Maßnahmen zur Vorbeugung von Brustkrebs

Was eine Frau selbst tun kann, um ihr Brustkrebsrisiko zu senken. Über Krebsvorsorgeuntersuchungen wird breit aufgeklärt. Dagegen ist über Möglichkeiten zur Vorbeugung von Brustkrebs erstaunlich wenig zu hören.

Die breite Aufklärung über die Vorsorgeuntersuchungen zum Brustkrebs hat sich als sinnvoll erwiesen. Die Früherkennung von Brustkrebs macht es möglich, trotz einer Diagnose brusterhaltende Eingriffe vorzunehmen und vor allem die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs deutlich zu verringern. Und auch wenn es berechtigte Kritik an der Vorsorge gibt, so ist die fachärztliche Empfehlung für die Krebsvorsorge relativ übereinstimmend. Häufig werden Frauen auch mit Nachdruck darauf hingewiesen, manchmal allerdings so sehr, dass der Eindruck entsteht, das Brustkrebsrisiko würde sich dadurch erhöhen, dass man die Vorsorgeuntersuchungen nicht oder verspätet wahrnimmt. Fragt man hingegen danach, welche Möglichkeiten der Vorbeugung denn bestehen, sind die Antworten oft ausgesprochen spärlich. Dabei gibt es eine Reihe von gesicherten Erkenntnissen zur Vorbeugung von Brustkrebs. Hier besteht noch ein erheblicher Aufklärungsbedarf.

Was bedeutet ein erhöhtes Brustkrebsrisiko?

Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko sagt aus, dass die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken erhöht ist, nicht aber, dass der Brustkrebs auftreten wird. Das erblich bedingte erhöhte Brustkrebsrisiko betrifft beispielsweise lediglich 5 – 10% aller Brustkrebsfälle. Das bedeutet, dass von 100 Frauen, die an Brustkrebs erkranken bei 5 – 10 Frauen Brustkrebs auch in der Familie auftrat. Dieses Wissen ist insofern von hoher Bedeutung, weil es für viele Frauen eine hohe seelische Belastung darstellen kann, eine so genannte Risikopatientin zu sein. Brustkrebs ist eine multifaktorielle Erkrankung, die aufgrund mehrerer Ursachen entsteht.

Körperliche Risikofaktoren für Brustkrebs

  • Lebensalter über 50 Jahre
  • mehrfaches Auftreten von Brustkrebs bei der Mutter, Schwester oder Tochter
  • erste Menstruation vor dem 12. Lebensjahr
  • letzte Menstruation nach dem 55. Lebensjahr
  • Geburt des ersten Kindes nach dem 30. Lebensjahr
  • Hormonersatztherapien in den Wechseljahren
  • gutartige Brusterkrankungen

Lebensstil und Brustgesundheit

Mit einem gesunden Lebensstil kann jede Frau viel dazu beitragen, ihr Risiko an Brustkrebs zu erkranken zu verringern. Das haben verschiedene Studien übereinstimmend gezeigt:

  • gesunde fettarme und vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser, ungesüßte Säfte, Kräuter- Rooibosh- und Grüner Tee)
  • regelmäßige Bewegung (Ausdauersportarten)
  • Übergewicht vermeiden
  • nicht rauchen
  • Alkoholkonsum reduzieren

Risikofaktor Stress

Stress ist nicht nur für Brustkrebs ein erhöhter Risikofaktor, sondern auch für andere Krebsarten. Es ist nicht nur vielfach belegt, dass Stress die Immunabwehr im Körper schwächt, sondern auch, dass Krebszellen besonders dann gut und schnell wachsen können, wenn die Stresshormone im Körper erhöht sind. Hierbei spielt nach Aussage des Krebsforschers LeShan besonders auch der emotionale Stress ständig unterdrückter Gefühle eine Rolle. So gesehen trägt eine gute Selbstfürsorge mit einem achtsamen Umgang der eigenen Bedürfnisse und Gefühle zur Verringerung eines Brustkrebsrisikos bei.

Studie zu Vitamin D-Mangel

Laut einer neueren Studie am Deutschen Krebsforschungszentrum besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen einer niedrigen Vitamin-D-Konzentration im Blut und dem Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Das ist besonders für Frauen in und nach den Wechseljahren von Bedeutung, da die Fähigkeit, Vitamin D im Körper herzustellen hormonbedingt abnimmt. Maßnahmen, um einem Vitamin D – Mangel vorzubeugen sind: Aufenthalt im Freien, Vitamin-D-haltige Nahrungsmittel wie Seefisch, Eier und Milchprodukte und gegebenenfalls auch der Ausgleich durch Nahrungsergänzungsmittel.

Neueste Studie zu ß-Blockern und Brustkrebsrisiko

Auf der 7. Europäischen Brustkrebskonferenz in Barcelona wurde kürzlich von Ergebnissen einer klinischen Studie berichtet, die in Nottingham und Witten/Herdecke durchgeführt wurde. Danach sind Beta-Blocker, die normalerweise zur Behandlung des Bluthochdruckes verwendet werden, offensichtlich in der Lage, die Metastasenbildung und damit die Rückfallquote bei Brustkrebspatientinnen zu verringern.

Wachstumsfördernde Stresshormone werden durch Beta-Blocker daran gehindert, an den Krebszellen anzudocken. Dadurch kommt es zu weniger Streuungen der Krebszellen im Körper, so die Erklärung der Experten. Hier entsteht die berechtigte Frage, ob Frauen, die zur Behandlung eines Bluthochdrucks Beta-Blocker einnehmen müssen, besser vor Brustkrebs geschützt sind. Hierzu gibt es bislang allerdings keine Ergebnisse aus der klinischen Forschung. Es wird aber überlegt, Beta-Blocker in die Therapie von Brustkrebspatientinnen einzubinden.

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