Sex ohne Kuscheln? Nein Danke!

Was Frauen wollen und Männer tun. Viel zu häufig wird in Deutschland auf ein längeres „Vorspiel“ beim Sex verzichtet und auch das „Nachspiel“ gerät zunehmend in den Hintergrund. Warum?

Deutschland ist im Stress…, oft sogar wenn es dabei um die schönste Nebensache der Welt geht. Häufiger als angenommen verzichtet so mancher auf ein luststeigerndes „Vorspiel“ beim Sex. Warum? Dabei gehört der „Kuschelsex“ doch zu den schönsten Erfahrungen überhaupt, weiß Susanne E. aus D. „Mein jetziger Freund hat mich auf den Geschmack gebracht. Er hat mich in unserer ersten Nacht am ganzen Körper eingecremt, gestreichelt und geküsst. Es war so unglaublich schön, dass ich immer noch eine Gänsehaut bekomme, wenn ich nur daran denke. Vorher war ich genau wie mein Ex-Freund drauf, ein Vorspiel-Muffel sozusagen Aber diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Nie wieder möchte ich auf körperliche Streicheleinheiten verzichten und mich nur vom Trieb der Befriedigung leiten lassen. Die Zärtlichkeiten beim Vorspiel sind so stimulierend, dass ich meist schon vorm eigentlichen Akt einen Mega-Orgasmus habe. Außerdem hat es meine sexuellen Empfindungen gesteigert und unsere Beziehung zueinander viel intensiver gemacht“.

Im Durchschnitt dauert das „Liebesspiel“ 15 Minuten – mit Vorspiel ca.35 Minuten. Aber reicht das aus? Die Mehrzahl sagt eindeutig „Nein“ und wünscht sich vom Partner länger befriedigt zu werden. Fakt ist jedoch nach Meinung der Sexualforscher, dass sogar schon 3 bis 7 Minuten „lustvolles Miteinander“ für eine Befriedigung ausreichend sind. Ah ja…, wird sich so mancher jetzt denken, und jene kurze Zeitspanne wohl eher mit einem „Quicki“ in Verbindung bringen. Zu Recht! Das würde erklären, weshalb nur 33% aller Frauen zum Orgasmus gelangen. Männer hingegen sind mit 98% in kürzerer Zeit zum Höhepunkt zu führen. Kein Wunder also das 70% aller Frauen ihren Orgasmus vortäuschen. Wo bitte bleibt denn da der Spaß, meine Herren? Die „Liebe“ zum Partner sollte nun wahrlich nicht im Marathon enden.

Frauen brauchen ein längeres Vorspiel

Damit sich eine Frau beim Sex wirklich fallen lassen kann, muss sie im Vorfeld Vertrauen zum Partner aufbauen können. Erst wenn genügend Emotionen im Spiel sind, kann sie sexuelle Erfüllung in einer Partnerschaft finden. Die Liebe ist dabei das heftigste aller Gefühle. Je nach Intensität der Liebe, kann eine Frau durchaus schon beim Vorspiel zu einem explosionsartigen Höhepunkt gelangen, wenn der Partner sich nur ausreichend Zeit nimmt ihren Körper zu stimulieren. Frauen brauchen eben einfach nur mehr Zeit und das Gefühl geliebt zu werden, um sich vollkommen entspannt dem Partner hingeben zu können.

Männer wollen meist schneller ans Ziel

Ein wahrer Kerl fummelt nicht lange herum…, könnte man fast denken, wenn man das Sexleben einiger Gentlemen genauer unter die Lupe nimmt. Fazit: Ist ein Mann erst einmal erregt, will er schnell den Geschlechtsverkehr vollziehen und zum Orgasmus kommen. Oftmals jedoch überschätzen sich die „Herren“ gewaltig, wenn es dabei um ihre Verführungskünste geht. Einige zumindest glauben, dass Man(n) nur die richtige Technik zur Stimulation der Klitoris beherrschen muss, um eine Frau vollends „willig“ zu machen. Leider ein Irrtum mit Folgen, der nicht selten in Beziehungskrisen endet.

Gibt es das perfekte Vorspiel?

Die Meinungen gehen da weit auseinander, weil jeder seine eigenen sexuellen Bedürfnisse hat. Fakt ist jedoch; 73 Prozent aller Frauen möchten das ihr Partner sich mehr Zeit für erogenen Zonen nimmt. Diese Erfahrung hat auch Jörg W. aus G. gemacht. „Ich habe einfach mit meiner Partnerin gesprochen, sie gefragt was ihr an unserem Sex gefällt und ob sie spezielle Wünsche hat. Anfänglich fiel es ihr schwer darüber zu reden, aber letztendlich hat sie die Blockade überwunden und ihre sexuellen Wünsche offenbart. Wir haben festgestellt, dass wir ganz ähnliche Vorstellungen haben und können seitdem viel intensiver aufeinander eingehen“.



Gespräche über sexuelle Vorlieben sind also wichtig, um sich auf den Partner einstellen zu können. Aber reicht das allein aus? „Natürlich nicht“, lächelt der Informatiker aus G. „Man muss wissen das Frauen die Sexualität anders erleben als Männer. Im Gegensatz zu mir, benötigt meine Partnerin einige Zeit mehr um gewissermaßen in Stimmung zu kommen. Diese Zeit gebe ich ihr natürlich. Ich beginne deshalb das Vorspiel meistens mit einer erotischen Massage, bei der ich ihren ganzen Körper einbeziehe“.

Um die Leidenschaft einer Frau zu wecken, bedarf es sehr viel Einfühlungsvermögen und Zeit. Ist genügend sexuelle Spannungen erzeugt, löst das nicht selten einen explosionsartigen Orgasmus aus, den Man(n) sogar spüren kann. Frauen erleben ihren Höhepunkt durch Kontraktionen, bei den sich die Muskeln der Vagina rhythmisch zusammenziehen. Je intensiver der Orgasmus, desto stärker sind die Muskelkontraktionen einer Frau. Also meine Herren….., wenn das kein Ansporn ist.

Das Nachspiel

Viel zu oft wird „das Nachspiel“ nach dem Geschlechtsverkehr komplett ignoriert, oder mit den Worten –Ich bin völlig kaputt und Müde Schatz- abgetan. Wenn wundert da noch das 60% aller Frauen bemängeln, dass ihr Partner nach dem Sex sofort einschläft. Frauen brauchen nach körperlicher Intimität eine gewisse Phase, um die vorher erzeugte Leidenschaft ausklingen zu lassen. Deshalb empfinden sie es als angenehm, wenn ihr Partner nach dem Akt noch eine Weile in ihnen verweilt. Die Erregung eines Mannes flaut ziemlich schnell nach einem Orgasmus wieder ab, während eine Frau noch lange danach erregt ist. Fazit: Frauen brauchen nach dem Sex das Gefühl von Geborgenheit und Liebe. Und mal ehrlich…, was kann schöner sein, als kuschelnd im Arm des Partners einzuschlafen?

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