Maßnahmen zur Ersten Hilfe bei Fieberkrämpfen im Kleinkindalter

Ein Fieberkrampf gilt bei Eltern als gefürchtetes Ereignis – doch so bedrohlich er auch erscheint, können einige Erste-Hilfe-Maßnahmen dem Kind gut helfen.

In der Regel werden die Eltern bei den klassischen U-Untersuchungen ihrer Kinder nach dem Auftreten eines Fieberkrampfes gefragt. Viele Eltern werden diese Frage verneinen, einige Eltern wissen vielleicht gar nicht, was ein Fieberkrampf ist. In einigen Büchern ist das Auftreten solcher Fieberkrämpfe gut beschrieben, doch nur wer ein- oder vielleicht sogar mehrmals sein eigenes Kind erlebt hat, wenn es einen Fieberkrampf hat, weiß, womit er es zu tun hat.

Bei vielen gilt ein Fieberkrampf als besonders gefürchtet, doch so bedrohlich diese Krampfanfälle auch aussehen mögen, sie führen in den allermeisten Fällen nicht zu Folgeschäden. Auch entwickelt ein Kind, das einmal einen Fieberkrampf erlitten hat, noch lange keine Epilepsie.

Die Ursachen eines Fieberkrampfes

Steigt das Fieber sehr rasch an, beispielsweise binnen einer Stunde von 37°C auf 39,5°C, kann es zu einem bei Eltern stets gefürchteten Fieberkrampf kommen. Neben dem schnellen Fieberanstieg sind vor allem banale Infekte der oberen Luftwege oder der Bronchien als Ursachen zu nennen.

Bei etwa 4 Prozent aller Kinder zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr kommt es zu einem Fieberkrampf, wobei zweijährige Kinder am häufigsten betroffen sind. 30 Prozent der Kinder, die bereits einmal einen solchen Fieberkrampf erlitten haben, zählen zu der Risikogruppe, bei der die Krampfanfälle auch wiederholt auftreten können.

Wie äußert sich ein Fieberkrampf bei einem Kind?

Ein Fieberkrampf beginnt meist mit einem gellenden Schrei des Kindes, welches sich nachfolgend zusammenkrümmt und am ganzen Körper zu krampfen beginnt. Während der Krampfzeit ist es nicht ansprechbar und macht rhythmische Krampfbewegungen in Form von Muskelzuckungen oder Streckkrämpfen am gesamten Körper. Das Kind fühlt sich richtig heiß an – es glüht! Die Dauer eines solchen Fieberkrampfanfalles kann von mehreren Minuten bis hin zu einer halben Stunde oder sogar einer ganzen Stunde reichen; sie kommt den armen Eltern in jedem Falle wie eine Ewigkeit vor. Dauert der Fieberkrampf länger als eine Minute, sollte umgehend ein Notruf erfolgen; ist er vor Ablauf einer Minute beendet, sollte das Kind in jedem Falle dem Kinderarzt zur Untersuchung vorgestellt werden.

Erste Hilfsmaßnahmen im Falle eines Fieberkrampfes

Erste Hilfsmaßnahmen im Falle eines Fieberkrampfes bestehen darin, das Kind davor zu schützen, sich selber zu verletzen, indem es weich gelagert oder entsprechend abgepolstert wird. Versuche, die krampfartigen Zuckungen zu stoppen oder anzuhalten, sollten in jedem Falle vermieden werden, da der Ersthelfer sich hierdurch selbst in Verletzungsgefahr begibt. Falls es möglich ist, können die Kleider des Kindes geöffnet werden, um ihm die Atmung zu erleichtern.

Sobald es geht, sollten fiebersenkende Maßnahmen ergriffen werden. So kann das Kind beispielsweise aufgedeckt werden, um die Hitze über die Haut abzuführen. Wadenwickel oder Fieberzäpfchen senken das Fieber ebenfalls rasch.

Auf einen Krampfanfall sollte Ruhe folgen

Nach dem Krampfanfall fällt das betroffene Kind vor Erschöpfung meist in einen so genannten Nachschlaf, der dem Zustand einer Bewusstlosigkeit ähneln kann. In jedem Falle sollten die Lebenszeichen des Kindes überprüft werden. Es kann bei erhaltener Atmung in die stabile Seitenlage gebracht werden. Während des Nachschlafes sollte für Ruhe im Umfeld gesorgt werden, denn eine Störung des Schlafes könnte einen erneuten Krampfanfall auslösen. Erwacht das Kind aus dem Nachschlaf, kann es sich meist nicht mehr an die Vorfälle erinnern; es sollte – falls nötig – beruhigt werden und sich ausruhen dürfen.

Fieberkrampf – Was macht der Kinderarzt?

Hat ein Kind einmal einen Fieberkrampf erlitten, sollte es unbedingt dem Kinderarzt zur Abklärung der Ursachen vorgestellt werden. Der Arzt wird das betroffene Kind genau untersuchen, um beispielsweise eine Hirnhautentzündung, die mit einem solchen Krampfanfall beginnen kann, auszuschließen. Hat ein Kind wiederholt einen Fieberkrampf erlitten, sollten die Eltern ihm in Zukunft bei Fieber prophylaktisch krampfwirksame Medikamente verabreichen. Meist hat der Kinderarzt in diesem Falle mit den Eltern bereits die entsprechenden Erste-Hilfe-Maßnahmen besprochen sowie die passenden Medikamente verschrieben. Letztere sollten daher für den Ernstfall stets vorrätig und griffbereit sein.

Homöopathie bei Fieberkrämpfen?

In der Zeit bis zum Eintreffen des Arztes kann dem kranken Kind sehr gut mit dem homöopathischen Mittel Belladonna in einer D12 Potenz geholfen werden, wobei dreimal alle 2 bis 3 Minuten 5 Globuli gegeben werden sollten.

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