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Ökotest prüft Honig auf Gen-Technik

Honig

Genveränderte Pflanzen sind im Vormarsch. Ökotest findet ihren Pollen im Honig der Supermärkte. Deutscher Imker-Honig ist jedoch frei von Gen-Technik.

Seit September ist Pollen in Honig verboten, der von genveränderten Pflanzen stammt, die in der EU nicht zugelassen sind. Dies trifft zum Beispiel auf den Pollen von Gen-Tech-Mais MON810 zu. Die Pflanze ist in Deutschland verboten, dessen Pollen hat im Honig also nichts zu suchen. So entschied am 06. September der Europäische Gerichtshof. Der Test zeigt, wenn Sie Honig ohne Genpollen kaufen wollen, sind Sie mit Bienenhonig vom Imker nebenan auf der sicheren Seite.

20 verschiedene Honige im Test

Wie sieht es einige Wochen nach diesem Urteil aus mit dem Honig, den Sie in den Supermärkten kaufen? Im November 2011 nahm Ökotest 20 verschiedene Blütenhonige, um diese auf Gen-Technik zu prüfen. Um es vorweg zu nehmen, 14 Honige enthalten Pollen von genveränderten Pflanzen. Sie sind aber zugelassen, da auch die entsprechenden Pflanzen als Lebensmittel eine Zulassung vorweisen können. Befriedigend kann das trotzdem nicht sein. Gekennzeichnet sind die Honige nicht, in denen genveränderter Pollen gefunden wurde. Allgemein müssen Produkte mit Gen-Technik gekennzeichnet sein, wenn ihr gentechnischer Anteil über 0,9 Prozent darin beträgt. Das bedeutet, wenn mehr als 0,9 Prozent des Pollens im Honig von genveränderten Pflanzen stammt, muss dieser entsprechend gekennzeichnet sein. Umstritten beim Honig ist, ob sich die 0,9 Prozent auf den gesamten Pollen oder auf den Pollen der einzelnen Pflanzenart beziehen soll. Klar geregelt ist dies nicht.

Pollen von Gen-Soja ist weit verbreitet

In allen 14 Honigen, in denen gentechnisch veränderter Pollen gefunden wurde, spielt Pollen von Soja eine Rolle. Es handelt sich um die pestizidresistente Pflanze Roundup Ready Soja, die auf großen Flächen besonders in Brasilien und Argentinien angebaut wird. Sie ist in Europa uneingeschränkt zugelassen, das heißt, der Pollen ist im Honig erlaubt. Wenn auf dem Honig als Herkunftsland steht „EG- und Nicht-EG-Länder“, oder sogar Brasilien und Argentinien angegeben sind, müssen Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Honig auch Pollen von Gen-Soja enthält.

Ebenso weit verbreitet, in den Supermarktregalen aber nicht mehr zu finden, ist kanadischer Honig, der Gen-Pollen von Raps und Klee enthält. In Kanada sind mehrere Gen-Raps-Pflanzen zugelassen, die in Europa diese Zulassung nicht haben. Kanadischer Honig, der solche Pollen enthält, darf in Europa also auch nicht verkauft werden. Daher ist es richtig, dass Ökotest auch keinen solchen Honig im Handel fand.

Deutscher Honig ist frei von Gen-Technik

Die beiden deutschen Honige, darunter der Honig vom Deutschen Imkerbund im DIB-Glas, und der Honig aus der Bodenseeregion, der aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammt, sind frei von Gen-Pollen. Dies ist nicht verwunderlich, da grüne Gen-Technik in Deutschland keine Rolle spielt. Im Jahr 2016 gab es lediglich ein Versuchsfeld mit Gen-Kartoffeln. Auch die oben erwähnte Maissorte MON810 ist verboten. Laut Ökotest läuft allerdings ein Antrag auf Neuzulassung dieser Maissorte. Auch Zulassungen für andere Pflanzen werden vorbereitet. Wenn Sie im Handel Honig kaufen, bei dem eindeutig Deutschland als Herkunftsland angegeben ist, sind Sie also (gegenwärtig) sicher, das Sie Bienenhonig ohne Gen-Technik erwerben. Das trifft natürlich auch auf den Honig vom Imker nebenan zu.