Lachyoga gegen Winterdepression

Wenn man traurig sein kann ohne Grund, warum sollte man dann nicht auch ohne Grund lachen können? Mit Lachyoga lernen Sie den Zaubertrick des Zygomaticus.

Jeder Mensch unterliegt Stimmungen. Wieso ist das so? Aus dem einfachen Grund, weil wir so gestrickt sind. An dieser feststehenden Tatsache ist nicht zu rütteln. Und wem ist schon so richtig nach Lachen zumute, wenn es dunkel, kalt und vielleicht noch nass und stürmisch ist! Ihnen? Wenn Sie diesen Artikel lesen wahrscheinlich eher weniger. Dabei ist Lachen doch so gesund. Die Wissenschaftler, die sich mit den Wirkungen des Lachens auf den menschlichen Organismus beschäftigen – das sind die Gelotologen – die haben schließlich herausgefunden, dass Lachen Glückshormone freisetzt. Glückshormone! Das sind doch die Dinger, die gegen Depressionen helfen sollen. Genau! Also besteht das Problem darin, dass wir zwar liebend gern öfter lachen würden, uns aber nicht wirklich oft danach ist. Richtig? Was nun? Da ist guter Rat teuer. Wollen Sie einen Zaubertrick verraten bekommen?

Der Zaubertrick mit dem Zygomaticus

Zygo was? Zygomaticus. Und wissen Sie, was das Beste an diesem Trick ist? Jeder Mensch hat ihn, auch Sie. Auch Sie verfügen über einen Zygomaticus.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Menschen zum Lachen zu bringen. Diese Gelotologen, die Lachwissenschaftler, Sie wissen schon, haben sogar ein sogenanntes Lach- und Heiterkeitsnetzwerk im Gehirn gefunden. Ist doch lächerlich! Nein, ganz und gar nicht. Was bringt denn die Menschen so zum Lachen? Nun, manche erzählen sich Witze, sehen sich eine Komödie an oder gehen ins Kabarett. Wissenschaftlich ausgedrückt: Sie nutzen die kongnitive Komponente ihres Lach- und Heiterkeitsnetzwerkes. Um über einen Witz oder eine Parodie lachen zu können, muss man die Sache verstehen – kognitiv. Klar?

Was hilft uns noch, uns in eine Glückshormonstimmung zu versetzen? Ein freudiges Ereignis. Natürlich. Das muss nicht unbedingt nur eine Geburt sein. Die emotionale Komponente, wissenschaftlich formuliert, kommt auch beim Verliebtsein ins Spiel oder allgemein, wenn uns etwas Angenehmes, Erfreuliches passiert. Also müssten sich eigentlich alle, die an Winterdepressionen leiden, im Winter verlieben, und nicht im Wonnemonat Mai, wo sowieso schon alles grünt und blüht!

Ist Ihnen sowohl bei der kognitiven als auch bei der emotionalen Komponente etwas aufgefallen? In allen beiden Fällen wird die Glückshormonausschüttung von äußeren Einflüssen bestimmt. Und genau das ist auch der Grund, weswegen uns oft nicht nach Lachen zumute ist. Wir warten immer auf einen Input. Und der … lässt meist lange auf sich warten. Warum nicht selbst tätig werden! Und zwar indem wir unseren Zygomaticus gebrauchen, den Zaubertrick. Damit kommen wir zur dritten Komponente unseres Lach- und Heiterkeitsnetzwerkes: die motorische. Oh, denken Sie jetzt bitte nicht an einen Automotor! Gemeint ist natürlich die menschliche Motorik, unsere Muskulatur. Wussten Sie, dass beim Lachen über 300 Muskeln in unserem Körper beteiligt sind? Das ist richtige Fitness. Bestimmt hat Ihnen auch schon mal der Bauch vom vielen Lachen weh getan. Aber was ist denn nun der Zygomaticus? Das ist, und Mutter Natur hat uns großzügigerweise gleich zwei Mal damit ausgestattet, der Muskel zum Hochziehen der Mundwinkel.

Lachyoga – Lachen ohne Grund

Das bedeutet? Sie nutzen Ihre Gesichtsmotorik, um Ihre Stimmung aktiv zu beeinflussen. Genau das ist die Basis für Lachyoga. Lachyoga funktioniert nach dem Motto: Lachen ohne Grund. Ohne Einfluss von außen wie Witze oder ähnliches. Bei Depressionen sind Sie traurig ohne Grund. Also warum nicht auch mal ohne Grund lachen? Sie ziehen einfach Ihre Mundwinkel, Ihren Zygomaticus, bewusst, künstlich nach oben. Ja, das ist sehr ungewohnt. Sie müssen sich nur die Erlaubnis dazu geben. Mehr nicht. Es ist vollkommen egal, ob Sie über einen Witz, Pointen oder über sich selbst, echt oder künstlich lachen. Es geht rein um diesen Reflex, den Muskelreflex des Lachens, den uns Mutter Natur gegeben hat.

Und damit nicht genug. Unser Gehirn merkt nicht, dass das Lachen gar nicht echt ist. Schön blöd, was? Nein, das ist absolut genial. Neurologen nennen das Ganze „geschauspielertes Glück“. Bei Schauspielern wurde nämlich beobachtet, dass sie krank wurden, wenn sie eine traurige Rolle gespielt hatten. Umkehrschluss? Wenn man eine fröhliche Rolle spielt, wird man glücklich! Wir tun also so, als würden wir lachen, bis wir es wirklich machen. Am Anfang erzeugen wir ein künstliches Lachen, wir simulieren ein Lachen, indem wir die motorische Komponente, unseren Zygomaticus, einsetzen und unsere Mundwinkel nach oben ziehen. Die Folge? Wir tricksen unser Gehirn aus und erzeugen letztendlich ein echtes Lachen. Das Endergebnis? Glückshormone! Der natürliche Feind der Winterdepression.

Natürlich können Artikel von Suite101 kein Ersatz für den Arztbesuch sein. Mit Depressionen ist alles andere als zu spaßen. Wenn Sie allerdings die Möglichkeit haben, besuchen Sie doch mal einen Lachclub oder eine Lachschule in Ihrer Nähe, wo Lachyoga praktiziert wird. Zum Beispiel die erste Münchner Lachschule oder den Erfurter Lachclub. Dann können Sie selbst die heilsamen Wirkungen des Lachens verspüren und der Winterdepression ein Schnippchen schlagen.

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