Rosalind Franklins Rolle bei der Entdeckung der DNA-Doppelhelix

Watson und Crick erhielten 1962 den Nobelpreis für die Entdeckung der DNA-Doppelhelix. Eine Biographie von Brenda Maddox beleuchtet die Rolle von Franklin.

Die Entdeckung der Struktur der DNA (Desoxiribonukleinsäure) im Jahr 1953 hat die moderne Wissenschaft, Genetik und Biotechnologie entscheidend beeinflusst. Die Wissenschaftler James Watson und Francis Crick erhielten für die Entdeckung der DNA-Doppelhelix 1962 den Nobelpreis.

Anwendungsbereiche moderner DNA-Analysen: Der genetische Fingerabdruck

Ein Beispiel für die Anwendung der modernen DNA-Analyse ist der genetische Fingerabdruck, der wie der klassische Fingerabdruck als Identitätsnachweis dient. Oft wird ein DNA-Test als Gentest bezeichnet, was aber wissenschaftlich gesehen nicht korrekt ist, denn ein genetischer Fingerabdruck wird durch die Untersuchung von Abschnitten zwischen den menschlichen Genen gewonnen. Damit wird außer dem Geschlecht der untersuchten Person keine genetische Veranlagung untersucht.

Der genetische Fingerabdruck ermöglicht die Überführung von Verbrechern anhand von DNA-Spuren am Tatort – oder auch den Beweis der Unschuld von langjährig Inhaftierten. Er wird darüber hinaus bei DNA-Verwandtschaftsanalysen, wie dem Vaterschaftstest, verwendet. Die DNA wird von Eltern auf ihre Kinder vererbt. Das Kind erhält je eine Hälfte der DNA vom Vater, je eine von der Mutter. So kann man durch einen DNA-Vaterschaftstest feststellen, ob ein untersuchter Mann der Vater eines Kindes ist. Durch die modernen Methoden der DNA-Analyse ist die Erstellung eines genetischen Fingerabdruckes standardisiert und zu niedrigen Kosten möglich.

Die Rolle von Rosalind Franklin bei der Entdeckung der DNA-Struktur

Die Biochemikerin Rosalind Franklin wurde 1920 in London/Großbritannien geboren. Ihre Forschungsarbeiten über die Röntgenbeugungsdiagramme der DNA und ihre mathematischen Auswertungen haben die Aufklärung der Doppelhelixstruktur der DNA entscheidend beeinflusst. Die Anerkennung für diese Entdeckung mit dem Nobelpreis erhielten nach dem Tod von Franklin ihre Kollegen James Watson und Francis Crick, denn Nobelpreise werden nur an lebende Wissenschaflter vergeben. Lange Zeit war der Beitrag von Rosaland Franklin allgemein unbekannt, da Watson und Crick bei der Vergabe des Nobelpreises diesen nicht würdigten.

Das Leben von Rosalind Franklin: Eine Biographie von Brenda Maddox

Die Biographie von Brenda Maddox „Rosalind Franklin – Die Entdeckung der DNA oder der Kampf einer Frau um wissenschaftliche Anerkennung“ (erschienen 2002) erzählt das Leben von Rosalind Franklin, die Schwierigkeiten einer Frau in der damaligen Zeit in der wissenschaftlichen Forschung anerkannt zu werden und ihren Kampf gegen ihren Eierstockkrebs bis zu ihrem frühen Tod im Alter von 38 Jahren. Der Originaltitel der englischen Ausgabe „Rosalind Franklin – The Dark Lady of DNA“ läßt mehr von diesem Lebenskampf erahnen. Manche Rezensionen werfen dafür Maddox zuviel Pathos vor.

Der Leser erhält aber nicht nur Einblick in das Leben und das Wirken von Rosalind Franklin, sondern auch in die Geschichte einer der wesentlichen wissenschaftlichen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Watson und Crick bestritten lange, dass Rosalind Franklins Leistung für die Entdeckung der Struktur der DNA einen wesentlichen Beitrag leistete. Letztlich haben sie jedoch eingeräumt, dass sie ihre Arbeiten für ihre Schlussfolgerungen genutzt haben. Erst 1969, fünf Jahre nach der Verleihung des Nobelpreises, hat Watson in der Publikation „Die Doppel-Helix“ anerkannt, dass auch Rosalind Franklin Dank für die Entschlüsselung der DNA-Struktur geschuldet ist. Auf der persönlichen Ebene haben Watson und Crick ein unvorteilhaftes Bild von Franklin gezeichnet, das lange die öffentliche Meinung bestimmte. Das Erscheinen einiger Biographien, unter anderem von Brenda Meddox, hat dieses Bild zurecht gerückt.

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