Schlafschule – Hilfe für Menschen mit Schlafstörungen

Schlafschulen bieten nicht nur Tipps zum Ein- und Durchschlafen, sondern Selbsthilfe für die eigenen Schlafprobleme, Entspannungstechniken und viel Wissen.

Rund 5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Einschlaf- und Durchschlafstörungen, den so genannten Insomnien. Entsprechend viele Tipps für einen besseren Schlaf werden online, in Zeitschriften und Ratgeberbüchern veröffentlicht. Wer sich an diese Tipps hält, bekommt seine Schlafprobleme schnell wieder in den Griff, so sollte man meinen. Was kann man darüber hinaus in einer Schlafschule lernen?

Was ist eine Schlafschule und für wen ist sie gedacht?

Im Jahr 2016 rief der Schlafmediziner und Schlafforscher Professor Dr. Jürgen Zulley die erste Schlafschule ins Leben. Zulley gründete die Schlafschule mit dem Ziel, ein Training zur Selbsthilfe für Menschen mit Schlafproblemen anzubieten. Denn bei der Behandlung von Schlafstörungen steht die Selbsthilfe an erster Stelle. Aber nicht jeder Betroffene schafft das ohne professionelle Anleitung. Immerhin geht es häufig um die Änderung jahrelanger Schlafgewohnheiten. In der Gruppe und im Seminar, wo man durch Alltägliches nicht abgelenkt wird, gelingt das häufig leichter.

Die Seminare sind nicht nur als Selbsthilfetraining für Betroffene mit Schlafproblemen gedacht, sondern auch als vorbeugende Maßnahme für Gesunde. Wer weiß, was gesunder Schlaf ist und wie seine innere Uhr tickt, kann sich besser vor Schlafstörungen schützen.

Was wird in einer Schlafschule vermittelt?

1. Allgemeines Wissen

  • Was versteht man unter gesundem Schlaf?
  • Was ist gestörter Schlaf und welche Ursachen gibt es?
  • Welche Schlafgewohnheiten fördern den Schlaf, welche nicht?
  • Regeln für eine gute Schlafhygiene und Schlafkultur

2. Erkennen der eigenen Schlafprobleme

  • persönliche Schlafgewohnheiten erkennen
  • den eigenen biologischen Rhythmus erfassen
  • die eigene Belastungssituation analysieren

3. Selbsthilfe und Behandlungsmöglichkeiten

  • Entspannungstechniken wie z.B. Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training
  • Methoden der Stressbewältigung
  • Umgang mit der eigenen inneren Uhr

4. Informationen über professionelle Hilfen

  • Rezeptpflichtige Schlafmittel – wann sie sinnvoll sind und wie sie wirken
  • Verhaltenstherapie – psychotherapeutische Hilfe zur Veränderung von Einstellungen und Gewohnheiten
  • Diagnose im Schlaflabor – Erfassen von körperlichen Erkrankungen, wie z.B. Schlafapnoe

Individuelle Beratung und Empfehlung

Auch die individuelle Beratung jedes einzelnen Teilnehmers kommt bei den Kursen der Schlafschule nicht zu kurz. Mit Hilfe eines Fragebogens werden zunächst die persönlichen Schlafprobleme und bestehenden Erkrankungen der Betroffenen erfasst, um ihnen anschließend in einem Einzelgespräch weitergehende Empfehlungen geben zu können. Für den einen ist der wichtigste nächste Schritt beispielsweise das Erlernen eines Entspannungsverfahrens, jemand anderes möchte seine Belastungssituation mit Hilfe einer Psychotherapie bewältigen und ein dritter benötigt eine umfassendere Diagnostik in einem Schlaflabor.

Kursformen, Kostenübernahme

Schlafschulkurse werden in Wochenendseminaren, Schulungswochen oder fortlaufenden Kursen angeboten. Sie werden von Prof. Zulley selbst oder von ausgebildeten Schlaflehrern durchgeführt. Schlafschulen gibt es in ganz Deutschland, meistens an Kliniken mit einem Schlafmedizinischen Zentrum.

Die Kosten werden von den meisten Krankenkassen übernommen.

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