Schlaflos: Verliebte brauchen weniger Schlaf

Sind Sie frisch verliebt und können vor lauter Aufregung nicht schlafen? Dann leiden Sie an einem der schönsten Schlafprobleme, die es gibt.

Sie haben gerade den Mann, die Frau Ihrer Träume kennengelernt? Sie sind über beide Ohren verliebt und verbringen jede freie Minute miteinander? An Schlaf ist nicht zu denken und trotzdem sind Sie nicht besonders müde? Dann geht es Ihnen so, wie den meisten Verliebten. Das fanden Forscher an der Universitätsklinik Basel in mehreren Studien heraus.

Verliebtheit – ein Ausnahmezustand

Glück und Freude bis zur Euphorie versetzen Verliebte in einen emotionalen Rausch. Die Gedanken kreisen nur um den Traumpartner, die Empfindsamkeit ist gesteigert. Wer verliebt ist, hat ein erhöhtes Selbstwertgefühl und das Mitteilungsbedürfnis wird meistens sehr groß.

Psychologisch ähnelt Verliebtheit der so genannten Hypomanie, einem Zustand voller Unruhe, in dem die Stimmung gehoben und der Antrieb verstärkt sind. Die Unternehmungslust ist groß und das sexuelle Verlangen erhöht. Verliebte haben meistens kaum Hunger und das Schlafbedürfnis ist deutlich herabgesetzt. Auch wenn die Schlafdauer kürzer ist, schlafen frisch Verliebte trotzdem gut und wachen am nächsten Morgen erholt wieder auf.

Wie ändert sich der Schlaf bei Verliebten?

Forscher des Baseler Universitätsklinikums wollten genauer wissen, wie sich der Schlaf in der akuten Phase der Verliebtheit ändert. Deshalb untersuchten sie Zusammenhänge zwischen dem Grad der Verliebtheit und der Schlafdauer. Bei Jugendlichen zeigten sich folgende Ergebnisse:

Frisch verliebte Jugendliche schliefen im Vergleich zu nicht verliebten Jugendlichen durchschnittlich ca. 1,5 Stunden weniger pro Nacht. Je mehr die Verliebtheit nachließ, desto mehr nahm die nächtliche Schlafdauer wieder zu.

Obwohl die Jugendlichen weniger schliefen, gaben sie während der Studie an, „sehr gut zu schlafen, sich am Morgen erholt zu fühlen und guter Stimmung zu sein.“ Die geringere Schlafdauer führte demnach während der Phase der ersten Verliebtheit nicht zu einer schlechteren Schlafqualität, wie das bei anderen Schlafstörungen meistens der Fall ist.

Auch bei Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 67 Jahren konnte der Einfluss der Verliebtheit auf Befindlichkeit und Schlaf nachgewiesen werden. Hier zeigte sich außerdem, dass die erste Verliebtheit nicht allein mit Euphorie und Freude verbunden ist, sondern genauso mit Ängsten und Ungewissheiten. So klagten etwa unglücklich verliebte Frauen über Ein- und Durchschlafstörungen und eine geringere Schlafqualität.

Tipps für Verliebte mit Schlafproblemen

Wenn Sie vor lauter Verliebtheit keinen Schlaf finden, probieren Sie diese Tipps aus, die sich vor allem bei Einschlafstörungen bewährt haben:

  • Treiben Sie Sport: körperliche Aktivität fördert die Schlafqualität.
  • Legen Sie mittags eine kurze Siesta von maximal 30 Minuten ein.
  • Trinken Sie weniger Kaffee, Tee oder Alkohol. Besonders Sekt und Weißwein regen an.
  • Machen Sie einen kurzen Abendspaziergang.
  • Hören Sie leise Ihre Lieblingsmusik beim Einschlafen.

Wer trotzdem nur wenig schlafen kann, muss sich nicht beunruhigen. Denn je vertrauter und stabiler die Beziehung zum neuen Partner wird, desto mehr kehrt auch das ursprüngliche Schlafbedürfnis wieder zurück.

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