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Karpaltunnelsyndrom: Schmerzen vom Handgelenk bis in die Schulter

Einseitige Bewegungen am Computer oder beim Sport fördern die Entstehung des Karpaltunnelsyndroms (KTS). Bei frühzeitiger Erkennung ist Heilung gut möglich.

Drei Mal mehr Frauen sind vom Karpaltunnelsyndrom (KTS) betroffen als Männer. Vor allem Schwangere kennen das unangenehme Gefühl in den Handgelenken. Doch auch Sportler oder Menschen, die täglich am Computer arbeiten, werden immer häufiger von der unangenehmen Krankheit in ihrem Alltag eingeschränkt. Gefährlich ist das KTS nicht, jedoch kann es auf Dauer ziemlich lästig werden.

Was ist der Karpaltunnel?

Der Karpaltunnel, Carnalis carpi, ist eine tunnelartige Röhre, eine Engstelle, zwischen Daumenballenmuskulatur und Kleinfingerballenmuskulatur. An dieser Stelle mündet unter anderem einer der wichtigen Handnerven, der Nervus medianus. Wird dieser Nerv ein- oder abgeklemmt, spricht man vom Karpaltunnelsyndrom.

Karpaltunnelsyndrom erkennen

Eine Diagnose ist in den meisten Fällen einfach, da die Symptome oft eindeutig sind. Es beginnt mit Gefühlsstörungen in der Hand wie Kribbeln oder einem Taubheitsgefühl, die Hand schläft ein. Unternimmt man nichts dagegen und entwickelt sich die Krankheit weiter, kommt es zu starken Schmerzen. Diese treten vor allem in der Nacht auf und können durch den Unterarm bis hinauf in die Schulter ziehen. Im weiteren Verlauf entsteht ein dauerhaftes Taubheitsgefühl, welches insbesondere den Daumen sowie Zeige- und Mittelfinger betrifft. Leidet man mehrere Jahre unter dem KTS kann die Daumenballenmuskulatur abnehmen und der Daumen verliert seine Griffstärke.

Das KTS tritt meist an der Hand auf, welche stärker belastet wird. Eine große Patientengruppe sind Menschen, welche stundenlang am Computer arbeiten, Schwangere, Sportler mit einseitiger Belastung und Frauen in den Wechseljahren zwischen 40 und 60 Jahren. Bei Rechtshändern ist in der Regel die rechte Hand häufiger oder früher betroffen, bei Linkshändern die linke. Kinder erkranken sehr selten am Karpaltunnelsyndrom.

Entstehung des KTS

Das KTS ist ein Nervenkompressiumssyndrom, dessen Ursache meist nicht eindeutig zu klären ist. Enge im Karpeltunnel, wodurch der Nervus medianus abgeklemmt wird, kann durch andauernde Belastung oder hormonellbedingt entstehen. Auch Sehenscheidenentzündungen, Wassereinlagerungen, Verletzungen oder einfach die anatomischen Voraussetzungen des Betroffenen sind häufig der Auslöser für ein KTS.

Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms

Erkennt man frühzeitig, dass es sich um ein KTS handelt, stehen die Heilungschancen ohne Folgeschäden bei 95 Prozent. Zunächst wird versucht, mittels Schiene oder Verband das betroffene Handgelenk ruhig zu stellen. Vor allem nachts sollte das Gelenk fixiert werden, da in dieser Zeit die meisten Schmerzen auftreten. Ist der Nerv bereits entzündet, werden oft Kortison oder lokale Betäubungsmittel gespritzt. Tritt nach drei Monaten immer noch keine Besserung ein, wird eine Operation angeraten. Diese ist relativ risikoarm, die Heilung kann abhängig von der Operationsmethode aufgrund stärkerer Narbenbildung jedoch lange dauern.

Vorbeugen ist besser als heilen

Damit es gar nicht so weit kommt, sollte man als potentiell Betroffener versuchen, dem KTS vorzubeugen. Wer am Computer arbeitet, benötigt hierfür eine ergonomische Tastatur und Maus sowie ein Maus-Pad mit Ablage für das Handgelenk. Beim Sport können Handgelenkschoner getragen werden. Bei langer Belastung des Gelenkes tagsüber ist es hilfreich, in der Nacht einen Verband anzulegen und entzündungshemmende Salbe aufzutragen. Kühlen kann ebenfalls ersten Anzeichen eines KTS entgegenwirken. Auch wirksam sind Übungen für die Handgelenke, die kräftigen und lockern: die Hände aussschütteln, feste Fäuste machen als ob man einen Stein ausquetschen wollte, die Handflächen kraftvoll zusammendrücken, die Finger so weit spreizen wie möglich oder einen Igelball zwischen den Händen umherrollen. Wichtig vor allem ist allerdings, dass man jede Überforderung meidet und lieber rechtzeitig eine Pause einlegt.