So funktionieren selbstreinigende Backöfen

Wie gut ist ein Backofen mit Pyrolyse. Die Hersteller versprechen Sauberkeit ohne umständliches Putzen. Wie funktionieren katalytische Beschichtung und Pyrolyse und was ist bei Kauf und Nutzung zu bedenken.

Brathähnchen oder ein saftiger Schweinebraten mit Kruste sind nach wie vor beliebte Sonn- und Feiertagsessen. Leider entstehen beim Backvorgang Fettspritzer, die bei der hohen Hitze einbrennen. Daher ist das Reinigen des Backofens hinterher oft eine langwierige und unangenehme Angelegenheit. Mit modernen selbstreinigenden Backöfen soll dies alles kein Problem mehr sein. Die Hersteller verwenden dabei verschiedene Verfahren.

Beschichtung mit hochwertiger Emaille

Die Wände des Backofens werden in einem Spezialverfahren mit einer besonders glatten Emaille beschichtet. Schmutz kann sich an dieser Oberfläche nicht festsetzen. Zur Nachreinigung reicht bei normaler Verschmutzung das Auswischen des Ofens mit einem feuchten Tuch. Hartnäckigere Schmutzreste dürfen nicht mit Scheuerschwamm beseitigt oder abgekratzt werden. Dadurch wird die glatte Emailleschicht unbrauchbar. Auch Reinigungsmittel mit Scheuerpartikeln sind tabu. Statt dessen Backofenspray verwenden.

Katalytisch beschichtete Wände

Die katalytische Selbstreinigung baut auf dem eben beschriebenen Emailleprinzip auf. In die Emailleschicht der Ofenwände sind zusätzlich besondere Katalysator-Partikel eingeschmolzen. Durch diese Partikel werden Lebensmittelreste bei normalen Backtemperaturen zu unschädlichem Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Die Oberflächenschicht ist porös und darf mit keinerlei Putzmitteln behandelt werden. Die Poren setzen sich sonst zu und die Reinigungswirkung geht verloren. Wenn trotzdem etwas hängen bleibt, hilft nur vorsichtiges mechanisches Entfernen oder man erhitzt den Backofen nochmal.

Selbstreinigende Backöfen mit Pyrolyse

Dieses Verfahren wird zurzeit von den Herstellern als das Nonplusultra angepriesen. Backöfen mit Pyrolyse verfügen über ein zusätzliches Reinigungsprogramm. Hier wird der leere Backofen etwa ein bis zwei Stunden lang auf bis zu 500 °C erhitzt. Dabei werden Lebensmittelreste zu Asche verbrannt, die danach einfach weggewischt wird. Ganz so einfach ist es in der Praxis nicht immer. Die Tür muss oft noch manuell geputzt werden, da hier nicht die notwendigen hohen Temperaturen erreicht werden. Bei manchen Öfen müssen die Edelstahlschienen für die Backbleche vor dem Reinigungsprogramm herausgenommen werden, da sie die extrem hohe Hitze nicht vertragen. Auch hier ist dann konventionelles Schrubben angesagt. Das Reinigungsprogramm verbraucht natürlich auch zusätzlichen Strom. In einer Zeit, in der sich viele schon Sorgen wegen des Stand-by-Verbrauches ihrer Heimelektronik machen, ist das vielleicht ein Argument gegen den Kauf eines solchen Gerätes. Dazu kommt ein relativ hoher Anschaffungspreis für ein Gerät guter Qualität.

Lohnt sich die Anschaffung eines selbstreinigenden Backofens

Komplett ohne Nachputzen kommt heute noch keines der auf dem Markt angebotenen Verfahren aus. Die modernen Oberflächenbeschichtungen, die es auch schon für Backofenbleche und weiteres Zubehör gibt, machen die Backofenreinigung aber wesentlich einfacher. Allerdings gilt genau wie bei beschichteten Pfannen und Töpfen: Wer hier mit dem Stahlschwamm oder Scheuermittel herangeht, ruiniert die Beschichtung. Ob sich der Kauf eines teuren Pyrolyse-Ofens lohnt, entscheiden letztendlich die Gewohnheiten und Ansprüche des Benutzers. Wer seinen Backofen nur gelegentlich nutzt, kommt sicherlich gut mit einem konventionellen Gerät aus. Wer Wert darauf legt, den Backofen auch mal bis in die hinterste Ecke auf Hochglanz zu bringen, dem wird ein Pyrolyse-Gerät gute Dienste erweisen. Dann sollte es aber auch ein Markengerät mit hoher Energieeffizienz sein.

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