Informationen zum schwedischen Sprachgesetz

Wer das Sprachgesetz regelt, welche Aufgaben es erfüllen soll und warum überhaupt ein Sprachgesetz in Schweden existiert.

Das schwedische Sprachgesetz ist das erste richtige Sprachgesetz, zuvor gab es lediglich Gesetzesteile und Bestimmungen, die die Sprache annähernd regelten bzw. in irgendeiner Form behandelten. Nie aber gab es ein ganzes Gesetz, dessen einziger Zweck es war, die schwedische Sprache zu regeln.

Das Sprachgesetz behandelt die komplette Sprachsituation in Schweden. Es regelt den Status der Landessprache, der Minderheitssprachen (Finnisch, Jiddisch, Meänkieli, Samisch und Romani Chib) und der schwedischen Zeichensprache.

Sein Zweck ist die Ermittlung der Stellung des Schwedischen und anderer Sprachen in der Gesellschaft und die Verteidigung des Schwedischen gegen die Einflüsse der mehr und mehr aufkommenden Sprachvielfalt. Es ist am 1. Juli 2009 in Kraft getreten.

Warum war ein Sprachgesetz in Schweden nötig?

Heute gibt es neben Schwedisch noch die Minderheitssprachen, die Zeichensprache und zahlreiche Einwanderersprachen. Daneben werden immer mehr Anglizismen genutzt und vor allem in Bildung und Forschung mehr und mehr die englische Sprache verwendet. Die Schweden wollen ihre Sprache schützen, erhalten und weiterentwickeln, daher wurde der Wunsch nach einem Sprachgesetz, das eben dies regelt, immer lauter.

Wer ist für das Sprachgesetz zuständig und welche Aufgaben soll es erfüllen?

Der schwedische Sprachrat, ein offizielles Organ der Sprachpflege und Spracherhaltung, der Teil der Sprachbehörde „Institut für Sprache und Volkskunde“ ist, entwickelte das Sprachgesetz und überprüft seine ordnungsgemäße Einhaltung. Die Aufgaben des Sprachrates sind die Verfolgung der Entwicklung der schwedischen Sprache und ihre Förderung. Es wird mit Schwedisch, den Minderheitssprachen und der schwedischen Zeichensprache gearbeitet. Zudem sind alle staatlichen Einrichtungen verpflichtet, die schwedische Sprache zu verwenden und ebenfalls zu entwickeln. Dies bedeutet, dass zum Beispiel statt der Übernahme von Fremdwörtern eigene Wörter gebildet werden sollen.

Die Basis des Sprachgesetzes

Der Reichstag beschloss 2005 eine Sprachpolitik mit folgenden Bestimmungen:

  • Schwedisch soll die Hauptsprache in Schweden sein
  • Das Amtsschwedisch soll gepflegt, einfach und leicht verständlich sein
  • Alle haben das gleiche Sprachrecht: Jeder darf die schwedische Sprache entwickeln und erlernen, seine eigene Muttersprache und die nationalen Minderheitssprachen anwenden und auch andere, fremde Sprachen erlernen

Sprachgesetze in anderen Ländern

In Frankreich, Slowakei, Polen gibt es ebenfalls ein Sprachgesetz, dass die ausschließliche Nutzung der Landessprache für öffentliche Bekanntmachungen und Verkündigungen vorsieht. Vor allem in der Slowakei wurde jedoch bemängelt, dass so das Ungarische zur „Küchensprache verkommt“.

Auch in Finnland regelt ein Sprachgesetz den Status des Schwedischen und des Finnischen im Land. Schwedisch gilt dort als gleichberechtigte Amtssprache.

In Deutschland war ein Entwurf in Überlegung, der allerdings nicht verwirklicht wurde. Ein Sprachrat ist vorhanden, der für den Erhalt des Deutschen, der Festigung der Stellung der Sprache im Ausland und für die Möglichkeit des Erlernens des Deutschen als Ausländer sorgt.

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