Sollten ältere Menschen in Pflegeheimen gepflegt werden?

Ungenügende Behandlung aufgrund von Pflegekräftemangel einerseits, gute Versorgung und qualitative Pflege andererseits: Vor- und Nachteile von Pflegeheimen.

Alt wird zwar nicht jeder Mensch, aber viele. Besonders in den letzten Jahrzehnten steigt die Lebenserwartung kontinuierlich. Deshalb beschäftigen sich nicht nur Soziologen und Politiker mit der Frage des Alters, sondern auch im Familienkreis wird öfter darüber diskutiert. Dabei stellt sich oftmals die Frage, ob ältere Menschen in Pflegeheimen betreut werden sollten.

Mangel an Pflegekräften

Einerseits gibt es Gründe, die gegen eine Unterbringung älterer Menschen in Pflegeheimen sprechen. Denn aufgrund des Mangels an Pflegekräften in Pflegeheimen befinden sich viele ältere Menschen in einem schlechten Zustand. Das heißt, dass sie nicht die geeignete Pflege bekommen, die ihnen aufgrund ihrer Zuzahlungen eigentlich zusteht. Oder sie werden, ungeachtet ihrer hohen Pflegestufe, genauso gepflegt wie in einer niedrigeren Pflegestufe. Unter dem Pflegekräftemangel leiden vor allem die Heimbewohner mit Pflegestufe drei. Ein einfaches Beispiel wäre die Lagerung dieser Patienten. Ein schwerkranker Mensch, der am Anfang mit intakter Haut im Altenheim untergebracht wurde, wird nach einigen Monaten mit tiefen Wunden ins Krankenhaus weitergeschickt, weil er nicht regelmäßig im Bett umgelagert wurde. Wegen schlechter Durchblutung und dem punktuellen Druck an den Stellen, an denen Haut und Knochen aneinander reiben, ist er jetzt verletzt und leidet an Dekubitus. Dies ist ein Extrembeispiel, in manchen Einrichtungen jedoch keine Seltenheit.

Vorteile der umfassenden Versorgung im Pflegeheim

Andererseits gibt es mehrere Gründe, die für ein Leben älterer Menschen im Altenheim sprechen: Unterstützung bei der Körperpflege, medizinische Versorgung, Ernährung und Flüssigkeitsversorgung und selbstverständlich das Zusammensein mit den anderen. Demenzkranke Menschen, beispielsweise, werden in Pflegeheimen meist besser versorgt als in der Familie. Aufgrund der Vergesslichkeit und Verwirrung, die mit der Demenzkrankheit einhergeht, kann ein alter Mensch nicht mehr für sich selbst und seine Sicherheit sorgen und bringt sich und seine Mitmenschen in Schwierigkeiten. Besonders für solche Menschen ist ein Pflegeheim ein geeigneter Ort, da dort die Pflegekräfte in diesem Bereich ausgebildet sind und versuchen, sich in die Welt der dementen Menschen hinein zu versetzen.

Überprüfung der Pflegequalität vor der Entscheidung

Es sollte daher von Fall zu Fall entschieden werden, ob das Leben in einem Pflegeheim notwendig und sinnvoll ist. Wenn ein alter Mensch mit Unterstützung seiner Familie zu Hause bleiben kann, ist es besser, dass er in seiner vertrauten Umgebung weiter lebt. Im Falle schwerer Krankheit, mit der die Familie bei der Pflege überfordert ist, wäre eine Unterbringung in einem Altenheim zu erwägen. Natürlich sollte man sich in diesem Fall über die Pflegequalität in den jeweiligen Pflegeheimen informieren. Zu empfehlen wäre ein Gespräch mit Bewohnern des gewünschten Pflegeheimes oder mit deren Angehörigen. Denn persönliche Erfahrungen sind meistens zuverlässiger als Infobroschüren.

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