein Problem damit, mit ihren Eltern über ihre Neigung zu sprechen. Sie befürchten von den Eltern abgelehnt zu werden. Schuldgefühle kommen auf und der Jugendliche kann im schlimmsten Fall Depressionen entwickeln, die bis zum Selbstmord führen können. Oft kommen die Teenager mit sich selbst in einen Konflikt und können sich in dieser Rolle nicht akzeptieren. Sie halten sich nicht für normal und viele versuchen verbissen, ihre Neigung zu ändern und haben ständig wechselnde heterosexuelle Beziehungen, ohne dabei ausgefüllt zu sein.

Auch der Freundeskreis kann sich zurückziehen. Im schlimmsten Fall stoßen sie auf Mitschüler und andere Jugendliche, die sich über sie lustig machen. Auch körperliche Mißhandlungen, verbale Attacken und körperliche Auseinandersetzungen sind in diesem Bezug normal. Das Selbstbewusstsein des Jugendlichen sinkt immer weiter und im schlimmsten Fall hält er sich für wertlos.

Eltern sollten helfen

Oft haben die Eltern bereits einen Verdacht in dieser Richtung. Offen ansprechen, ohne einen vorwurfsvollen Ton anzuschlagen ist dabei geboten. Die Erwachsenen müssen zu verstehen geben, dass sie damit einverstanden sind und dass sie weiterhin für ihn da sein werden.

Eltern sollten die Probleme, die der Jugendliche hat besprechen. Der Teenager hat die gleichen Probleme, die er auch in heterosexuellen Beziehungen hätte, nur dass noch einige Probleme mehr auf ihn zukommen. Die Erwachsenen können das Gefühl vermitteln, dass es normal ist. Ihr Einverständnis ist oftmals eine Erlösung für den Sprössling und die schlimmsten Befürchtungen bleiben aus.

Von Enkelkindern können Eltern trotzdem schwärmen, solange sie nicht von einer heterosexuellen Beziehung ausgehen. Eltern müssen vermitteln, dass er noch immer ihr Kind ist und dass sich nichts geändert hat.

Verzichtet sollte auf alle Fälle darauf werden, den Teenager zu einer Therapie zu bewegen, denn krank ist er nicht.

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